Stadtvertretung Wyk : Haushalt kein Aufreger mehr

Die Planungskosten für die Umgestaltung des Bereichs am Stockmannsweg wie in dieser Fotomontage sind mit 60.000 Euro veranschlagt.
Die Planungskosten für die Umgestaltung des Bereichs am Stockmannsweg wie in dieser Fotomontage sind mit 60.000 Euro veranschlagt.

Für Verwaltung und Stadtvertreter war es Neuland: Erstmals wurde in Wyk ein Haushaltsplan nach dem Doppik-System verabschiedet, das sich an das in Konzernen übliche Rechnungswesen anlehnt. Die Politiker votierten einstimmig.

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19. Februar 2009, 10:47 Uhr

Wyk | In früheren Jahren waren die Haushaltssitzungen stets Höhepunkte für die Stadtvertretung. Der Bürgermeister hielt seine Haushaltsrede, die Parteien nutzten die Gelegenheit zum Schlagabtausch über grundsätzliche Themen und zur verbalen Abrechnung mit der Stadtregierung.

Doch irgendwann kamen die Zeiten, wo der städtische Etat unter Ausschluss der Öffentlichkeit so gründlich vorberaten worden war, dass sich in der Stadtvertretersitzung alle nur noch "lieb" hatten - nach der Rede des Rathauschefs gab es kurze, zustimmende Statements der Fraktionen, das war es.

Dann kam die Ämterfusion. Und seither gibt es noch nicht einmal mehr eine Haushaltsrede, in der der Etat erläutert wird.
Ausgewogenes Zahlenwerk

Und als jetzt der Wyker Haushalt für das Jahr 2009 verabschiedet werden sollte, meldete sich niemand mehr zu Wort - fast. Lediglich der Fraktionssprecher der SPD, Matthias Kummerow, gab eine kurze Erklärung ab, in der er die Ausgewogenheit des Zahlenwerks lobte, in dem neben Mitteln für touristisch relevante Projekte wie die Erneuerung des Stockmannswegs auch Projekte auftauchen, die der Bevölkerung zu Gute kommen - die Sanierung des Rebbelstiegs etwa, oder die Einstellung eines Streetworkers.

Von den anderen Fraktionen nur Schweigen. "Das war total langweilig", so eine Neuntklässlerin, die tapfer die ganze Sitzung als Zuhörerin ausgeharrt hatte. Aber vielleicht war bei den anderen Stadtvertretern ja auch nach Schulungen im neuen Haushaltssystem und Vorberatungen einfach nur die Luft raus.

Denn kompliziert ist es zunächst einmal, sich in die "Doppik" einzuarbeiten - auch wenn am Ende auch hier Äpfel Äpfel und Birnen Birnen sind. Was bisher der Verwaltungshaushalt war, heißt jetzt Ergebnishaushalt, doch - genau wie früher - geht es in diesem Bereich des Etats um die laufenden Kosten für Personal und Material, um Zuschüsse an Feuerwehr, Kindergärten oder Vereine und all die anderen Dinge, die zum "Alltagsgeschäft" einer Verwaltung gehören.
Sämtliche Abschreibungen berücksichtigt

Für neue Investitionen, die bisher im Vermögenshaushalt auftauchten, ist jetzt der Finanzhaushalt zuständig - inhaltlich ändert sich da nicht viel. Bis auf eines: Der Ergebnishaushalt schließt mit einem Minus von 295.500 Euro ab - doch was zunächst alarmierend klingt, ist eigentlich nur ein "Papiertiger". Denn diese Miesen tauchen nicht wirklich auf dem Konto auf, sie rühren lediglich daher, dass in den Haushalt jetzt Abschreibungen für sämtlichen städtischen Besitz eingerechnet werden müssen.

Tatsächlich, so konnte Rechnungsamtsleiter Armin Naahs die Stadtvertreter beruhigen, wird der Ergebnishaushalt 2009 mit einem Plus von knapp 626.000 Euro abschließen. Geld, das dem Investitionshaushalt zugeführt werden kann.

Und dort steht auch 2009 wieder einiges an Ausgaben an. So soll die Feuerwehr für neue Einsatzschutzkleidung und digitale Meldeempfänger 25.000 Euro erhalten. Für den letzten Bauabschnitt des Sandwalls sind 850.000 Euro vorgesehen, die Planungskosten für den Stockmannsweg schlagen mit 60.000 Euro zu Buche, für den Rebbelstieg wurden 230.000 Euro eingeplant. Und der Bau einer solaren Klärschlammtrocknungs-Anlage wird 823.000 Euro verschlingen - allerdings ein "durchlaufender Posten", denn dies wird über einen Kredit finanziert, der über die Abwassergebühren abgezahlt wird.
Haushalt
Investitions- und Finanzplan haben im Jahr 2009 jeweils ein Volumen von rund elf Millionen Euro. Der Gesamtbetrag der Kredite für Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen wurde auf 1,3 Millionen Euro festgesetzt. Im Stellenplan der Stadt Wyk, der in der Sitzung ebenfalls verabschiedet wurde, sind 10,5 Stellen ausgewiesen, darunter auch die für einen neuen Straßen-Sozialarbeiter.

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