Gemeinsam für Föhr : Hoffnung auf eine neue Chance

Mehr Gäste für die Insel zu begeistern, ist das Ziel.
Mehr Gäste für die Insel zu begeistern, ist das Ziel.

Informationsveranstaltung des Tourismusverbandes: Projektgruppe soll ins Boot geholt werden und als Schnittstelle zwischen Politik und Bevölkerung dienen.

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26. Mai 2015, 09:00 Uhr

Eine „Projektgruppe Tourismus“ mit ins Boot zu holen, ist erklärtes Ziel des neuen Tourismusverbandes Föhr. Diese soll als Schnittstelle zur Bevölkerung und – besetzt mit sogenannten Leistungsanbietern, also all jenen, die in irgendeiner Form mit dem Tourismus zu tun haben – als Diskussionsplattform dienen, um sicherzustellen, dass Impulse, Ideen und Anregungen den Zweckverband auch erreichen. Eine solche Gruppe zu gründen, hatte der Verbandsvorsitzende Till Müller zu einem ersten Informationsgespräch in den Kurgartensaal geladen.

Wirkliche Aufbruchsstimmung war kaum zu spüren, zu groß war die Skepsis nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre. Denn Bemühungen, Anregungen aus der Bevölkerung in die Entscheidungs- und Ideenabläufe der touristischen Entwicklung auf Föhr einzubringen, hat es viele gegeben. Müller musste überzeugen, und er tat dies engagiert. Nicht nur Infrastruktur-, sondern auch Marketingfragen sollen im Fokus stehen, betonte der Vorsitzende. Wobei die Eigenständigkeiten der Gemeinden unangetastet bleiben sollen. Allerdings soll der Zweckverband als übergreifendes Gremium darauf hinwirken, „dass nicht jede Gemeinde ihr eigenes Süppchen kocht, sondern im Austausch untereinander gemeinsame Projekte anschiebt“. Ein Prozedere, das im Idealfall mit Ideen aus der Bevölkerung angereichert werde. Die wiederum vom Sprecher der Projektgruppe, der zu allen Sitzungen des Zweckverbandes eingeladen werden soll, vorgestellt werden.

Nicht viel Neues, denn im Zuge der jahrelangen Querelen zwischen der Stadt, den Föhr-Land-Gemeinden und der FTG waren bereits viele Leistungsträger mit dem Ziel, Ideen einzubringen, in diversen Arbeitskreisen tätig. „Teilweise von der FTG geführt oder begleitet“, betonte Bernd Wigger, und ohne Auswirkungen. Auch Axel Meynköhn, Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei, verwies auf die „in irgendeinem Leitz-Ordner bei der FTG abgehefteten intensiven und engagierten Beiträge“ und warnte vor überzogenen Erwartungen. Meynköhn befürchtet, dass sich die Erfahrungen wiederholen und die Ergebnisse der Projektgruppe die Adressaten wiederum nicht erreichen. Die Kritik des Reederei-Chefs richtet sich insbesondere an die Größe des Zweckverbandes, der mit den Bürgermeistern der Gemeinden und den Vertretern der Stadt Wyk aus 22 Personen besteht. Da würden die vorgetragenen Ideen eines Mitgliedes der Projektgruppe kaum Gehör finden.

Abhilfe soll hier eine gravierende Änderung schaffen, denn der Verband wird, so Till Müller, die Projektgruppe auf eine politische Ebene heben, um ein Verpuffen der Ergebnisse zu verhindern. So werde der Sprecher nicht nur zu den Sitzungen eingeladen, um die Ideen vorzustellen. Vielmehr soll er wie die 22 Mitglieder des Gremiums bei allen öffentlichen Tagesordnungspunkten Mitspracherecht haben, in die Aufstellung der Tagesordnung einbezogen werden und auch eigene Vorschläge machen dürfen. „Angestrebt wird größtmögliche Transparenz.“

Während für Meynköhn die Veranstaltung vorrangig dazu diente, „die Kleinteiligkeit auf Föhr zu zementieren und zwölf Gemeinden mit 110 Volksvertretern und zwölf Bürgermeistern zu erhalten“, sahen die übrigen Teilnehmer in dem neuerlichen Anlauf eine Chance. So sagte Tourismus-Chef Jochen Gemeinhardt zu, in den FTG-Archiven nach den verschollenen Ideen zu forschen, und bereits am 8. Juni will man sich erneut treffen und einen Sprecher wählen. Diese Funktion hat bis dahin Peter Boy Weber übernommen.

Till Müller zeigte Verständnis für die angestaute Frustration und setzt auf die bessere Einbindung in die politischen Entscheidungsgremien. „Ich hoffe, dass die Vorschläge und Anregungen der Arbeitsgruppen künftig dort ankommen, wo sie gehört werden müssen.“

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