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AUf Föhr : Hölzerne Schöne in neuem Gewand

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Sie war acht Jahre lang Wind und Wetter ausgesetzt. Jetzt musste die Galionsfigur an der Außenwand des Wyker Friesenmuseums restauriert werden.

shz.de von
erstellt am 16.Jul.2017 | 12:15 Uhr

Auch an Galionsfiguren nagt der Zahn der Zeit. Das erfuhr nicht nur die Figur, die nach dem Untergang der „Ulpiano“ im Jahr 1870 gerettet wurde und auf nicht mehr bekannten Wegen ins Wyker Dr.-Carl-Häberlin-Friesenmuseum gelangte, sondern auch ihre „jüngere Schwester“, die Newton Hansen im Jahr 2008 dem Museum gestiftet hat und die ihren Platz draußen, neben dem Museumseingang, gefunden hatte. Sie musste jetzt heruntergeholt und aufwändig restauriert werden. Nun steht die Frauenfigur wieder auf ihrem Platz und hat sogar Augen bekommen, mit denen sie in die Ferne blickt.

Wann die Galionsfigur der spanischen Bark „Ulpiano“, die auf ihrer Jungfernfahrt auf Süderoog-Sand strandete, nach Föhr kam, ist nicht genau bekannt. „Die Figur muss aber schon lange auf der Insel sein“, meint Jutta Kollbaum-Weber, die Leiterin des Friesenmuseums. Als 1908 das Museum gebaut wurde, ist für sie in der Wand extra eine Hausnische erstellt worden. Doch Wind und Wetter setzten diesem Überbleibsel der „Ulpiano“ dermaßen zu, dass sie draußen nicht hätte erhalten werden können, weshalb sie abgenommen wurde und seither im Treppenaufgang des Museums zu bewundern ist.

Newton Hansen, langjähriger Vorsitzender des Museumsvereins, stiftete dann die neue Galionsfigur, die von dem dänischen Holzbildhauer Povl Kjaer als Nachbildung erstellt worden ist. Diese neue Skulptur war mit Leinölfirnis bearbeitet worden, was dazu führte, dass nach wenigen Jahren der Schmutz nicht mehr entfernt werden konnte. „Die Figur bekam ein schwarzes Gesicht und sah sehr unschön aus“, berichtet Jutta Kollbaum-Weber. Über die Midlumer Restauratorin Birgit Hölzer konnte schließlich ein Kontakt zum Ehepaar Birgit und Claus Hartmann hergestellt werden. Die beiden haben sich auf der Weserinsel Harriersand als Schiffbildhauer niedergelassen und inzwischen fast 40 Galionsfiguren für Segelschiffe und Yachten hergestellt, sowie zahlreiche Figuren restauriert. Hier war die fast 85 Kilogramm wiegende Wyker Figur in besten Händen und wurde aufwändig restauriert.

Claus Hartmann hat dies akribisch festgehalten. Wie er schreibt, wurde die alte Farbe komplett abgeschliffen. Die Risse wurden dann mit Mehl aus Eichenholzstaub, das mit Polyurethanharz vermischt wurde, verspachtelt. Danach wurde die Figur fünf Mal grundiert, damit das Holz auch in der Tiefe konserviert wird. Dann erst wurde die Farbe, die nicht „knallig“ werden sollte, in drei Lagen aufgebracht. Abschließend wurde die Figur dann mehrmals mit Klarlack gestrichen. Damit sollen die Farben vor Seewasser und UV-Licht geschützt werden. Die ganze Prozedur, die vom Museumsverein und der Eilun-Feer-Stiftung bezahlt wurde, zog sich über ein halbes Jahr hin.

Doch nun hat die neue Galionsfigur ihren alten Platz wieder bezogen. Jutta Kolbaum-Weber wünscht sich nun noch, dass es irgendwann gelingen kann, auch das Schiffsbrett der „Ulpiano“ als Exponat ins Friesenmuseum zu bekommen.

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