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Insel-Verwaltung : Heiße Luft aus dem Wyker Amtsgebäude

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Eon schnappt den Föhrer Energiegenossen den Auftrag weg. Die neue Heizungsanlage soll ans Nahwärmenetz angeschlossen werden.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 12:30 Uhr

„Das Angebot ist so gut, dass auch ich dem Vertrag über den Anschluss des Amtsgebäudes an das Nahwärmenetz zustimmen werde“. In seiner Funktion als Mitglied das Haupt- und Finanzausschusses des Amtes Föhr-Amrum musste sich Süderendes Bürgermeister Christian Roeloffs gegen seine Interessen als Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Föhr entscheiden.

Bei einer Enthaltung haben die Mitglieder des Gremiums beschlossen, mit der Hanse-Werk Natur (HAWN) in Hamburg einen Mietvertrag für die Errichtung einer Wärme-Erzeugungsanlage in der Amtsverwaltung sowie den Anschluss des Gebäudes an das Nahwärmenetz zu schließen. Damit kann das Problem aus der Welt geschafft werden, dass die Heizungsanlage in der Amtsverwaltung in Wyk auf Grund ihres Alters und der defekten Regelungs- und Pumpentechnik erneuert werden muss. Für die Erneuerung der Anlage mit einem Gas-Brennwertkessel hatte das Bau- und Planungsamt Kosten in Höhe von 120  000 Euro kalkuliert, die bisher auch im Haushaltsentwurf des Amtes für das Jahr 2016 enthalten sind. Dazu hatte die Energiegenossenschaft Föhr ein entsprechendes Angebot für die Wärmelieferung vorgelegt.

Die Hanse-Werk Natur (HAWN), die der Eon angehört, hatte, wie berichtet wurde, relativ kurzfristig ihr Angebot vorgelegt. Erläutert wurde es bei der Sitzung von Sven Piersig, einem Mitarbeiter der Hanse-Werk. Danach soll im Amtsgebäude eine Wärmeerzeugungsanlage mit einer Leistung von einem Megawatt errichtet werden. Dadurch könnte das Amtsgebäude an das Wyker Wärmenetz angeschlossen werden und die Firma die Kapazität des Netzes in der Stadt erhöhen. Die HAWN hat zusätzlich angeboten, die Kosten zu übernehmen für den Erdgasanschluss, die Schornsteinsanierung sowie die Demontage und Entsorgung der Kessel- und der Öltankanlagen. Das Amt Föhr-Amrum erhält außerdem eine monatliche Mietzahlung von rund 140 Euro, die für die Erneuerung der Regelungs- und Pumpentechnik investiert werden soll. Auf das Amt Föhr-Amrum kommen laut Sitzungs-Vorlage lediglich Kosten von rund 5000 Euro zu. Sie müssen für einen hydraulischen Abgleich aufgewandt werden, um die Wärmeversorgung nach der Erneuerung der Regelungstechnik effizienter nutzen zu können.

Für Amtsdirektorin Renate Gehrmann hat diese Lösung auch noch die erfreuliche Wirkung: „Das für die Umstellung vorgesehene Geld kann aus dem Haushalt wieder gestrichen werden, und ich muss meine Gemeinden nicht damit belasten“.

Sven Piersig verwies schließlich auch auf die umweltfreundliche Nebenwirkung dieses geplanten Anschlusses an das Nahwärmenetz, der übrigens schon zu den Zeiten vorgesehen war, als das Amtsgebäude noch das Wyker Rathaus war. „Mit der Umstellung auf Nahwärme können im Jahr rund 50 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden. Damit leistet das Amt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, hob der Vertreter der HAWN hervor.

Auch wenn Christian Roeloffs das Angebot der Eon-Tochter zu schätzen wusste, verwies er doch auch darauf, dass sich die Energiegenossenschaft Föhr nicht gut behandelt fühle, nachdem sie sich lange bemüht hat, ein tragbares Angebot für die Wärmelieferung vorzulegen. „Wir haben lange über eine Lösung nachgedacht“, so Amtsvorsteherin Heidi Braun, doch die Wirtschaftlichkeit des Angebotes der HAWN sei nicht zu toppen gewesen. „Das bedeutet aber nicht, dass wir mit anderen Objekten mit der Genossenschaft Föhr nicht ins Geschäft kommen können“, so Heidi Braun.

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