Hanse-Swing-Project : Hommage an Duke Ellington

Genießen die Atmosphäre im Kurgartensaal: Die Musiker um Sängerin Kathrin Hinneburg.
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Genießen die Atmosphäre im Kurgartensaal: Die Musiker um Sängerin Kathrin Hinneburg.

Mit Song-Klassikern des „Duke“ trat das Jazz-Ensemble auf Föhr auf. Gute alte Bekannte, die bereits ihren neunten Insel-Besuch absolvierten.

shz.de von
07. Januar 2015, 20:00 Uhr

Mit Song-Klassikern von Duke Ellington trat das Hanse-Swing-Project auf Föhr auf. Gute alte Bekannte, die bereits ihren neunten Insel-Besuch absolvierten.

Stammgäste also, die allerdings weit entfernt von Langeweile oder Routine seien, wie Schlagzeuger Wolf Grezesch, der das Jazz-Ensemble vor elf Jahren in Bremen gegründet hatte, betont. Begeisterung sei das richtige Wort, die in der entspannten Atmosphäre im Kurgartensaal und der Bereitschaft der Zuhörer, sich auf das Konzept des Quintetts einzulassen, begründet ist.

Dabei war es durchaus ein kleines Wagnis, das die Musiker (neben Wolf Grezesch die Sängerin Kathrin Hinneburg, der Pianist Andreas Hinrichs, der Saxophonist Olaf Barkow und der Kontrabassist Moritz Zopf) mit dem Ellington-Projekt eingegangen sind, nachdem zuvor Cole Porter oder Gershwin im Mittelpunkt der Konzerte gestanden hatten – mit zahlreichen Standards mit Ohrwurmcharakter. Dass sie dennoch alles richtig gemacht hatten, dafür sprach die Begeisterung der Besucher des Kurgartensaals. „Spontane ‚standing ovations’ nach unseren Zugaben – was will ein Musiker mehr?“, sieht Grezesch das Konzept bestätigt.

Es ist das Markenzeichen der Gruppe, sich intensiv mit der Geschichte ihrer jeweiligen Protagonisten auseinanderzusetzen. So wurden auch im Fall Ellington unterhaltsame, zum Teil äußerst amüsante Episoden zusammengetragen und dem Publikum zwischen den Songs vermittelt. Moritz Zopf etwa begleitete pantomimisch die Geschichte, wie Duke Ellington in den 1920-er Jahren mit Hilfe des den legendären Cotton-Club in New York beherrschenden Verbrechersyndikats verpflichtet wurde.

Ein Spaß für die Besucher und die Akteure gleichermaßen, bei dem die Musik nicht zu kurz kam. Die Band nutzte ausgiebig das breit gefächerte Angebot, das die musikalische Lebensgeschichte von Ellington als „echtem“ Jazzer bietet. Mit den instrumental gebotenen Fassungen von „Take The A-Train“ oder „Caravan“ etwa, und der aus Sicht Wolf Grezeschs nicht zu überbietenden Fassung von „Come Sunday“ durch Sängerin Kathrin Hinneburg. „Sie vermittelte das Gefühl, man befände sich mitten im Gottesdienst im schwärzesten Teil von Harlem.“

In den können die Musiker den Kurgartensaal auch mit ihrem nächsten Auftritt verwandeln. Das Jubiläum könnte am 29. Dezember stattfinden und Wolf Grezesch sich ein „Best of“ sehr gut vorstellen.

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