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weichenstellung : Insel-Tourismus auf der Tagesordnung

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Rund neun Monate ist es her, dass die Stadt Wyk ihren Austritt aus der Föhr Tourismus GmbH und die damit verbundenen Kündigungen um ein Jahr verschob und an den Verhandlungstisch mit den Föhr-Land-Gemeinden zurückkehrte.

Rund neun Monate ist es her, dass die Stadt Wyk ihren Austritt aus der Föhr Tourismus GmbH (FTG) und die damit verbundenen Kündigungen um ein Jahr verschob und an den Verhandlungstisch mit den Föhr-Land-Gemeinden zurückkehrte. In einem Sitzungsmarathon, in den die Stadtvertreter ebenso involviert waren wie die Bürgermeister von Föhr-Land und deren Stellvertreter, wurde mit dem Moderator Cornelius Obier in der Folge ein Konzept erarbeitet, über das die Stadtvertretung heute Abend nichtöffentlich abstimmen wird – eine richtungweisende Entscheidung für ein künftiges gesamtinsulares Tourismuskonzept.

Auch die Landgemeinden werden sukzessive über das Ergebnis abstimmen. Wrixum hat den Anfang gemacht (einstimmig bei einer Enthaltung) und die Utersumer Gemeindevertreter spachen sich einheitlich dafür aus. Für ein Konzept, das die Stadt nicht zum Verlierer macht, die künftig die Wyker Veranstaltungen und den Betrieb des Wellenbades eigenständig regelt. Zudem geben die Landgemeinden – unter Verzicht auf jede Einflussnahme – einen Zuschuss für das Aquaföhr. Die FTG soll ihren Namen behalten und betreibt künftig das inselweite Marketing sowie drei Informationsstellen in Wyk, Nieblum und Utersum. Auch eng mit dem Marketing verbundene Großveranstaltungen wie Föhr on Fire, Kurs Föhr oder die Kinder-Uni werden weiterhin von der FTG ausgerichtet. Die bisherigen Abgaben aus dem Bereich Kurabgaben und Meldescheine sollen zum Amt Föhr-Amrum überführt und die Mitarbeiter auch in Zukunft für diese Aufgaben eingesetzt werden

Unterstellt sein soll die GmbH künftig einem Zweckverband, der alle Anteile der Gemeinden übernimmt und alleiniger Gesellschafter sein wird. Der abgespeckte FTG-Aufsichtsrat setzt sich dann aus drei Mitgliedern der Stadt und drei von Föhr-Land zusammen. Anders als bisher sollen alle Kommunen in die Entscheidungen eingebunden werden, weshalb die Zweckverbandversammlung durch den Wyker Bürgermeister und zehn Stadtvertreter sowie die elf Bürgermeister von Föhr-Land besetzt wird. Auch die Föhrer Leistungsanbieter sollen eingebunden werden. Geplant ist die Gründung eines Tourismusbeirates, dessen Vorsitzender ebenfalls an den Versammlungen des Zweckverbandes teilnehmen wird. Ausscheiden werden die privaten Gesellschafter Wyker Dampfschiffs-Reederei und FIT.

Das Stimmrecht der Kommunen richtet sich nicht mehr nach den Übernachtungszahlen, sondern orientiert sich an der von den Gemeinden eingebrachten Finanzierungslast. So bringt ein höherer Anteil aus den Erträgen aus dem Tourismus ein höheres Entscheidungsrecht mit sich. Der Alleingang einer Kommune, auch wenn sie über mehr als 50 Prozent Stimmrecht verfügt (Wyk 67, Föhr-Land 33) wird durch die künftig erforderliche Mehrheit von 75 Prozent verhindert. „Wer sich finanziell mehr beteiligt, darf auch ein bisschen mehr mitreden“, erläutert Heinrich Feddersen vom Steueramt den künftigen Schlüssel, der sich aus der Fremdenverkehrsabgabe ergibt, die aufgrund der identischen Fremdenverkehrssatzung in allen Gemeinden gleich ist. Zugrunde gelegt wird dabei die Summe der Beitragseinheiten. So lasse sich am besten, so Feddersen, der Vorteil der zwölf Föhrer Gemeinden aus der Tourismusförderung ermitteln.

Eine Berechnung, die für Alkersum nur auf der Basis geschätzter Daten erfolgen kann, da die Umstellung der Fremdenverkehrsabgabe vom Realgrößen- auf den umsatzbezogenen Maßstab noch nicht vollzogen wurde. Allerdings läuft die Fremdenverkehrssatzung 2015 aus und spätestens dann dürfte die Gemeinde nachziehen. Für die Übergangszeit ist der Schulterschluss der Föhr-Land-Gemeinden geplant, betont Amtsvorsteherin Heidi Braun, soll Alkersum begleitet und in letzter Konsequenz mit einem „Rettungsschirm“ unterstützt werden. Wie auch Nieblum und Midlum, die mit Alkersum zu den Verlierern des Konzepts zählen und kräftig draufzahlen werden.

An den Beratungen war die Stadt beteiligt, deren Vertreter ihre Ideen eingebracht haben und deren Wünsche und Forderungen umgesetzt wurden. „Wir wären enttäuscht, wenn dieses Ergebnis nun abgelehnt würde“, kündigt Heidi Braun für diesen Fall den Alleingang der Landgemeinden an und hofft, dass das Konzept nicht an politischen Querelen scheitert.

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erstellt am 15.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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