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lodernde flammen : Inseln leuchten im Feuerschein

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Regen hatte rechtzeitig ein Einsehen und das Traditionsfest der Friesen lockte auch in diesem Jahr unzählige Besucher zu den Fackelzügen und auf die Biike- und Biake-Plätze auf Föhr und Amrum.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2014 | 15:45 Uhr

Auch wer in den vergangenen Tagen nicht auf den Kalender geschaut haben sollte, konnte auf Föhr und Amrum nicht überhören, dass das Biike-Fest bevorsteht. Die Motorsägen hatten nämlich Hochsaison, die Transporter beförderten reichlich Brennmaterial zu den Feuerplätzen der Inseln und auch die Mitglieder der Jugendfeuerwehren waren wie gewohnt im Sammeleinsatz. Einen möglichst großen Brennholz-Haufen am Abend präsentieren zu können, war wie gewohnt das Ziel der Mädchen und Jungen.

Die Stürme „Christian“ und „Xaver“ hatten dabei einen nicht unwesentlichen Anteil daran, dass in diesem Jahr überall äußerst ansehnliche Brennstellen entstanden waren. „So einen gewaltigen Biike-Haufen habe ich bisher selten einmal gesehen“, meinte ein Midlumer angesichts des Stapels in der Marsch.

„Bei diesem Wetter kann das heute Abend noch richtig ungemütlich werden“, lauteten noch am Nachmittag angesichts des grauen Himmels und stetigen Nieselregens die besorgten Kommentare potenzieller Biikefeuer-Besucher. Doch was „Wetterkundige“ in den Internet-Vorhersagen gefunden hatten, traf dann tatsächlich ein: Der Regen legte eine Biike-Pause ein und der Himmel war fast wolkenlos. So war dann zwar am Abend der Einsatz von Regenschirmen überflüssig, Gummistiefel dagegen waren dennoch die angesagte Fußbekleidung der Stunde.

Wenn auch das Biiken auf den Inseln immer mehr zur touristischen Attraktion geworden ist, so lassen sich doch die Insulaner nicht davon abhalten, ihr Fest nach alter Tradition zu feiern. Der wichtigste Bestandteil ist dabei der Piader, der ganz oben auf dem Biike-Haufen platziert wird und symbolisch für das Vertreiben des Winters in Flammen aufgeht.

Während in Wyk und Utersum seit einigen Jahren der jeweilige gemeinsame Fackelzug der Festgäste zum Feuerplatz praktiziert wird, und auch wieder viele begeisterte Teilnehmer fand, machten sich die Bewohner der Inseldörfer per Auto oder zu Fuß zum Feuer ihrer Dörfer auf, wo die Freiwilligen Feuerwehren für Sicherheit und teilweise auch für Getränke und Würstchen sorgten.

Auch in diesem Jahr erschwerte die Nässe das Ausbreiten der Flammen. Doch was ein echter Biike-Fan ist, der lässt sich davon nicht abschrecken und schließlich loderten die aufgetürmten Äste und Zweige in hellen Flammen, deren Schein weithin zu sehen war. Während sich die Erwachsenen am Feuer zum Klönen trafen, war es für die Kinder wieder ein besonderes Vergnügen, ihre kleinen Separat-Biiken rund um das große Feuer zu entzünden und möglichst viel Holzkohle zu gewinnen, mit deren Hilfe sie genüsslich die Gesichter der Umstehenden schwärzten. So war es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass beim traditionellen Grünkohlessen in den Gaststätten viele dunkelgefärbte Gestalten zu beobachten waren.

Auch auf Amrum gab es – bereits im zehnten Jahr – in Norddorf einen gemeinsamen Fackellauf zum Biake. Bürgermeister Peter Koßmann begrüßte Gäste und Insulaner. Hunderte waren der Einladung gefolgt, um auf der Hüttmannwiese Fackeln zu entzünden und gemeinsam zum Norddorfer Biake zu gehen. Kai Quedens erzählte von der Tradition und Geschichte des Biaken, bevor er gemeinsam mit Peter Koßmann den Zug mit den Piadern im Arm anführte. Klar, dass sich auch die Amrumer Kinder einen Riesenspaß daraus machten, den Erwachsenen mit ihren rußigen Händen schwarze Nasen zu verpassen.

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