literatursommer : Gute Mischung aus Lesung und Musik

Die Lesung von Gabriella Engelmann (links) untermalte Norma Schulz mit einfühlsamen Liedern.
Die Lesung von Gabriella Engelmann (links) untermalte Norma Schulz mit einfühlsamen Liedern.

Die in Hamburg lebende Autorin Gabriella Engelmann las im Rahmen des Literatursommers Föhr in der „Alten Druckerei“ Passagen aus ihrem Roman „Sommerwind“ und wurde musikalisch begleitet von Norma Schulz.

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13. Juni 2014, 20:00 Uhr

Die in Hamburg lebende Autorin Gabriella Engelmann las im Rahmen des Literatursommers Föhr in der „Alten Druckerei“ Passagen aus ihrem Roman „Sommerwind“ und wurde musikalisch begleitet von Norma Schulz. Das Publikum erlebte eine gelungene Kombination aus Lese- und Liederabend. Man spürte: diese zwei Frauen verbindet die Liebe zur Insel.

Föhr brachte schon so manches Musiktalent hervor: Norma Schulz gehört dazu. Als Wahl-Hamburgerin hat sie ihre Insel nie vergessen. Abwechselnd zu den Roman-Episoden präsentierte die Sängerin Songs aus ihrer CD „Wie weit“. Wie Musik (zur jeweiligen Stimmung von Engelmanns Figuren) eine Lesung auflockern kann – hier war es zu hören: mit ihrer unverwechselbaren Stimme und teils friesischen Texten fing Norma bereits mit dem Intro-Song „Sommer“ alle Zuhörer ein.

Der Insel-Roman „Sommerwind“ dürfte Leserinnen mit Faible für Liebesgeschichten interessieren: Felicitas Mahler (Single aus Hamburg, Ende 30, Regieassistentin) steht kurz vor dem Aufbruch nach Föhr, um dort mit einem Filmteam zu arbeiten (schwieriger Regisseur inklusive). Nach dem Zufallsfund von allerhand Liebesbriefen, deren Absender Felicitas zuerst nicht ausmachen kann, geht sie nachdenklich auf die Reise. Auch zwei ungleiche Brüder wird Felicitas an der Nordsee treffen, von denen sie mindestens einer vor das Problem stellt: Fernbeziehung ja oder nein.

Gegenüber dem Insel-Boten erzählte Gabriella Engelmann zur Figurenentwicklung: „Bevor die Geschichte entsteht, habe ich meine Heldin vor Augen, im Kopf und im Herzen. Ich entscheide, an welchem Scheideweg ihres Lebens sie steht und wo ich sie hinschicke. Und welche Stolpersteine bis zum Happy End im Weg liegen.“ Als Hilfe für Nachwuchsautoren hatte Engelmann parat: „Viel, viel lesen und sich nach der Lektüre fragen: wieso hat mich diese Geschichte berührt? Wie ist sie aufgebaut? Was macht sie einzigartig? Seinen Träumen folgen, dabei nicht die Bodenhaftung verlieren und sich fragen, ob man wirklich genug Selbstvertrauen und Energie hat, diesen Weg zu gehen. Sich neutrale Ratgeber holen, die einem helfen, Textqualität und Talent realistisch einzuordnen.

Norma beschrieb die Entstehung ihrer Songs: „Musik kommt durchs Improvisieren am Klavier oder an der Gitarre“, was relativ schnell gehe. Die Arbeit sei, dass daraus ein Lied wird. An ihre Kindheit auf Föhr hat die junge Sängerin nur schöne Erinnerungen, da hier alles begann; bei Hochzeiten, auf Abi-Bällen und diversen Festen oder in der Fußgängerzone. Bereits mit vier Jahren stand sie bei der Föhrer Mini-Playbackshow auf der Bühne. „Ich glaube, so viele Auftrittsmöglichkeiten hätte ich in einer Großstadt nicht bekommen.“

Zur Frage nach Lieblingsfilmen von Engelmann und auch ihrer Roman-Heldin Felicitas Mahler nannte die Autorin: „Im Bereich Romance die alten Screwball-Comedies mit geistreichen, scharfzüngigen Dialogen. Der Klassiker ‚Vom Winde verweht‘, aber auch immer wieder französische Filme. Nirgendwo wird so feinsinnig und ‚dekorativ‘ gelebt, geliebt, geschlemmt und philosophiert.“

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