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Insel-Bote

19. Oktober 2017 | 04:53 Uhr

Insel-Treue über sechs Jahrzehnte

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Seit 1953 kommen jedes Jahr alle achten Klassen des Gymnasiums an der Stadtmauer in Bad Kreuznach zum Projekt-Unterricht nach Föhr

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 12:16 Uhr

Sport am Strand, Biologie im Watt, Physik unterm Regenbogen, Geschichte in der Lembecksburg und Latein in Nieblum bei den sprechenden Grabsteinen. Auch so kann Schule sein: wirklichkeitsnah, zum Anfassen und unmittelbar erfahrbar. Ein Traum für viele Schüler, der einmal im Jahr für einen gesamten Jahrgang des Gymnasiums an der Stadtmauer in Bad Kreuznach Wirklichkeit wird. Denn jedes Jahr fahren alle achten Klassen für zehn Tage zum Projektunterricht nach Föhr. Und das bereits seit sage und schreibe 60 Jahren.

„Zum ersten Mal hat unser Gymnasium 1953 eine zweiwöchige Reise nach Föhr durchgeführt“, erzählt Wolfgang Kretz, der an der Schule Deutsch und Religion unterrichtete. 20 Mal war Kretz bereits mit auf der Insel, der auch in diesem wieder dabei ist, obwohl er bereits seit zwei Jahren pensioniert ist. Mit ihm sind 80 Schüler und sechs Lehrer angereist und in der Wyker Jugendherberge untergebracht.

„Wir können alles zu Fuß erreichen, was bei einer Gruppe von fast hundert Personen eine große Erleichterung für den Tagesablauf bedeutet“, erklärt Klassenlehrerin Ines Schriewer den Ablauf. Nach 60 Fahrten ist das Programm erprobt, die Organisation nahezu perfekt. Da werden am Strand Wattgeister gebaut, über die die Schüler im Deutsch-Unterricht Geschichten schreiben, und Proben aus dem Watt in Biologie mikroskopiert. Im Kunst-Unterricht wird das Museum Kunst der Westküste besucht und unter freiem Himmel gemalt. Der Sternenhimmel wird in Physik beobachtet und in Geschichte das Friesenmuseum besucht. Dazu kommen sportliche Aktivitäten wie die alljährliche Wanderung nach Amrum und die Föhriade, in Anlehnung an die Olympiade ein Tag mit Sportwettkämpfen am Strand. Höhepunkt des Aufenthalts ist die traditionelle, 38 Kilometer lange Umrundung der Insel am vorletzten Tag.

„Was die Schüler hier in entspannter Atmosphäre lernen und erleben ist so intensiv, dass sie es ein Leben lang behalten“, weiß Martin Becker. Noch viele Jahre nach dem Ende der Schule, so der Mathematik- und Physiklehrer, werde auf den Abituriententreffen von Föhr erzählt, „und so mancher kommt später mit seiner eigenen Familie als Feriengast auf die Insel“.

Gewürdigt wurden die Jubiläumsfahrt des Gymnasium von vielen Stellen. So erhielt die Schule eine Ehrenurkunde und einen Insel-Bildband von der Föhr Tourismus GmbH, der Landesverband Nordmark des Deutschen Jugendherbergswerkes spendierte einen Übernachtungsgutschein und für die Schüler Bumerangs und die Reederei gewährte für die acht Lehrer bei allen drei Ausflugsfahrten Freiplätze. Und zu den Höhepunkten für die Schüler zählte sicher der Besuch von Heie Sönksen-Martens, der den Kindern viel über die Geschichte Föhrs erzählte.

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