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Insel-Bote

19. November 2017 | 15:10 Uhr

Nationalpark-Haus : Haie unter dem Amtsdach

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Föhrer Zentrum wurde vor zehn Jahren komplett erneuert. Zum Jubiläum gibt es eine Ausstellung mit Vogelbildern von Peter Hering.

von
erstellt am 11.Apr.2014 | 12:15 Uhr

Er heißt zwar Hering, aber sein Spezialgebiet sind nicht Fische, sondern Vögel. Vor sechs Jahren hat der Nieblumer Fotograf und Ornithologe Peter Hering damit begonnen, alle Vögel, die auf Föhr vorkommen, zu fotografieren und aufzulisten. „Von 226 auf der Insel vorkommenden Arten habe ich bis heute 185 erwischt“, berichtet er. Atemberaubende Bilder sind in diesen Jahren entstanden und schon häufig auf Föhr ausgestellt worden. Bilder, die das Leben der Tiere und ihren Lebensraum zeigen. Denn Peter Hering kommt seinen „Fotomodellen“ ziemlich nah, haben sie sich doch längst an den Mann mit der Kamera gewöhnt und nur noch wenig Scheu vor ihm.

„Austernfischer und Co.“ zeigt Hering jetzt im Wyker Nationalpark-Haus in einer Diashow, die an einem Fernsehbildschirm betrachtet werden kann. Gestern wurde diese Ausstellung eröffnet – im Rahmen einer Feierstunde zum zehnjährigen Bestehen der „neuen“ Nationalpark-Ausstellung im Dachgeschoss des Wyker Amtsgebäudes.

Im März 2004 war diese Ausstellung eröffnet worden, die die Besucher durch die Jahreszeiten im Nationalpark Wattenmeer führt. Durch Aquarien, in denen Katzenhaie und andere Meeresbewohner leben, sowie spannende interaktive Stationen, an denen große und kleine Gäste den Nationalpark entdecken können, war das seit 1987 bestehende Info-Zentrum seinerzeit aufgepeppt worden.

Das neue Konzept ging auf, rund 20 000 Besucher finden seither jährlich den Weg unters Amtsdach, unzählige Schulklassen „trampeln“ Amtsdirektorin Renate Gehrmann seither auf dem Kopf herum, die ihr Büro direkt unter der Nationalpark-Ausstellung hat.

Nicht der einzige Grund, warum der Leiter des Fachbereichs Bildung in der Nationalpark-Verwaltung, Gerd Meurs, den Standort seines Nationalpark-Hauses gestern als „suboptimal“ bezeichnete. So waren die Aquarien seinerzeit noch vor der Eröffnung ausgelaufen und hatten den Sitzungssaal in der Etage darunter unter Wasser gesetzt. „So schön das Ding hier auch ist“, so Meurs, der Zugang übers Treppenhaus und das Bauamt sei nicht gerade günstig, außerdem fehle die direkte Anbindung ans Wattenmeer. Meurs erinnerte daran, dass es schon seit Jahren Ideen und Konzepte für einen neuen Standort gebe. „Doch das stockt im Moment“ bedauerte er, betonte aber gleichzeitig, dass die Nationalpark-Verwaltung sich klar für eine Ausstellung auf Föhr entschieden habe. „Das ist für uns ein ganz wichtiger Standort“, so Gerd Meurs.

Der Leiter des Wyker Nationalpark-Hauses, Walter Stubenrauch, erinnerte an unzählige Nachtschichten bei der Umgestaltung des Zentrums vor zehn Jahren und dankte nicht nur seinem Team, sondern auch den Mitarbeitern der Amtsverwaltung. Allein im vergangenen September hätten die den Lärm von 63 Schulklassen ertragen müssen. Schulklassen, „die für uns ganz ganz wichtig sind. Und das sind alles potenzielle zukünftige Inselgäste“, betonte Stubenrauch.

Keine Schulklassen, sondern die Vorschulkinder des Wyker AWO-Kindergartens kamen gestern Morgen ins Nationalpark-Haus. Mit einem Lied von Fischen, die vor einem gefräßigen Hai flüchten, brachten sie der Ausstellung ein zauberhaftes Geburtstagsständchen.

Und dann war Peter Hering an der Reihe, erläuterte seine Bilder und erzählte viel Interessantes über die Vögel, die er abgelichtet hat. Seine „Austernfischer und Co.“ können bis zum 31. August im Nationalpark-Haus betrachtet werden, im Anschluss ist dort bereits eine weitere Schau mit Hering-Fotos, voraussichtlich zum Thema „Zugvögel“ geplant. Und auch im Nieblumer Dörpshus kann man derzeit Vogelbilder von Peter Hering sehen. Seine dortige Ausstellung dauert bis zum kommenden Dienstag, 15. April, und ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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