Kinder-Uni Föhr 2018 : Heimisches Obst und glückliche Hühner

Die jungen Teilnehmer hatten jede Menge Fragen.
1 von 2
Die jungen Teilnehmer hatten jede Menge Fragen. Fotos: clara von Stülpnagel (2)

In Witsum: „Detektive“ nehmen Garten unter die Lupe.

shz.de von
09. Juli 2018, 17:30 Uhr

Wasser aufkochen, Minze hinzu und ein bisschen ziehen lassen. Dann noch Honig sowie ein paar Rosenblätter hinein und das Ganze kaltstellen: Das ist das Rezept für den leckeren Blütensaft, den die „Gartendetektive“ der Kinder-Uni-Expedition bei Birte Olufs in Witsum probieren durften. Zwei Stunden lang haben zwölf Kinder dort die Hühner der Familie gefüttert, den Bienen einen Besuch abgestattet, und alles über die Obst- und Fruchtsorten in Olufs’ Garten erfahren.

Dabei lief alles ganz locker ab. Gemeinsam wurde auf der Obstwiese erörtert, was die jungen Teilnehmer alles über Gärten wissen: Wessen Eltern einen Garten haben, was dort wächst, wie man die Pflanzen behandelt und wie Gärten früher aussahen. Derjenige, der etwas Tolles zum Thema erzählen konnte, bekam die „Detektivlupe“, die im Kreis herumging.

Anschließend stand die Lebensweise der Hühner im Mittelpunkt. „Jeder in unserer Familie hat ein eigenes“, erklärte Birte Olufs und stellte den Kindern die jeweiligen Tiere vor, bevor die kleinen Studenten die Hühner füttern durften. Bei den Bienen dagegen wurde auf Abstand geachtet. Deren Wohnort, der Bienenstock, wurde nur von außen in Augenschein genommen. Zuständig ist hier der älteste Sohn Magnus, nur er besitzt einen Imkeranzug. „Er ist der Imker in der Familie“, meinte Birte lächelnd und verriet, dass in diesem Jahr 21 Gläser Honig „geerntet“ werden konnten.

Zurück auf der Obstwiese, erfuhren die Kinder einiges über Rosen. Dass diese zum Beispiel durch die Fahrten der Walfänger als Landbeute mit auf die Insel kamen und die „alten“ Rosensorten nicht riechen und nur einmal aufblühen. Früher gab es auf dieser Insel auch noch nicht die bekannte rote Rose, sondern nur die weißen, violetten und rosafarbenen, verriet Birte Olufs. Die roten seien erst viel später gekommen.

Schließlich versammelten sich alle auf der Terrasse, wo noch einmal Detektivarbeit angesagt war. Hier mussten die Kinder die Herkunftsländer von gekauftem Obst erraten. Dabei erkannten die jungen Studenten, dass der Verzehr von Früchten aus eigenem Anbau nicht nur viel leckerer, sondern auch besser für die Umwelt ist.

„Sieben bis acht Jahre mache ich das jetzt schon und es macht immer allen Spaß. Viele der Kinder kommen sogar jedes Jahr wieder, weil es so toll war“, sagte Birte Olufs und fügte lachend hinzu: „Bis letztes Jahr war aber immer schlechtes Wetter.“ Anfangs hat sie sich über die Ferring-Stiftung für die alten Rosensorten der Insel eingesetzt. Dann wurde sie gefragt, ob sie nicht im Rahmen der Kinder-Uni etwas darüber erzählen möchte. Sie sagte zu und hat nun nur einen Kritikpunkt: Ihr fehlen Föhrer Kinder. „Die meisten hier auf der Insel glauben, die Kinder-Uni richte sich nur an Urlauber. Aber jeder kann mitmachen und ich würde mir wünschen, dass sich das noch mehr herumspricht.“ Ihr Sohn mache auch bei den anderen Veranstaltungen mit und sei gerne dabei.

Birte Olufs bietet den Kurs „Gartendetektive“ in dieser Saison noch drei Mal an: am Mittwoch, 11. Juli, Montag, 6. August und Dienstag, 14. August – jeweils von 15 bis 17 Uhr.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen