In Wyk : Hoffen auf ein glückliches Ende

Die Halle wurde vom Kreisbauamt vorerst geschlossen.
Die Halle wurde vom Kreisbauamt vorerst geschlossen.

Die Zukunft der Nationalparkhalle stehtheute auf der Tagesordnung der Stadtvertretung. Die Grünen beantragen die Wahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters.

von
28. Mai 2015, 08:00 Uhr

Heute Abend wollen die Stadtvertreter über die weitere Vorgehensweise in Sachen Nationalparkhalle entscheiden. Steffen Radtke, einer der Eigentümer, hatte sich zu einer Rücknahme bereit erklärt, aber auch eine Nachbesserung und damit die aus Sicht der Stadtvertreter bessere Option in Aussicht gestellt. Die die Stadt ziehen will, sofern alle baurechtlichen und brandschutztechnischen Voraussetzungen erfüllt und vom Kreis abgenommen werden.

Dass die entstehenden Kosten beim Verkäufer liegen müssen und die Halle keinen Cent teurer werden darf, betont Peter Schaper (SPD). Dann sei der Vertrag zu erfüllen und seine Partei werde sich der demokratischen Entscheidung auch weiterhin anschließen. Denn die SPD hatte nicht nur gegen den Kauf der Halle gestimmt, sondern auch stets eingefordert, so Schaper, „im Vorfeld zu klären, was wir kaufen“. Auch, dass das geforderte Wertgutachten vom Verkäufer in Auftrag gegeben wurde, habe seine Partei für bedenklich gehalten und nicht gewollt. Ein eigenes Gutachten wäre sinnvoll gewesen, oder eine Begehung der Halle mit einem Fachmann.

Mahnende Worte, doch die Stadt brauchte eine Veranstaltungshalle und deren Vertreter wollten zugreifen. Die Vertragsverhandlungen und der Abschluss allerdings seien äußerst naiv geführt worden, betont Till Müller (Grüne). „Fachleute vom Bauamt oder Stadtvertreter waren nicht dabei und das ist unverständlich.“

Dass Letztere sich für den Kauf einer funktionsfähigen Veranstaltungshalle ausgesprochen hätten, betont die Kommunale Gemeinschaft (KG) in einer Presseerklärung. Ein Begriff, der durch die aufgetretenen Mängel ad absurdum geführt werde und der zudem im Kaufvertrag nicht vorkomme, sondern von Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen aus dem Gutachten abgeleitet worden sei. Es müsse aufgeklärt werden, warum die erheblichen Mängel erst nach dem Kauf festgestellt wurden, und erreicht werden, dass möglichst zeitnah eine funktionsfähige Veranstaltungshalle zur Verfügung steht.

Mehr Verständnis zeigt Claudia Andresen (CDU), die „wirklich große Sachen“ auf der Liste nicht ausmacht. Und überzeugt ist, dass davon, dass überhaupt Nachbesserungen zu tätigen sind, alle Beteiligten inklusive Steffen Radtke überrascht waren.

„Dumm gelaufen“, zielt Peter Schapers Fazit mehr in Richtung Politik. „Wir haben davor gewarnt, sich blauäugig in ein Abenteuer zu stürzen, nur weil man die Halle unbedingt haben will.“ Nun komme das böse Erwachen, sei das Kind in den Brunnen gefallen.

„Die Kuh vom Eis zu holen“, wie Steffen Radtke es angekündigt hatte, dafür könnten die Weichen bereits heute Abend gestellt werden. Nicht der einzige spannende Tagesordnungspunkt, denn, geht es nach den Grünen, wird demnächst wieder ein hauptamtlicher Bürgermeister ins Amtsgebäude einziehen. Der Antrag ist gestellt, über den in der heutigen Sitzung ebenfalls entschieden werden soll. Es bestehe kein Zusammenhang, betont Müller, allerdings sei die aktuelle Situation eines von vielen Symptomen, an denen sich ablesen lasse, dass Laien diese Position nicht sinnvoll ausfüllen könnten.

„Die Erfahrungen der letzten acht Jahre haben gezeigt, dass eine effektive und erfolgreiche Wahrung der städtischen Interessen im Rahmen einer solchen ehrenamtlichen Tätigkeit nicht im notwendigen Umfang gewährleistet ist“, heißt es in dem Antrag.

Eine Auffassung, der sich die übrigen Fraktionen anschließen, Peter Schaper und Claudia Andresen kritisieren allerdings den Zeitpunkt. Eine Übergangszeit sei sinnvoll, damit aktuelle Baustellen abgearbeitet werden können. Viel habe sich durch die Querelen um die Föhr Tourismus GmbH aufgestaut, verweist Andresen auf die Probleme um die Neugestaltung des Tourismus-Unternehmens selbst, die Verhandlungen über das geplante Hotel am Südstrand und das Baugebiet am Kortdeelsweg, mit dem man gut vorankomme. „Ich denke, es ist wichtig, etwas zu Ende zu bringen“, weshalb das Ende der Wahlperiode der bessere Zeitpunkt für den Einstieg eines hauptamtlichen Bürgermeisters wäre, der dann mit den neuen Stadtvertretern durchstarten könne.

Inhaltlich richtig, sagt auch Schaper, allerdings sei das Thema noch längst nicht ausdiskutiert. Es gebe in dieser Frage zu viele Facetten, und ob ein professionelles Stadtoberhaupt fehlerfrei sei, müsse sich erst noch erweisen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen