Holi-Beach auf Föhr : Im Farbenrausch am Wyker Strand

Countdown zu jeder Stunde: Jubelnd wurden die Farbbeutel in die Höhe geworfen.
Countdown zu jeder Stunde: Jubelnd wurden die Farbbeutel in die Höhe geworfen.

Outdoor-Spektakel liegt voll im Trend. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene haben ihren Spaß.

shz.de von
30. Juli 2018, 08:30 Uhr

Der Föhrer Strand bot am vergangenen Sonnabend allen, vor allem jüngeren Gästen und Einheimischen, eine Open-Air-Veranstaltung der besonders bunten Art, das in einem abgesperrten Areal vor dem Wellenbad für beste Stimmung und reges Treiben sorgte.

Ob in Badebekleidung oder mit vorzugsweise weißem Sommeroutfit, um die Farbenpracht besser zur Geltung zu bringen: Über den Tag verteilt tanzten gut 2000 Feierfreudige zu lauter Musik und sprangen im Stundentakt – nach Countdown-Aufruf des Discjockeys – aus der Hocke in die Höhe. Jubelnd und mit hochgerissenen Armen wurden dabei Farbpulverbeutel zerrissen, deren Inhalt die Luft und die Akteure in ein buntes Farbenmeer verwandelten.

Sozialer Status, Alter, Gast oder Einheimischer – Unterschiede verflüchtigen sich im Farbnebel – alle sind bunt und laut, alle sind gleich. Ganz so, wie bei einem der ältesten Feste Indiens, dem traditionellen Frühlingsfest Holi, dessen Ablauf und Grundgedanke für dieses Open-AirEvent adaptiert wurde. Dort wird bei Vollmond der Sieg des Frühlings über den Winter, der Triumph des Guten über das Böse ausgelassen gefeiert. Man besprengt und bewirft sich gegenseitig mit farbigem Wasser und gefärbtem Puder, dem Gulal, ursprünglich aus heilend wirkenden Blüten, Wurzeln und Kräutern hergestellt.

Am Föhrer Strand kam ausschließlich Farbpulver aus Maisstärke, gefärbt mit Lebensmittelfarben zum Einsatz, das beim Veranstalter direkt vor Ort erworben wurde. Somit stellte man sicher, dass es sich um geprüftes, gesundheitlich unbedenkliches, nicht staubexplosionsfähiges Material handelte und kein selbstmitgebrachtes Pulver ein Risiko darstellen konnte. Gesundheit und Umwelt wurden so bestmöglich geschützt. Das Farbpulver durfte nur im vorbereiteten Areal geworfen werden, die leeren Beutel wurden direkt eingesammelt.

Zum Schutz der Augen und Atemwege gab es blaue Sonnenbrillen und Atemschutzmasken, da, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Schleimhautreizungen durch den Feinstaub nicht ausgeschlossen werden können. Zur Freude des Veranstalters und der Wyk auf Föhr Touristik GmbH (WTG) kam es zu keinem gesundheitlichen Zwischenfall.

Allerdings mussten der Spaß am späten Nachmittag wegen eines Gewitters unterbrochen und der Strand geräumt werden. Während auf Langeneß der Blitz einschlug und einen Brand verursachte, gab es am Föhrer Strand keinen Zwischenfall. Die „bunten Gäste“ warteten den Regenguss im Wellenbad und Aquamarin ab und feierten anschließend weiter, um gegen 22 Uhr mit Handylicht und Feuerzeugflammen das Holi-Beach-Fest zu beenden.

Bereits gestern Morgen war das Spektakel nur noch Erinnerung: Eine externe Reinigungsfirma und zahlreiche Helfer der WTG hatten ganze Arbeit geleistet. Und die Badegäste hatten ihren Strand wieder ganz für sich.

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