schafe und ziegen : Gutes Jahr für die Züchter

Neuer Vorstand: Jörn Petersen (li.) und Iwer Ebsen (re.) sowie der bisherige Vorsitzende Christian Lorenzen-Nissen.
Neuer Vorstand: Jörn Petersen (li.) und Iwer Ebsen (re.) sowie der bisherige Vorsitzende Christian Lorenzen-Nissen.

Von einer positiven Bilanz erfuhren die Mitglieder des Herdbuchbezirkes Südtondern in ihrer Jahresversammlung.

shz.de von
06. November 2014, 16:00 Uhr

„Die Preise für Lämmer sind konstant auf hohem Niveau.“ Diese erfreuliche Mitteilung hatte die Geschäftsführerin des Landesverbandes Schleswig-Holstein der Schaf- und Ziegenzüchter, Janine Bruser, für die Mitglieder des Herdbuchbezirkes Südtondern im Landesverband, die sich turnusgemäß zu ihrer Jahresversammlung in „Kröger’s Dörpskrog“ in Oevenum versammelt hatten, im Gepäck. Begrüßen konnte der Vorsitzende Christian Lorenzen-Nissen bei dieser Zusammenkunft auch die nordfriesische Lammkönigin Kerstin Carstensen sowie die Vorsitzende des Fördervereins nordfriesische Lammtage, Kerrin Carstensen.

Die positive Entwicklung bei den Preisen für Lammfleisch führte die Geschäftsführerin auf das knappe Angebot in Deutschland zurück. Bruser, die über den Jahresverlauf des Landesverbandes informierte, bezeichnete es allerdings als bedenklich, dass in Schleswig-Holstein, dem drittgrößten deutschen „Schafland“, der Bestand der Tiere bis November 2013 um 3,9 Prozent auf rund 186 500 zurückging. Auch die Zahl der Betriebe, die sich der Schaf- und der Ziegenhaltung widmen, ist nach Auskunft von Bruser rückläufig.

Insgesamt verlief das vergangene Jahr recht gut. „Wir hatten keinen strengen Winter, die Witterung war günstig und so konnten die Lammungen gut über die Bühne gebracht werden.“ Geschlachtet wurden in Schleswig-Holstein knapp 138 700 Lämmer und Schafe, davon 39 000 in Nordfriesland. Dabei war es für Janine Bruser überraschend, dass die Schlachtungen gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt waren.

Während das Schallenberg-Virus, das in den vergangenen Jahren für erhebliche Aufregungen sorgte, kein Problem mehr zu sein scheint, könne die Blauzungenkrankheit wiederkommen, befürchtet Bruser. Sorgen bereitet den Deichschäfern der Gänsefraß auf den Deichen. Sie bekommen keine Entschädigung und auch die Bitten um kurzzeitige Beweidung des Vorlandes werden nicht bewilligt. Was die Pachtverträge angeht, sollten die Schäfer möglichst guten Kontakt zu den Bauabschnittsleitern halten, denn die gute Kommunikation mit den Verantwortlichen sei von großer Bedeutung.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Schäfer auf Föhr Probleme mit Wölfen bekommen, ist nicht groß, dennoch ging die Geschäftsführerin auf die aktuelle Situation ein. Die Tiere seien in Schleswig-Holstein noch nicht sesshaft, Probleme bereiteten eher Gänse oder reißende Hunde. Komme es jedoch nachweislich zu von Wölfen verursachten Schäden, würden diese entschädigt.

Sehr zufrieden äußerte sich Janine Bruser schließlich auch mit dem Verlauf der Auktionen, bei denen recht gute Preise erzielt werden konnten. Dass Zuchtböcke in die unterschiedlichsten deutschen Gebiete verkauft wurden, zeugt von der Qualität der Zucht in Schleswig-Holstein und besonders in Nordfriesland.

Nachdem die Geschäftsführerin noch einen Überblick über Aktivitäten des Landesverbandes gegeben hatte, standen die Interna des Herdbuchbezirks zur Debatte, wobei es besonders um die Wahl eines neuen Vorsitzenden ging. Christian Lorenzen-Nissen stand nach 24 Jahren im Amt nicht mehr zur Verfügung. Zum neuen Vorsitzenden wurde der Föhrer Jörn Petersen gewählt, zu senem Stellvertreter Iwer Ebsen aus Dagebüll.

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