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Föhr on Fire : Himmelsspektakel bricht alle Rekorde

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Hafenfest fand in diesem Jahr bei idealen Bedingungen statt. Vor allem das Musikfeuerwerk erwies sich als Besuchermagnet. Erstmals gab es anschließend eine dritte Sonderfähre nach Dagebüll.

Gegen 22.35 Uhr gingen die Lichter am Hafen aus, ein aufgeregter Herzschlag drang aus den aufgestellten Boxen. Unter den wartenden Gästen wuchs mit der Spannung auch die Ungeduld mit jeder Sekunde an. Als kurz darauf das diesjährige Föhr on Fire mit dem „Tote-Hosen“-Hit „An Tagen wie diesen“ eröffnet wurde und die „Catjan“ auf dem Wasser rot zu leuchten begann, herrschte fast Stille unter den Besuchern. Dann zog Joachim Schon, der das Programm für das Feuerwerk entworfen hatte, alle Register. Im Sekundentakt flogen die Böller in die Luft, um einige Augenblicke später ihre Ladung mit einer Explosion vor dem Nachthimmel freizugeben.

Es war die zehnte Auflage des Lichterzaubers beim Hafenfest, und bei der gab es eine Premiere: Zum ersten Mal hatte Schon zur Untermalung des Spektakels keine Rock-Klassiker, sondern neue deutsche Songs ausgewählt – neben den „Toten Hosen“ waren auch die Gruppe „Ich und Ich“ und Andreas Bourani dabei. „An Tagen wie diesen“ „So soll es sein, so kann es bleiben“ und „Ein Hoch auf uns“ – diese Liedauswahl versteht der Feuerwerkskünstler durchaus auch als Anspielung auf seine bisher zehn grandiosen Shows auf Föhr, in denen es, darin waren sich auch dieses Mal „Stammgäste“ von Föhr on Fire einig, immer wieder noch schönere Momente und noch tollere Effekte gibt.

Weniger begeistert waren viele von einer weiteren Neuerung: einer etwas langatmigen Begrüßung auf Friesisch und Deutsch. Kein gelungener Ersatz für die bisherige Ansage des Schauspielers und Synchronsprechers Christian Brückner, der das Publikum mit seiner Gänsehaut-Stimme stets direkt in das Geschehen am Himmel hineingezogen hatte.

Nach rund zehn Minuten ohne große Feuerpause war dann alles schon wieder vorbei. Die Menschen strömten aus dem Hafenbereich und innerhalb einer Viertelstunde war der Großteil des Fähranlegers wieder frei. Kurz zuvor hatten sich hier noch viele tausend Menschen so dicht wie noch nie gedrängt, um das alljährliche Spektakel aus Feuer, Farben und Musik aus bestmöglicher Perspektive verfolgen zu können. Wer gegen halb elf noch versuchte, auf das Hafengelände zu gelangen, hatte schlechte Karten. Ein Durchkommen war kaum noch möglich.

Nach dem Feuerwerk ging die Party auf der Alten Mole noch weiter. Die „Supreme“-Band hatte bereits vor dem Höhepunkt des Abends mächtig Stimmung gemacht und machte anschließend nahtlos da weiter, wo sie aufgehört hatte.

Das diesjährige Hafenfest hatte aber mehr zu bieten als gute Laune und viel Krach: Bereits am Freitag hatte „Boerney“ mit seinen „TriTops“ einen erstklassigen Start ins Wochenende geliefert und vor rund 2000 Menschen mächtig Stimmung gemacht.

Der Sonnabend begann dagegen ruhiger. Der neue Seenotrettungskreuzer „Ernst-Meier-Hedde“ stellte sich erstmals dem Föhrer Publikum vor, die „Sylt“ der Küstenwache stand zur Begehung parat und die Wyker Feuerwehr stellte auf der Westkaje ihre Ausrüstung und Arbeit vor. Nicht nur rund um den Binnenhafen, sondern auch auf dem Wasser herrschte dann nachmittags beim Entenrennen des TuS Osterland-Föhr Betrieb. Viele quietschegelbe Gummi-Entchen schwammen, mit Losnummern versehen, um die Wette, der Erlös des Spektakels soll wieder einem gemeinnützigen Projekt auf der Insel gespendet werden.

Und dann am Abend: der Höhepunkt. An die 18  000 Menschen verfolgten das Feuerwerk am Hafen, etliche weitere von zuhause oder vom Strand aus – ein neuer Besucherrekord. Von Jahr zu Jahr wird die Veranstaltung auch für Besucher vom Festland attraktiver. Erstmals reichten zwei Fähren nicht aus, um die Tagesgäste nach dem Spektakel wieder zurück nach Dagebüll zu bringen, spontan musste die Wyker Dampfschiffs-Reederei um 0.45 Uhr noch ein drittes Schiff einsetzen. „Nächstes Jahr werden wir spezielle Tageskarten für das Feuerwerk ausgeben, um das besser planen zu können“, kündigte deren Chef Axel Meynköhn noch am Abend an.

Gut 3000 Menschen waren vom Festland zum Föhrer Feuerwerk nach Föhr gefahren, 127 Passagiere transportierte die „Hauke Haien“ außerdem zurück nach Amrum. Und nicht nur auf Föhr wurde das Lichterspektakel bewundert. Viele Feuerwerk-Fans hatten sich einen „Logenplatz“, allerdings ohne Musik, am Dagebüller Deich gesichert und selbst von den oberen Etagen des Niebüller Krankenhauses aus war das Föhrer Feuerwerk in der sternenklaren Nacht noch zu sehen.

Für den neuen Wyker Tourismus-Chef Jochen Gemeinhardt war es das erste Hafenfest, das er zu verantworten hatte, und er war positiv überrascht: „Viele Leute hatten mir im Vorfeld begeistert vom Feuerwerk berichtet und so war es auch: Wirklich klasse!“ Natürlich lag der Erfolg zu einem guten Teil auch beim Wetter „So ein Wetter hatten wir glaube ich lange nicht. Dass von morgens bis Abend die Sonne geschienen hat, war natürlich genial.“ Und auch von Joachim Schon war zu hören, dass er von der diesjährigen Show begeistert war, die Wetter- und Windbedingungen so ideal gewesen seien, wie noch nie. „Es hat einfach alles gestimmt“, freute sich der Feuerwerker.

Jochen Gemeinhardt hob auch die Rolle der vielen ehrenamtlichen Helfer beim Hafenfest hervor. „Sei es Feuerwehr, Wasserschutzpolizei oder die Kollegen von der Organisation: Ohne die wäre das alles nicht möglich gewesen.“ Zudem sprach er von einem Imagegewinn für die Insel: „Wir haben jetzt viele Tagestouristen gehabt, die vielleicht für mehrere Tage wiederkommen.“

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