Jazz goes Föhr 2018 : Heißer Jazz und kühles Freibier

Der Bassist Markus Schieferdecker und seine Band überzeugten das Publikum.
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Der Bassist Markus Schieferdecker und seine Band überzeugten das Publikum.

Unter neuer Leitung: Gelungener Premierenabend des „neuen“ Insel-Festivals.

shz.de von
25. Juli 2018, 08:30 Uhr

Mit erhobenen Händen outete sich die Mehrheit der Besucher des Eröffnungskonzertes von „Jazz goes Föhr“ als Touristen, die eigens für dieses Ereignis auf die Insel gekommen waren. Dabei hatten sie das „Risiko“ in Kauf genommen, dass das Festival dieses Mal ganz anders sein könnte, als bisher. Denn erstmals zeichnen für die künstlerische Leitung die jungen Brüder Roman und Julian Wasserfuhr verantwortlich. Das Publikum wurde nicht enttäuscht: Die Nachfolger des Jazz-goes-Föhr-Gründers Wolfgang Philipp und seines Teams wollen nach eigenem Bekunden eine abwechslungsreiche und interessante Mischung aus nationalen und internationalen Künstlern verschiedener Stilrichtungen bieten.

Die Brüder führten sich übrigens im Wyker Kurgartensaal nicht nur auf musikalischer Ebene beim Föhrer Publikum bestens ein. Denn sie bewiesen, dass sie sich auch auf dem Gebiet des Bierbrauens auskennen. „Wir haben fünf Liter unserer eigenen Produktion mitgebracht, und wollen Sie davon kosten lassen“, kündigte Julian Wasserfuhr an. Das Publikum ließ sich nicht lange bitten und genoss in der Pause das Freibier.

Doch stand natürlich der Jazz im Mittelpunkt des Abends und die Brüder Wasserfuhr präsentierten mit Markus Schieferdecker einen „wahnsinnig tollen Bassisten“, mit dem Amerikaner Wayne Escoffery einen Saxofonisten der Weltklasse, mit Joris Dudli einen phantastischen Wiener Professor an den Drums und mit Victor Gould, der anstelle des im Programm angekündigten Xavier Davi antrat, einen Pianisten, der mit virtuosen Tastenläufen das Publikum im Handstreich für sich einnahm. „Sommer, Sonne und Kosmos“ bestimmten das Konzert, bei dem Schiefendecker auch mit eigenen Kompositionen brillierte. Diese Themen meldeten sich dann auch wieder bei einer sommerlichen Wattstimmung bei der Session im „Aquamarin“. Dort können jeden Abend nach den Konzerten Musiker und Publikum gemeinsam jammen.

Bis Freitag gibt es jeden Abend um 20 Uhr Konzerte im Kurgartensaal, außerdem finden – jeweils um 17 Uhr – heute im Utersumer Kurpark und am Freitag an der Nieblumer Meere Open-Air-Konzerte statt.

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