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Wyk und Föhr-Land : Historische Bilder von der Insel

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Fielmann AG spendet dem Friesenmuseum 114 Fotografien von Theodor Möller. Sie werden ab Juli ausgestellt.

Fotografieren ist in Zeiten der digitalen Technik und der Handy-Kameras kein Hexenwerk mehr. Bei jeder Gelegenheit werden die kleinen Dinger aus der Tasche gezogen, einmal kurz auf den Auslöser gedrückt und fertig ist die Aufnahme. Die Gestaltung des Bildes und der Aufbau des Motivs sind dabei eher zweitrangig – lassen sich doch die Bilder ohne großen Aufwand kontrollieren und wieder löschen.

Ganz anders war dies vor über 100 Jahren, als der Fotochronist, Pädagoge und Heimatforscher Theodor Möller (1873 bis 1953) mit seiner Glasplattenkamera und ab den 1930-er Jahren mit einer handlicheren Rollfilmkamera unterwegs war, um Häuser und Landschaften Schleswig-Holsteins, das Kulturgut, das er verschwinden sah, im Bild festzuhalten. Möller orientierte sich an der Landschaftsmalerei seiner Zeit und bezeichnete die Kamera als seinen „Tuschkasten“, mit dem er eindrucksvoll durchkomponierte Bilder mit künstlerischem Anspruch schuf.

Über 6000 Negative sind im Archiv des Landesamtes für Denkmalpflege Schleswig-Holstein erhalten und darunter sind auch viele Bilder von Theodor Möller, die er bei seinen Aufenthalten auf Föhr auf die Platte gebannt hat.

Diese Aufnahmen wieder an ihren Entstehungsort zurückzubringen, hat sich Günther Fielmann auf die Fahnen geschrieben. Seit über 20 Jahren unterstützt er, wie es in einer Pressemitteilung heißt, Museen, Archive und andere Kultureinrichtungen in Deutschland, wofür jährlich zwischen 300  000 und 400  000 Euro aufgewandt werden. Alleine in Norddeutschland sind es 150 überwiegend kleinere Einrichtungen, die von der Fielmann AG gefördert werden. Dieser Kreis wurde nun um das Wyker Friesenmuseum erweitert, dessen Leiterin Jutta Kollbaum-Weber insgesamt 114 Fotografien, allesamt Handabzüge, aus dem Nachlass von Theodor Möller entgegennehmen konnte. Überreicht wurden sie von Jürgen Ostwald von der Fielmann AG, der gemeinsam mit Marion Bejschowetz-Iserhoht nach Wyk gefahren war.

Dass die Geschäftsführerin des Museumsverbandes Schleswig-Holstein und Hamburg mit auf die Insel kam, hat eine besondere Bewandnis: Günther Fielmann schenkt dem Friesenmuseum nämlich nicht nur diese Fotografien, sondern gleichzeitig auch eine Ausstellung dieser bisher zum größten Teil noch nie veröffentlichten Aufnahmen, deren Kuratorin Marion Bejschowetz-Iserhöht sein wird. Es steht bereits fest, dass die Eröffnung am 5. Juli sein wird, und dann werden diesen eindrucksvollen schwarz-weiß Bilder einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt.

Jürgen Ostwald verwies bei der Übergabe darauf, dass in der Zeit des Jugendstils sowie der Reform- und Heimatschutzbewegung, der sich Theodor Möller zugehörig fühlte, gerade die schleswig-holsteinische Westküste sich großer Wertschätzung erfreute. Man wisse, dass Möller im Jahr 1909 erstmals auf Föhr gewesen ist und bis Ende der 1930-er Jahre mehrmals zum Fotografieren auf die Insel kam. Dabei hat er die Motive auch zu Papier gebracht, was für den Betrachter nach über 100 Jahren besonders hilfreich ist.

Diese Ausstellung ist übrigens nicht die erste ihrer Art in Schleswig-Holstein, die von der Fielmann AG ermöglicht wird. „Unsere Unterstützung des Friesenmuseums wird auch nach der Ausstellung noch fortgesetzt.“ Dies betonte Jürgen Ostwald zum Abschluss seines Besuches in Wyk.

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erstellt am 02.Apr.2015 | 12:15 Uhr

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