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Insel-Bote

23. Oktober 2017 | 21:07 Uhr

In Wyk : HGV will neu durchstarten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Handels- und Gewerbeverein ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Er möchte künftig mehr Akteure aus den Föhrer Landgemeinden ins Boot holen.

von
erstellt am 01.Okt.2015 | 12:30 Uhr

Der Handels- und Gewerbeverein Föhr (HGV) fristete sein Dasein in den vergangenen Jahren eher im Verborgenen und fiel nicht durch Umtriebigkeit auf. Dies hatte sich zunehmend in der Beteiligung an den Jahresversammlungen ausgedrückt – und soll künftig anders werden: Langjährige Mitglieder, die den Sitzungen zuletzt mangels spannender Themen ferngeblieben waren, nutzten eine außerordentliche Versammlung als Plattform für eine grundsätzliche Diskussion darüber, wie der HGV sich künftig positionieren will.

Mitglieder, die durchaus zu den Leistungsträgern gehören, betont der HGV-Vorsitzende Bernd Wigger, und die insbesondere die touristische Entwicklung der Insel mit Sorge betrachten. Hier gelte es anzusetzen, denn der HGV verstehe sich laut Satzung nicht nur als Interessenvertreter aller Bereiche der insularen Wirtschaft, sondern habe sich auch die Förderung des Tourismus auf die Fahne geschrieben. „Wir müssen mehr Engagement zeigen, soll Föhr nicht noch weiter ins Hintertreffen geraten“, sind für den stellvertretenden Vorsitzenden Eberhard Pohlmann interne Diskussionen und ein einheitliches Auftreten des HGV nach außen ein Schlüssel zum Erfolg.

Genau daran habe es in den vergangenen Jahren gefehlt, sagt Axel Meynköhn, Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei, weshalb „Teile der Mitgliedschaft mit dem bisherigen Kurs nicht unbedingt konform gingen“. Allerdings verspürte Meynköhn ebenso wie Dirk Müller, Prokurist und designiertes Vorstandsmitglied der Föhr-Amrumer Bank, sowie Heiko Runge, Leiter der Sparkassen-Regionaldirektion Föhr-Amrum, so etwas wie Aufbruchsstimmung. Sie alle hatten sich an der Diskussion beteiligt und es sei Konsens gewesen, so Wigger, dass sich in den vergangenen Jahren und seit Gründung der Föhr Tourismus GmbH die Situation auf der Insel nachhaltig verändert habe. „Heute ist es ja so, dass alle Diskussionen und Entscheidungen über touristische Themen nur noch im Bereich der Kommunalpolitik liegen.“

Einen fehlenden starken Unternehmensverband sieht auch Peter Boy Weber als großes Manko. Der müsse inselweit operieren, so der Wyker Geschäftsmann, und der Handel müsse ebenso vertreten sein wie das Handwerk und die Freien Berufe. All jene hätten die nötige Fachkompetenz und könnten den Politikern, die die Entscheidungen treffen, eine Kooperation anbieten. „Nicht als Gegenpol zur Politik, sondern unterstützend“, ergänzt Heiko Runge, der den Verein Sylter Unternehmer als positives Beispiel nennt. Viel mehr Austausch gebe es auf der Nachbarinsel, wodurch die Umsetzung vieler Dinge erleichtert würde. „Fachleute und Politiker arbeiten auf Sylt enger zusammen, auf Föhr könnte der HGV hierfür eine geeignete Plattform bieten. Dass für die touristische Entwicklung in den kommenden Jahren heute die Weichen gestellt werden müssen, darin waren sich alle Beteiligten einig. „Man kann nicht sagen, wir machen erst etwas, wenn alle an Bord sind“, wünscht Dirk Müller dem Verein, „aus seinem Dornröschenschlaf zu erwachen“.

All dies umzusetzen, muss auch Föhr-Land mit ins Boot geholt werden. Denn derzeit rekrutieren sich die aktuell rund 60 Mitglieder ausschließlich aus Wyk. Dabei sieht sich der Verein inselweit als Vermittler, Kommunikator, Multiplikator und Sprachrohr – „alles Dinge, die so nicht mehr stattfinden“, räumt Bernd Wigger ein. Es gehe darum, die Ortshandwerkerschaft, den insularen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und den HGV wieder an einen Tisch zu bringen. Der Bedarf ist aus Sicht des HGV da und soll in der nächsten Versammlung im November diskutiert werden. Bereits dann könnte ein Zeichen in Richtung Föhr-Land gesendet werden, hofft Peter Boy Weber: „Derzeit wird überlegt, die nächste Sitzung in Wrixum abzuhalten.“

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