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Insel-Bote

11. Dezember 2017 | 20:34 Uhr

In wyk : Innenstadt bleibt im Advent dunkel

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der „Pact“ für die Weihnachtsbeleuchtung ist gescheitert. Die alten Lichtersterne sollen im Depot bleiben.

In den zurückliegenden Wochen deutete schon einiges darauf hin (wir berichteten), nun ist es amtlich: Die Pact-Initiative für die Wyker Weihnachtsbeleuchtung ist gescheitert. Im Mai hatte der eigens hierfür gegründete Verein „Initiative Innenstadt Wyk“ bei der Stadt einen Antrag auf Durchführung des Beteiligungsverfahrens nach dem Gesetz über die Einrichtung von Partnerschaften zur Attraktivierung von City-, Dienstleistungs- und Tourismusbereichen (Pact-Gesetz) gestellt, um die Finanzierung und Organisation der Weihnachtsbeleuchtung in der Wyker Innenstadt zu optimieren. Die alljährliche Weihnachtsbeleuchtung sollte in Zukunft über Pact finanziert werden, die Stadt zur Erreichung dieses Zieles von allen Grundstückseigentümern einen zweckgebundenen Beitrag erheben.

Die betroffenen Grundeigentümer wurden in einem formellen Verfahren unterrichtet. Insgesamt wurden 250 Betroffene angeschrieben. Wer nicht einverstanden war, konnte dem Antrag innerhalb eines Monats widersprechen. Je Grundstück durfte allerdings nur eine Stimme abgegeben werden. Das Ergebnis des Beteiligungsverfahrens liegt nun vor und ist für die Initiatoren ernüchternd. Von den 114 betroffenen Grundstücken haben 50 Eigentümer dem Antrag schriftlich widersprochen. Nach den Vorschriften des Gesetzes darf die Abgabensatzung jetzt von der Stadtvertretung nicht beschlossen werden. Dies wäre nur dann zulässig gewesen, wenn weniger als ein Drittel widersprochen hätte.

Offenbar, so glauben der Vorsitzende des Vereins, Peter Potthoff-Sewing, und sein Stellvertreter Bernd Wigger, war bei den Grundstücksbesitzern die Meinung zu verbreitet, dass man ja bereits Fremdenverkehrsabgabe zahle, die dazu diene, einen Teil der öffentlichen Tourismusaufwendungen zu tragen. Und so könne dieses Geld für die Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung genutzt werden.

„Mehr als 30 Prozent der Betroffenen waren dagegen, und damit ist Pact in dieser Stadt Geschichte“, so Bernd Wigger. Für den Vorsitzenden des Handels- und Gewerbevereins (HGV), der sich Jahr für Jahr die Hacken abgelaufen hat, um Geld für die weihnachtliche Illumination einzutreiben, unverständlich. Denn die Neinsager, so Wigger, hätten mit ihrem Votum deutlich gemacht, dass eine Weihnachtsbeleuchtung in einer für fünf Jahre gesicherten Finanzierung nicht erwünscht sei. Fünf Jahre, so bedauert Wigger, in denen mit der Politik eine noch weitergehende Vereinbarung hätte ausgehandelt werden können.

„Klinkenputzen wie in den Vorjahren kommt nicht mehr infrage“, betont Wigger, zumal die derzeitige Beleuchtung nicht zukunftsfähig sei. Die Chance, ein neues Beleuchtungssystem mit kostengünstigeren LED-Birnen anzuschaffen, sei damit vertan. „Denn das ist mit zwei, drei Euro nicht getan“, so Wigger. Das Thema werde auf der Tagesordnung der Jahresversammlung des HGV stehen kündigt Wigger an. Und dann könnten die Mitglieder entscheiden. Sonderleistungen wie sie in den vergangenen 20 Jahren erbracht worden seien, um die Weihnachtsbeleuchtung zu finanzieren, wolle in Zukunft aber sicher keiner mehr. „Entweder machen es alle oder keiner“ erklärt Wigger.

Es sei allerdings nicht auszuschließen, so Potthoff-Sewing, dass sich Geschäftsleute zusammenfinden und vereinzelt Lichter aufhängen. Dies könne sich aber nur auf den Sandwall beschränken, wo die Sterne lediglich zu 30 Prozent dem HGV gehören und zu 70 Prozent den Geschäftsleuten. Die übrigen Lichtersterne in der Innenstadt seien in der Obhut des HGV und sollen nicht instand gesetzt werden. Jeder, der sie nutzen möchte, müsste folglich in Vorleistung treten und selbst Gelder eintreiben. Und das, da sind sich beide sicher, sei nicht zu erwarten. Die City wird also wohl in dieser Weihnachtszeit dunkel bleiben.

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