Schleswig-Holstein Musik Festival : „Himmelsgesänge“ im Friesendom

Dirigent Philipp Ahmann und seine Musiker machten mit einer eher unbekannten Seite des russischen Komponisten Peter Tschaikowsky bekannt.
Dirigent Philipp Ahmann und seine Musiker machten mit einer eher unbekannten Seite des russischen Komponisten Peter Tschaikowsky bekannt.

Standing Ovations: Der NDR-Chor und der Cellist Julian Steckel begeisterten das Publikum in der Nieblumer St.-Johannis-Kirche.

shz.de von
20. Juli 2015, 06:45 Uhr

Im letzten Jahr gab es beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) eine Chornacht mit dem NDR-Chor, die Engel als Schwerpunkt hatte. Und auch dieses Jahr blieb man fernab der Erde: „Himmelsgesänge“ war das Thema des Nieblumer SHMF-Konzertes. Am Freitagabend präsentierte der NDR-Chor unter der Leitung von Philipp Ahmann sein Programm mit dem Schwerpunkt Peter Tschaikowsky. Das Publikum im nicht ganz voll besetzten Friesendom lernte eine neue Seite des russischen Komponisten kennen, der im Mittelpunkt des diesjährigen Festivals steht: Statt der bekannten Symphonien konnte man Kirchenmusik bestaunen, die jedoch zu Lebzeiten des Komponisten kaum Beachtung fand.

Neben dem Chor trat noch der Cellist Julian Steckel auf. Der international anerkannte und begehrte Solist musizierte nach 2013 bereits zum zweiten Mal auf der Insel und ist immer noch von der Akustik in der St. Johannis Kirche beeindruckt: „Für diese Musik ist die Kirche perfekt. Der Klang kann sich gut verteilen und erzeugt eine atemberaubende Stimmung.“ Steckel stellte sein Können mit Stücken von Mieczyslaw Weinberg, Benjamin Britten und John Tavener unter Beweis und wurde wie auch der Chor mit viel Applaus belohnt.

Kuno Betzler, Mitglied des Beirates des SHMF auf Föhr, war sichtlich berührt: „So etwas himmlisch tolles habe ich noch nie gehört. Das Konzert ging mir wirklich unter die Haut“. Und auch Birgit Wildeman, Organistin im Friesendom, war begeistert: „Dieser Kontrast zwischen der Musik und unserer alten Kirche war wunderschön.“

Und in der Tat war das Konzert beeindruckend. Die Stimmen des Profi-Chores aus Hamburg konnten sich wunderbar in der Kirche ausbreiten und beim letzten Stück zusammen mit dem Cello wurden sie perfekt ergänzt. Für Philipp Ahmann, der den NDR-Chor seit 2008 leitet, war dieses Konzert etwas Besonderes: „Wir haben dieses Programm gerade in einem Studio aufgenommen, was jedoch nicht vergleichbar mit dem Auftritt in dieser Kirche ist. Dafür, dass es das erste Mal war, dass wir das Konzert so präsentiert haben, lief es echt perfekt.“

Nach rund eineinhalb Stunden klassischer Musik gab es lang anhaltenden Applaus und Standing Ovations für die Musiker. Für diese war der Tag jedoch noch nicht beendet. Mit einem Sonderschiff ging es zurück aufs Festland. Bereits am Sonnabend stand eine Wiederholung des Konzertes in Schleswig auf dem Programm.

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