fussballer müssen warten : Helu-Heim wird später fertig

Das neue Sportlerheim sieht von Außen schon bewohnbar aus.
Das neue Sportlerheim sieht von Außen schon bewohnbar aus.

Trotz Verzögerungen und Missverständnissen: Neubau soll noch in dieser Saison abgeschlossen sein.

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14. Januar 2015, 09:00 Uhr

Fast sieht es ein bisschen traurig aus, das neue Helu-Heim der Fußballer des FSV Wyk. Auf den ersten Blick ist das Domizil fertig, auch wenn der Außenbereich noch nicht hergerichtet ist. Der allerdings nicht die einzige Baustelle darstellt, denn schaut man in das Haus, kommen Gedanken an einen Rohbau auf.

Rückblick: Dass man mit den Arbeiten gut im Zeitplan liege, hatte Christian Stemmer, damals noch Leiter des Bauamtes, im Februar des vergangenen Jahres verkündet. Seinerzeit eine gute Nachricht, denn die Stürme „Christian“ und „Xaver“ hatten kaum für Verzögerungen gesorgt. „Die Gewerke können mit den Innenarbeiten beginnen“, kündigte Stemmer seinerzeit an. Arbeiten, die ein knappes Jahr später noch immer nicht beendet sind.

Probleme mit der beauftragten Zimmerei hätten allein ein rundes Vierteljahr gekostet, erklärt Jan Lorenzen die Gründe für die Verzögerung. Der Architekt führt das vom Amt begonnene Projekt im Auftrag des Bauherren, der Stadt Wyk, zu Ende, nachdem Stemmer die Insel verlassen hatte. Die Zimmerei wurde schließlich ausgetauscht und weitere Zeit ging ins Land, bis der neue Zimmerer in den Startlöchern stand.

Das eine oder andere Missverständnis sorgte für zusätzlichen Sand im Getriebe. Denn um die Maler- und Fliesenarbeiten sowie die Gestaltung des Außenbereichs – künftig sollen Zuwegungen vom Parkplatz zum Helu-Heim und von dort zum Sportplatz führen und herzurichten ist zudem die Außenterrasse in ihrer ursprünglichen Form – wollte sich die Stadt nicht kümmern. Man ging vielmehr davon aus, dass dies Sache des Vereins sei. Grund waren zahlreiche Gespräche mit den FSV-Verantwortlichen, in denen immer wieder nachgefragt wurde, ob Eigenleistungen erbracht werden können. Wirklich zugesagt habe man nicht, so der langjährige Vorsitzende Gerd Köster, aber auch nicht klar nein gesagt. Woraus eine Erwartungshaltung der Stadt erwuchs, die nun nicht erfüllt wurde.

Köster ist enttäuscht, der sich sicher ist, insbesondere die Wand- und Bodenarbeiten nie zugesagt zu haben. Bei dem öffentlichen Bau sieht er vielmehr die Stadt in der Pflicht. „Ich kann in einem solchen Objekt die Malerarbeiten, die sich im Bereich zwischen 15  000 und 20  000 Euro bewegen, nicht in Eigenarbeit machen.“ Möglich sei dies ohne Probleme bei der Inneneinrichtung inklusive der Beleuchtung und der Tresenanlage sowie der Küche. Die sei bereits geliefert, so Köster, um die übrigen Dinge habe man sich gekümmert, diese sind zugesagt und werden gespendet.

Da die Arbeiten nicht vorankamen, informierte Jan Lorenzen schließlich die Vertreter der Stadt und es folgte eine Gesprächsrunde im Rathaus. Offiziell erfuhr nun Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen von der für ihn neuen Situation, der die Ausschüsse informierte und sich grünes Licht für die noch zu leistenden Arbeiten holte. Die Malerarbeiten und jene im Außenbereich wurden im November ausgeschrieben und sollen noch in diesem Monat beginnen und die Fliesenarbeiten zeitnah ausgeschrieben werden, wie Jan Lorenzen auf Nachfrage mitteilte. In Frage gestellt ist damit eine Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Verein, dass das Sportlerheim mit Beginn der Rückrunde Ende Februar zur Verfügung stehen wird. „Wir können jedenfalls noch in dieser Saison einziehen“, so Lorenzen, wenn vielleicht auch nicht mit dem Auftaktspiel nach der Winterpause.

Die Vereinsmitglieder hadern mit der Situation und fühlen sich heimatlos, so der Vorsitzende, und nach dem Training fehlt die Möglichkeit, sich zusammenzusetzen oder Mannschaftssitzungen abzuhalten. Diese und die Vorbereitungen auf die Spiele wurden seit Beginn der Bauarbeiten bei Annelie Hauschildt abgehalten, wo man sich seit dem August des vergangenen Jahres jeweils montags im Wohnzimmer traf.

Ihre Heimspiele trugen die Fußballer auf den Plätzen des Schulzentrums aus. Dass dies keine Probleme bereite, daran lässt Köster keinen Zweifel. Engpässe habe es allerdings bei den Umkleidekabinen gegeben, denn die Sparten des Wyker TB empfangen Gastmannschaften. „Wir hatten teilweise mit vier Mannschaften nur zwei Kabinen zur Verfügung.“ Als Vorwurf will der Vereinschef dies allerdings nicht verstanden wissen: „Die Anlage ist für den FSV nicht vorgesehen und alle Beteiligten müssen mit der Kompromiss-Situation leben.“

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