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Neubaugebiet in wyk : Günstiger Wohnraum lässt weiter auf sich warten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Wer im Neubaugebiet am Kortdeelsweg bauen möchte, muss sich weiter in Geduld üben: Der Bebauungsplan wird nochmals ausgelegt. Grund ist unter anderem eine neue Rechtslage, nach der die Stadt ihre Planungen überarbeiten muss.

Der Bebauungsplan 51 für das geplante Neubaugebiet am Kortdeelsweg erfährt einige grundlegende Änderungen und wird erneut ausgelegt. Damit folgten die Stadtvertreter in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig einer Beschlussvorlage des Bauausschusses. Anlass für diesen Schritt, der das Zeitfenster für die Bereitstellung günstigen Wohnraums für Einheimische erneut verschiebt, waren Stellungnahmen von Behörden als Träger öffentlicher Belange und Privatpersonen.

So ist die Stadt aufgefordert, das geplante Grünkonzept – in den Grünzügen des Neubaugebietes sind die Ausgleichsflächen enthalten – besser abzusichern. Die Untere Naturschutzbehörde bemängelte die bisherige Begründung und forderte einen genauen Plan, wo der Ausgleich für die Flächen erfolgen soll, die im Baugebiet versiegelt werden.

Zudem befand die Bodenschutzbehörde die Kennzeichnung der ehemaligen Müllkippe als nicht ausreichend. Die beinhaltete lediglich das Gelände am Kortdeelsweg und muss auch für das zum B-Plan 51 gehörende und bereits bebaute Gebiet entlang des Fehrstiegs erfolgen, wo ebenfalls Bohrungen erfolgt sind. Es handle sich lediglich um eine zeichnerische Darstellung, so Dr. Silke Ofterdinger-Daegel, Vorsitzende des Bauausschusses. Aber: „Da die Grundzüge der Planung berührt werden, ist eine neuerliche Auslegung erforderlich.“

Nicht die einzigen Probleme, denn in einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2013 wird die gleichzeitige Ausweisung von Dauer- und Ferienwohnungen als unverträglich angesehen. Betroffen ist jene Kleinvermieterstruktur, die auf Föhr und in anderen Feriengebieten seit vielen Jahren gängige Praxis ist: eine Einliegerwohnung wird an Feriengäste vermietet. Ein Urteil, betonte Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen, das gesprochen wurde, als das Verfahren für das Neubaugebiet bereits in Gang war. In der Folge gingen Stellungnahmen des Innenministeriums ein, so Bauamtsmitarbeiter Ulrich Schmidt, „dass solche Sondergebiets-Ausweisungen, wie wir sie seit Jahrzehnten gemacht haben, rechtlich nicht mehr haltbar sind“.

Die Folge: Die Stadt verabschiedet sich von den Sondergebieten. Stattdessen gibt es die allgemeinen Wohngebiete A – in denen Erbpacht-Grundstücke vergeben werden und keine Ferienvermietung möglich ist – und B. Hier sollen, so Silke Ofterdinger-Daegel, ausnahmsweise Beherbergungsbetriebe und sonstige nicht störende Gewerbebetriebe zugelassen werden. Betroffen sind die frei verkäuflichen Grundstücke und – nach der Eingabe eines privaten Eigentümers soll auch hier eine Ferienvermietungsnutzung entsprechend des faktischen Bestandes zugelassen werden – die Häuser am Fehrstieg.

Dessen Anwohner mit dem Umstand hadern, dass die Haupterschließung über die Kreisstraße erfolgen soll. Die Alternative, den Kortdeelsweg über die Strandstraße anzufahren, komme nicht in Betracht, so Ulrich Schmidt. Wenn in der Zukunft die Lücke zwischen dem heutigen B-Plan 51 und der Strandstraße geschlossen werde, erfolge hier ohnehin die Erschließung. Eine Überlegung, die die aktuelle Mehrbelastung der Kreisstraße für die Verantwortlichen vertretbar mache.

Geplant ist, den Kortdeelsweg mittig abzupollern, der lediglich für Fußgänger, Radfahrer und Rettungsfahrzeuge durchgängig befahrbar bleiben soll. Veränderungen sollen möglich sein, sollten sich die Verkehrsverhältnisse anders entwickeln.

Sobald die Auslegung erfolgt ist, wollen die Verantwortlichen mit der Vergabe der Grundstücke beginnen. Diese soll noch in diesem Jahr erfolgen.

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erstellt am 25.Sep.2014 | 10:00 Uhr

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