Zwischen Amrum und Hooge : Hilfe missglückt - „Hauke Haien“ neben „Adler-Express“ im Watt

Ein Bild von der Rettung: Die Passagiere stehen im Watt.
Ein Bild von der Rettung: Die Passagiere stehen im Watt.

Die „Adler-Express“ kommt von der Fahrrinne ab. Ein anderes Ausflugsschiff will helfen. Und landet auch auf der Sandbank.

shz.de von
12. Juli 2015, 14:30 Uhr

Das Ausflugsschiff „Adler-Express“ mit über 230 Passagieren an Bord ist am Samstag auf der Fahrt von Amrum nach Hooge im nordfriesischem Watt stecken geblieben. Und dann blieb auch die „Hauke Haien“ stecken, die der „Adler-Express“zu Hilfe eilen wollte - mit Dutzenden Fahrgästen an Bord. Das sagte ein Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Sonntag.

Die „Adler-Express“ist 42 Meter lang und täglich zwischen Nordstrand, Amrum, Hallig Hooge und Sylt im tideabhängigen Wattenmeer unterwegs. Im Juni 2014 wurden auf dem Schiff bei einem Unfall am Amrumer Hafen 27 Personen verletzt - davon zwei lebensgefährlich, vier weitere schwer. Das 42 Meter lange Schiff war manövrierunfähig und mit einer Geschwindigkeit von sechs bis sieben Knoten gegen den Amrumer Anlieger geprallt.

Die „Adler-Express“sei von der Fahrrinne abgekommen und habe auf dem Wattboden aufgesetzt, teilte die Reederei am Samstag mit. Das Schiff musste auf 18-Uhr-Hochwasser warten, um zurück nach Nordstrand zu fahren. An Bord seien 239 Passagiere und sechs  Besatzungsmitglieder gewesen, für die zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden habe.

Warum kam die „Adler-Express“ von der Fahrrinne ab? „Probleme mit der Navigation waren der Grund dafür“, sagte eine Sprecherin der Adler-Reederei. Das immer stärker ablaufende Wasser ließ schließlich beide Schiffe auf der „Schweinsrücken“ genannten Sandbank stranden. Aus eigener Kraft konnten sie sich nicht mehr befreien.

Die Adler-Express ohne Wasser im Watt.
Sylter Catamaran Club e.V.
Die Adler-Express ohne Wasser im Watt.

Die Seenotretter hätten die insgesamt rund 300 Passagiere von der Sandbank auf drei weitere Ausflugsschiffe in der Nähe in Sicherheit gebrachte, sagte der DGzRS-Sprecher. Zwei Schlauchboote sowie der Seenotrettungskreuzer „Ernst Meier-Hedde“ mit Tochterboot „Lotte“ waren im Einsatz. Für den jüngsten Seenotrettungskreuzer der DGzRS-Flotte war es der erste größere Einsatz. Er ist seit Ende Mai 2015 im Dienst. Verletzt wurde niemand.

Die Passagiere wurden von der „Ernst Meier-Hedde“ sowie der „Adler IV“ zurück nach Amrum gebracht. An der Aktion war auch der Catamaran Club Sylt beteiiligt, der mit dem Vereinsmotorboot etwa 130 Leute von der gestrandeten „Adler-Express“ zur „Adler IV“ brachte.

Mit einsetzender Flut konnten sich laut Seenotretter beide Schiffe am Abend aus eigener Kraft wieder befreien. Die an Bord gebliebenen Besatzungen steuerten die Häfen von Dagebüll und Husum an.

Die „Adler-Express“ erreichte Husum am Samstagabend gegen 22 Uhr und wurde bereits am Sonntag auf Schäden untersucht, wie die Reederei-Sprecherin sagte. Im Inselverkehr falle das Schiff jedoch mindestens eine Woche lang aus, ein Ersatzfahrplan werde für die Urlauber eingerichtet. Am Montag sollten die Behörden die „Adler-Express“ untersuchen, auch etwaige Ansprüche der gestrandeten Passagiere sollten geprüft werden.

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