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Insel-Bote

13. Dezember 2017 | 16:30 Uhr

Föhr und Amrum : Insel-Hebammen in Nöten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Es hätte fatale Folgen für die Schwangeren auf Föhr und Amrum, wenn die drei Geburtshelferinnen ab dem kommenden Jahr nicht mehr einsatzbereit wären. Dann wären die Insulaner auf sich allein gestellt.

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Föhr/Amrum | Wenn die freiberuflichen Hebammen auf dem Festland ihre Arbeit einstellen müssten, wäre dies fatal. Aber noch schlimmer wäre es für die Schwangeren auf Föhr und Amrum, wenn die drei Geburtshelferinnen ab dem kommenden Jahr nicht mehr einsatzbereit wären, da sie die weiter steigenden Beiträge für die Haftpflichtversicherung nicht mehr bezahlen können. Denn ähnlich wie bei der Feuerwehr verhält es sich auch bei den Hebammen: Im Ernstfall sind die Insulaner auf sich allein gestellt.

Die Problematik ist nicht völlig neu, und die Hebammen Kirsten Rickmers und Kerstin Lauterberg auf Föhr sowie Antje Hinrichsen auf Amrum haben bereits früher, unter anderem in Form einer Ein-Frau-Demonstration beim Besuch des damaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen, auf die Entwicklung hingewiesen.

Inzwischen drängt die Zeit, weshalb die Hebammen jede Chance wahrnehmen, auf ihre Situation hinzuweisen. So nutzte Kerstin Lauterberg nicht nur eine Sitzung des Amtsausschusses des Amtes Föhr-Amrum, sondern auch die Mitgliederversammlung des Fördervereins des Föhr-Amrumer Krankenhauses, um in größerem Kreis zu informieren. Der Amtsausschuss hat, wie von Amtsvorsteherin Heidi Braun zu erfahren war, in nichtöffentlicher Sitzung für dieses Jahr einen Zuschuss zu jeder Geburt beschlossen. Doch der Förderverein musste passen, da die Satzung solch eine Unterstützung nicht möglich macht. Allerdings tat man das Möglichste, den Kreißsaal im Wyker Krankenhaus optimal auszustatten. Dazu gehört auch ein Wärmebettchen für den Fall, dass bei einer Geburt eine Komplikation auftritt und das Neugeborene auf das Festland gebracht werden muss.

„Die Tätigkeit ist für uns eine Herzensangelegenheit, doch wir müssen davon auch leben können“, so Kerstin Lauterberg. Die Haftpflichtversicherung für eine Hebamme beträgt, so ihre Information, von diesem Sommer an 5200 Euro, und damit ist noch kein Ende erreicht. „Falls es ab 2015 keine entsprechende Versicherung mehr gibt, können und dürfen wir als Hebammen nichts mehr tun.“

Schon jetzt kann eine freiberufliche Hebamme auf den Inseln nicht von ihrer Arbeit leben. Für eine Geburt bekommen sie 280 Euro brutto, wobei im vergangenen Jahr auf den Inseln 58 Kinder geboren wurden. „Jede von uns muss nebenbei noch eine weitere Tätigkeit ausüben, und wir können froh sein, dass es uns dennoch möglich ist, stets einsatzbereit zu sein.“ Denn die drei Hebammen sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Bereitschaft. Dazu gehört nicht nur ihr Einsatz bei der eigentlichen Geburt. Viel mehr betreuen sie die Frauen während und nach der Schwangerschaft, machen Hausbesuche und noch einiges mehr. Nicht nur für die Insulanerinnen ist die Anwesenheit einer Hebamme von Bedeutung. Auch die Betreuung schwangerer Urlauberinnen steht auf der Tagesordnung. „Viele von ihnen würden in dieser Zeit Föhr und Amrum meiden, gäbe es hier keine fachkundige Betreuung“, kann Kerstin Lauterberg berichten.

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