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Auf Föhr : Hand in Hand für den Naturschutz

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Beim Wiesenvogelprojekt arbeiten Landwirte und BUND zusammen. Weitere Gebietsbetreuer gesucht werden gesucht.

Seit 2012 hat die Inselgruppe Föhr-Amrum des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Trägerschaft des „Gemeinschaftlichen Wiesenvogelschutzes“ auf Föhr und kümmert sich seitdem um die Gebietsbetreuer, die Öffentlichkeitsarbeit, wissenschaftliche Begleitung und das Antragsverfahren.

Ein wichtiger Teil des Projektes ist die Etablierung und Begleitung von Gebietsbetreuern. Diese haben die Aufgabe, sich einen Überblick über das Vorkommen der Vögel auf den Wiesen zu verschaffen und eine auf die Brutzeit angepasste Bewirtschaftung der Flächen mit den betroffenen Landwirten abzusprechen. Der Landwirt erhält eine Entschädigung aus dem Programm des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR), wenn Wiesenvögel aktuell auf seinen Flächen brüten oder Junge führen und er zu ihrem Schutz die landwirtschaftliche Bearbeitung dem Brutgeschehen anpasst.

2014 betreuten und begleiteten zehn Insulaner die Gelege von Uferschnepfe, Kiebitz, Austernfischer und Rotschenkel. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit ist ein wichtiger Baustein des Wiesenvogelschutzes auf Föhr. „Nur wenn es Menschen gibt, die sich für die Vögel engagieren, können auch Erfolge erzielt werden“, betont BUND-Mitarbeiterin Angela Ottmann. Die BUND-Inselgruppe Föhr hoffe deshalb auch in diesem Jahr auf eine große Beteiligung von Landwirten und Gebietsbetreuern.

Der Biologe Frank Hofeditz hat auch in diesem Jahr die wissenschaftliche Betreuung des Schutzprojektes auf Föhr übernommen. Regelmäßig kommt er auf die Insel zur Kartierung der Gelege, die in der Marsch zu finden sind. Besonders der Oldsumer Bereich ist bei Uferschnepfen offensichtlich sehr beliebt. Die Brutzeit der Uferschnepfen ist von Ende März bis Juni, wobei der Beginn des Brutgeschäftes vom Wetter abhängig ist. Aufgabe der Gebietsbetreuer ist es, so weit möglich, die Gelege zu finden und zu markieren. Die Suche ist aber nicht immer von Erfolg gekrönt, da die Vögel ihre Eier in eine flachen Mulde auf der Wiese legen. Einfacher ist es dann schon, wenn die Küken geschlüpft sind, da die Elternpaare laut schimpfend über den Eindringlingen kreisen.

Im Abstand einiger Tage sind die Betreuer unterwegs, um die Nester zu kontrollieren und wenn möglich, mit Hilfe von Fernglas oder Spektiv den Nachwuchs zu beobachten. In dieser Zeit gilt es dann auch, mit dem Landwirt in Kontakt zu bleiben, zunächst geht es darum, ob er sich an diesem Projekt beteiligt. Wenn das der Fall ist, wird die Art der Bewirtschaftung abgesprochen. Der Zeitpunkt der ersten Mahd rund um das Gelege oder die jungen Vögel wird auf einen späteren Zeitpunkt gelegt, wobei die Gebietsbetreuer die Flächen markieren, auf denen die Uferschnepfen ihren Nachwuchs großziehen.

Eigentlich überwiegt beim Einsatz als Gebietsbetreuer das Vergnügen bei der Beobachtung der jungen Vögel und ihrer Eltern, auch wenn das Wetter bei den Kontrollgängen nicht immer optimal ist. Auch „Neulinge“ bei der Gebietsbetreuung können sich rasch in die Aufgbe einarbeiten. Sie werden nicht alleine losgeschickt, sondern können an der Seite eines erfahrenen Betreuers das Wichtigste über Uferschnepfen erfahren.

Am kommenden Mittwoch, 18. Februar treffen sich die Gebietsbetreuer um 19 Uhr zu einem Erfahrungsaustausch im BUND-Haus in der Wyker Strandstraße. Dazu ist den Naturschützern jeder willkommen, der Interesse an einer Mitarbeit hat. Sie bitten um Anmeldung bis Montag, 16. Februar, per Mail an info@bund-foehr.de oder telefonisch unter ✆  04681/7461720.

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