Neue Attraktion in Utersum : Im rollenden Heim fast an den Strand

Die Nachfrage nach den aktuell 24 Stellplätzen ist groß.
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Die Nachfrage nach den aktuell 24 Stellplätzen ist groß.

Jenny und Jan Sörensen atmen auf: Sechs Jahre nach den ersten Vorbereitungen konnten sie ihren Wohnmobil-Campingplatz eröffnen.

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04. Juli 2015, 13:00 Uhr

Lange ist es her, dass Jenny und Jan Sörensen aus Utersum erstmals mit der Idee konfrontiert wurden, einen Wohnmobil-Campingplatz zu betreiben. Nun, sechs Jahre später, ist es soweit, haben die ersten rollenden Wohnungen ihre (Vor-)Zelte am Strunwai aufgeschlagen.

Zwar waren die frisch gebackenen Touristik-Unternehmer nicht nur einmal der Verzweiflung nahe, wenn wieder mal alle Räder stillzustehen schienen, doch Jan Sörensen zeigt auch Verständnis. Immerhin musste der Regionalplan geändert werden, der bis dahin einen Campingplatz auf Föhr nicht vorgesehen hatte. Es folgte die Änderung des Flächennutzungsplans und schließlich die Erstellung des Bebauungsplans. Dazu kam das Planungsbüro, mit dem man nicht zufrieden war und das zwischenzeitlich gewechselt wurde. Doch das ist alles Schnee von gestern und Sörensen froh, „dass die Gemeinde und die gesamte Insel uns während der ganzen Zeit unterstützt haben“.

Froh darüber, dass es endlich losgeht, sei auch die Gemeinde, berichtet Utersums Bürgermeister Joachim Lorenzen. „Die anfängliche Sorge der Vermieter, dass mit dem Platz eine Kokurrenz entsteht, hat sich gelegt. Denn es kommt eine ganz andere Klientel, die die Insel sonst nicht angesteuert hätte.“ Und auch der Respekt vor dem erhöhten Verkehrsaufkommen ist gewichen. Einmal angekommen, stehen die teils riesigen Fahrzeuge auf dem Platz. Genutzt wird dann das Fahrrad oder – bei Wohnmobilen der gehobenen Preisklasse – der mitgeführte Kleinwagen.

Längst ist der Platz nicht fertig, doch die vielen Nachfragen zwangen zur schnellen Eröffnung. Derzeit ist die Wasserver- und entsorgung an jedem Stellplatz ebenso gewährleistet wie die Stromversorgung. Abgerechnet wird über ein Kartensystem. Eine moderne und erweiterbare Variante, berichtet Jenny Sörensen, „die Gäste brauchen kein Bargeld und empfinden das als sehr angenehm“.

Noch nicht verfügbar ist der Sanitärbereich, der einer Rohbaustelle gleicht, auf der Jan Sörensen fleißig werkelt. Es ist generell die Marschroute des Familienunternehmens, das von den Eltern aus der Taufe gehoben und in späteren Jahren mit den Söhnen komplettiert wird, möglichst viele Arbeiten selbst zu erledigen. Für diese Saison haben die Betreiber zwei Duschcontainer gemietet, ein Provisorium, das von den Gästen gut angenommen wird. Überhaupt scheint es, als hätten die Wohnmobil-Inhaber nur auf den Platz in Utersumer Strand- und Dorfnähe gewartet, der bereits in der Top-Liste eines Fachmagazins erwähnt wird und sich offenkundig großer Nachfrage erfreut.

Den Sanitärbereich will Jan Sörensen mit Beginn der Saison 2016 fertiggestellt haben. Acht komplette Bäder soll dieser umfassen, und ein barrierefreies; dazu kommt die gleiche Anzahl Toiletten. Eine großzügige Planung, mit der sich die Sörensens für die Zukunft rüsten. Denn momentan werden 24 Stellplätze für die rollenden Eigenheime angeboten, in späteren Jahren sollen es einmal doppelt so viel sein.

2017 soll der Aufenthaltsbereich folgen, der anfangs mit Getränkeautomaten und später mit einem Kiosk ausgestattet werden könnte. „Ich denke, wir werden uns in den nächsten Jahren auch an den Wünschen unserer Gäste orientieren“, schaut Jan Sörensen voraus. Auf jeden Fall soll es auf dem Gelände einen Grillplatz, einen Spielplatz für die Nachwuchs-Camper und einen Hundegarten geben.

Zeit hat Jan Sörensen nun keine mehr, der die Maurerkelle aus der Hand gelegt und den Rasenmäher geentert hat. Ein Wohnmobilplatz ist gerade unbelegt und die Gelegenheit günstig.

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