Silvester auf den Inseln : „Ich hoffe, dass es ruhig bleibt“

Das Abfeuern von Raketen ist auf Amrum verboten und auf Föhr nur an Stränden und Deichen mit Einschränkungen erlaubt.
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Das Abfeuern von Raketen ist auf Amrum verboten und auf Föhr nur an Stränden und Deichen mit Einschränkungen erlaubt.

Knallkörper und Reetdächer vertragen sich nicht: Insulaner haben sich in den vergangenen Jahren überwiegend an die Regeln gehalten.

shz.de von
30. Dezember 2017, 13:00 Uhr

„Es ist ruhiger geworden, das muss man ganz klar sagen.“ Jörg Carstensen, stellvertretender Amtswehrführer und Feuerwehrmann in Wyk, klopft drei Mal auf Holz, wenn er an die Jahreswechsel in den letzten Jahren zurückdenkt: „Die Leute wissen, wo sie an Silvester knallen dürfen, und wo nicht. Und eigentlich halten sie sich auch daran. Deshalb ist auch in den letzten Jahren nicht groß etwas passiert.“

Die Regeln für das Silvesterfeuerwerk auf Föhr sind klar: Ausschließlich an den Stränden und Deichen der Insel darf Pyrotechnik gezündet werden, und das auch nur mit einem Sicherheitsabstand von 200 Metern zu in der Nähe stehenden Bebauungen. „Das ist auch eine gute Regelung. Wer will, lässt dort seine Böller los, sonst ist es auf der Insel ruhig.“ Und die große Mehrheit der Insulaner und Urlauber halte sich auch an die Regel: „Ja, einige lassen auch immer in der Marsch etwas los und zünden da ihre Knaller. Aber die sind dann auch so rücksichtsvoll und halten sich von Reetdächern fern, für die Raketen ja mit die größte Gefahr sind.“ Wirklich stören tut Carstensen das Knallen in der Marsch deshalb nicht: „Die Leute sind ja vernünftig.“

Entsprechend positiv sieht die Silvesterbilanz der letzten Jahre aus: „Vor vielen Jahren hat mal ein Haus gebrannt, von dem wir glauben, dass das durch eine Rakete passiert ist. In den letzten Jahren haben wir aber immer unsere Ruhe gehabt.“ Weshalb Carstensen dem Silvesterabend gelassen entgegensieht. Er selbst hält übrigens nicht viel vom Knallen, verbringt den Abend lieber gemütlich mit der Familie.

Vor diesem Hintergrund wäre Amrum für Jörg Carstensen der perfekte Silvester-Ort. Denn hier herrscht, anders als auf Föhr, auf der gesamten Insel Böllerverbot: „Nirgendwo darf geknallt werden, das ist strengstens verboten“, sagt Claudia Motzke, Ortswehrführerin der Freiwilligen Feuerwehr Süddorf-Steenodde: „Bei den Reetdächern auf der Insel reicht eine Rakete, und das Haus brennt lichterloh. Wer unbedingt knallen möchte, muss das auf dem Festland machen.“ Verständnis hat Motzke nur bei der Zündung von kleinem Kinderfeuerwerk. „Aber viele Gäste kommen ja über den Jahreswechsel nach Amrum, um die Ruhe zu genießen. Gerade für Familien mit Hund ist es hier natürlich super, dann erschrecken sich die Tiere nicht.“

Dass sich nicht alle an das Verbot halten, weiß auch die Wehrführerin. Aber nur wenige würden an einigen ungefährlichen Ecken knallen, die meisten fänden sich mit dem Verbot ab. Auch deshalb sei in den letzten Jahren auf Amrum nie etwas passiert: „Bei uns war es an Silvester bisher immer ruhig, und ich hoffe, dass das so bleibt.“

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