Wyker Zahlenwerk : Haushalt in seltener Harmonie verabschiedet

Handlungsbedarf: Wyks Politiker sind mit dem derzeitigen Erscheinungsbild  des Sandwalls nicht zufrieden.
Wyks Politiker sind mit dem Erscheinungsbild des Sandwalls nicht zufrieden.

In früheren Jahren war die Beratung und Verabschiedung des Wyker Etats durch die Stadtvertretung ein wichtiger Tagesordnungspunkt, verbunden mit der Haushaltsrede des Bürgermeisters und bedeutungsvollen Beiträgen der Sprecher aller Fraktionen.

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12. März 2014, 08:00 Uhr

In früheren Jahren war die Beratung und Verabschiedung des Wyker Etats durch die Stadtvertretung ein wichtiger Tagesordnungspunkt, verbunden mit der Haushaltsrede des Bürgermeisters und bedeutungsvollen Beiträgen der Sprecher aller Fraktionen. Seitdem die Stadt aber unter dem Dach des Amtes Föhr-Amrum angesiedelt ist, schrumpfte der Haushaltsplan von einem stattlichen Buch zu einer fünfseitigen Vorlage, die von den Stadtvertretern bei ihrer jüngsten Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Paul Raffelhüschen ohne weitere Diskussion verabschiedet wurde.

Aber dennoch hat dieser Entwurf der Verwaltung, der vom Wyker Finanzausschuss ausführlich beraten wurde, durchaus einige gewichtige Zahlen aufzuweisen. Es werden unter anderem für die Gründung eines neuen Betriebes für die Durchführung des Liegenschaftsmanagementes 100 000 Euro Gründungskosten zur Verfügung gestellt. Investieren will die Stadt darüber hinaus unter anderem in die Sanierung des Rebbelstiegs und in die Erweiterung des Gewerbegebietes sowie in die Abwasserbeseitigung und in die Erschließung des Wohnbaugebietes Kortdeelsweg Nord.

Diese Investitionen und Verpflichtungsermächtigungen sind im Investitionsplan mit insgesamt rund 1,9 Millionen Euro ausgewiesen. „In Anbetracht der guten Liquiditätslage“, so heißt es in der Vorlage zum Finanzplan, „ist keine Kreditfinanzierung oder auch Zwischenfinanzierung vorgesehen“. Die Liquidität beträgt laut Angabe rund 5,1 Millionen Euro. Vorgesehen sind ein weiterer Verkauf von WDR-Anteilen in Höhe von 360 000 Euro oder alternativ eines Grundstücks an den Hafenbetrieb.

Im Endeffekt wird der Verwaltungsentwurf laut Planung mit einem Fehlbetrag von rund 345 000 Euro und im Ergebnishaushalt um 143 500 Euro schlechter abschließen. Auch die Abschreibungen können nicht aus dem Jahresergebnis erwirtschaftet werden.

Ohne weitere Diskussion wurden auch der Jahresabschluss des Hafenbetriebes (wir berichteten), dessen Stellen- und Wirtschaftsplan sowie der Wirtschaftsplan des Liegenschaftsbetriebes verabschiedet.

Ein Entwicklungskonzept für die Wyker Innenstadt stand auf Antrag der Kommunalen Gemeinschaft auf der Tagesordnung. Dr. Silke Ofterdinger-Daegel erläuterte dazu, dass bei der Infrastruktur in diesem Bereich kein Fortschritt zu verzeichnen sei. „Selbst der Sandwall verliert an Attraktivität“, so die Sprecherin der KG-Fraktion, die an das Projekt „unbegrenztes Stadterlebnis“ erinnerte. Allgemein erkannten die Stadtvertreter, dass der Ist-Zustand nicht befriedigend sei. „Wir haben aber nicht das Geld für den großen Wurf“, betonte Ulrich Herr (CDU). Da der Umbau des Sandwalls nicht das Ende der Bemühungen sein kann, entschieden sich die Stadtvertreter dafür, den Bau- und Planungsausschuss mit der Beratung über solch ein Entwicklungskonzept zu beauftragen.

Breiten Raum in der Tagesordnung nahmen diverse Änderungen von städtischen Bebauungsplänen und des Flächennutzungsplanes ein, die überwiegend rasch verabschiedet wurden. Zu den Änderungen, die die geplante Kart-Bahn neben dem Flugplatzgelände möglich machen sollen, merkte Erland Christiansen (CDU) an, dass er sich enthalten werde. „Ich halte diese Bahn für eine tolle Sache, die aber am falschen Ort angesiedelt werden soll“. Letztlich wurden die notwendigen Beschlüsse zu dieser Bahn mit sieben Ja-Stimmen, gegen vier Nein-Stimmen und drei Enthaltungen verabschiedet.

Zur Änderung des Bebauungsplanes für den gesamten Strandbereich war zu erfahren, dass dieses Gebiet in Zukunft als Wassersportzentrum ausgewiesen sein soll. Zwar kann im Plan nicht, wie es sich die Stadtvertreter wünschten, ein Liegeverbot für Motorboote aufgenommen werden. Doch Ulrich Koch, der Leiter des städtischen Hafenbetriebes, verwies darauf, dass dies in den entsprechenden Verträgen ausgeschlossen werde. Lediglich notwendige Begleit- und Sicherheitsboote würden erlaubt.

Eine längere und kontroverse Diskussion entstand im Zusammenhang mit der Änderung des Bebauungsplanes beim Wellenbad, wobei es es besonders um den Minigolf-Platz und den Kiosk ging. Heinz Lorenzen (KG) bezeichnete dabei die vorgeschlagene Regelung als „nicht sachgerecht und maßlos überzogen“. Am Ende bekam der Änderungsvorschlag für den B-Plan 25 keine Mehrheit.

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