nach 20 jahren : Gut vernetzt und fest etabliert

Sind Teil des erfolgreichen Teams: Evelyn Beller, Alke Leverenz, Jan Lehmann und Andrea Prinz (von links).
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Sind Teil des erfolgreichen Teams: Evelyn Beller, Alke Leverenz, Jan Lehmann und Andrea Prinz (von links).

Der Betreuungsverein Föhr-Amrum blickt auf ein besonderes Jahr zurück: Es galt, ein Jubiläum zu feiern.

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07. Januar 2015, 09:00 Uhr

Der Betreuungsverein Föhr-Amrum (BTV) blickt auf ein besonderes Jahr zurück. Ein Jubiläum galt es zu feiern, denn der Verein wurde 20 Jahre alt. Zwei Jahrzehnte, in denen es dem BTV gelungen ist, sich zu einem festen Bestandteil der Insel zu entwickeln.

Der sehr gut vernetzt ist, insbesondere mit der Hospiz-Initiative Föhr-Amrum. Historisch bedingt, denn die Gründung des ambulanten Hospizdienstes im September 2007 erfolgte mit Unterstützung des BTV. Mit der Folge, dass beide Organisationen sehr stark verwachsen seien, betont Alke Leverenz, seit 2009 dabei und neben Elke Petersen (Verwaltung) mit Andrea Prinz, Karin Köhler und Evelyn Beller für die rechtliche Betreuung und Beratung zuständig. Wurden 2007 das Know-how und die Büroräume des BTV zur Verfügung gestellt, sind es heute Seminare, Vorträge oder Veranstaltungen, die gemeinsam angeboten werden. Eine enge Zusammenarbeit, die analog mit dem insularen Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt und dem Deutschen Roten Kreuz auf beiden Inseln gepflegt wird.

Die Vorsitzende der ersten Stunde, Elke Schultz, und ihr Stellvertreter Jan Lehmann sowie Kathrin Kreuseler (Kassenwartin) und Martina Slawik-Schlue (Schriftführerin) komplettieren den Verein, dessen Mitgliederzahlen seit Jahren konstant sind (zirka 60). Rund 500 Beratungen werden pro Jahr überwiegend in den Räumen des BTV in der Strandstraße, aber auch telefonisch oder in den Wohnungen der Betroffenen geleistet. Zahlen, so Jan Lehmann, die den Stellenwert auf der Insel unterstreichen.

2012 wurde Lehmann als zweiter Mann hinter der Vorsitzenden Elke Schultz gewählt. „Es war die Zeit, als es finanziell sehr brannte, und nicht klar war, wie es weitergehen würde“, erinnert Lehmann. Denn der Verein schien damals vor dem Aus zu stehen. Während die finanziellen Probleme, verursacht durch einen hauptberuflichen Betreuungs-„Konkurrenten“, und die Kürzung der Fördermittel des Landes Schleswig-Holstein vom Tisch sind, taten sich andere Baustellen auf. Für Alke Leverenz eine Drehung um 180 Grad mit einem Schönheitsfehler, denn Finanzkürzung habe für den Verein Zeitkürzung bedeutet. So fiel die Verwaltungsstelle, schon damals von Elke Petersen besetzt, weg, und auch bei den übrigen Mitarbeitern wurden Stunden gekürzt. Dann wurden die Landesmittel wieder nach oben korrigiert und Ende 2012 verließ der hauptamtliche Betreuer die Insel. Somit wuchs die Zahl der Betreuungen von bis dahin rund 65 auf gut 90 Hilfebedürftige, für die der Verein fast über Nacht unmittelbar in Sachen rechtlicher Betreuung zuständig war. Finanziell wunderbar, so Lehmann, aber vom Arbeitsaufwand her kaum zu bewältigen. Gerade drei Wochen hatte man Zeit, um Akten aufzuarbeiten, Menschen kennenzulernen und die Betreuung zu organisieren.

Positiv, so Alke Leverenz, sei der Wechsel der Zuständigkeiten. Die liegen seit gut einem Jahr beim Justizminsterium unter der Leitung von Justizministerin Anke Spoorendonk. Zuvor war man dem Sozialministerium angegliedert. Ein logischer Schritt aus Sicht des BTV, denn Beratungen durch die Betreuungsvereine bringen dem Sozialministerium keine Vorteile, führen aber zu Einsparungen in der Berufsbetreuung beim Justizministerium.

Der Wechsel brachte auch mit sich, dass das Land begann, seine Förderrichtlinie mit einer Runderneuerung zu versehen. Neue Strukturen, die gesetzlich jene Voraussetzungen festlegen, die ein Verein zu seiner Anerkennung und damit zur Erlangung von Fördergeldern erfüllen muss. Und die den Vereinen künftig eine Jahresplanung abverlangt, deren Umsetzung am Ende auch nachgewiesen werden muss. Da im Zweifelsfall Fördergelder zurückgezahlt werden müssen, steigt auch das finanzielle Risiko. „Neuland für alle“, so Alke Leverenz, auch für das Ministerium. „Mal schauen, wie sich das entwickelt.“

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