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neue Tourismus-Strukturen : Gründung verzögert sich weiter

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Kommunalaufsicht verweigert den Föhrer Plänen die Genehmigung. Die Insulaner müssen nun nacharbeiten.

von
erstellt am 14.Feb.2015 | 11:00 Uhr

Schon im Dezember hätten die neuen Föhrer Tourismusstrukturen an den Start gehen sollen. Doch wären sie so wie geplant umgesetzt worden, hätte das Finanzamt kräftig abkassiert. Also wurde nachgearbeitet und der touristische Neubeginn auf den 1. März verschoben. Doch auch dieser Termin kann nicht gehalten werden. Denn nun hat die Kommunalaufsicht die Genehmigung versagt.

Rückblende: Am 17. Dezember 2014 hat der neu gegründete Tourismusverband Föhr seine Zweckverbandssatzung beschlossen, welche gemäß den gesetzlichen Bestimmungen dem Kreis Nordfriesland als Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorgelegt wurde. Bei der Satzung handelt es sich jedoch nur um einen Baustein des Gesamtkonzeptes der neuen Tourismusstruktur für die Insel Föhr. Neben der Gründung des Tourismusverbandes ist insbesondere auch die Errichtung weiterer GmbHs durch die Stadt Wyk und den Zweckverband geplant. Veranstaltungsabteilung und Aquaföhr sollen nach diesen Plänen von der Tourismus GmbH (FTG) in eine städtische Gesellschaft überführt werden, die FTG, die sich künftig ausschließlich auf das Marketing konzentrieren soll, soll zu einer „Tochter“ des Zweckverbandes werden.

Die Aufsichtsbehörde, so gibt Amtsdirektorin Renate Gehrmann jetzt in einer Pressemitteilung bekannt, habe deutlich gemacht, dass Grundlage einer Genehmigung der neuen Strukturen nur eine einheitliche Betrachtung des Gesamtkomplexes sein könne. Um der Kommunalaufsicht einen umfassenden Einblick in die Hintergründe der angestrebten Neuordnung der touristischen Zusammenarbeit auf der Insel Föhr zu geben, habe Anfang der Woche ein Gespräch im Innenministerium in Kiel stattgefunden, in welchem das Gesamtkonzept noch einmal ausführlich vorgestellt werden konnte.

Das Ergebnis muss die Föhrer Delegation wie ein Paukenschlag getroffen haben. Denn zum einen, so berichtet der Vorsitzende des Tourismusverbandes, Till Müller, fahre das Land bei der bisher sehr großzügig erteilten Genehmigung kommunaler GmbHs neuerdings eine restriktive Linie. Außerdem wurde den Föhrern mitgeteilt, dass aufgrund einer kürzlich erfolgten Änderung des Gesetzes zur kommunalen Zusammenarbeit keine Beschäftigung von Personal beim Tourismusverband Föhr genehmigt würde, da sich dieser – wie auch die amtsangehörigen Gemeinden – des Amtes Föhr Amrum zu bedienen hätte. Ursprünglich war geplant, dass beim Zweckverband – neben einem kleinen Anteil an der Stelle des FTG-Chefs – zwei halbe Stellen für die Ausgabe von Meldescheinen angesiedelt werden sollten. Das ist nach der Gesetzesänderung nun nicht mehr möglich. Nun wird die Meldescheinverwaltung wohl ans Amt delegiert werden müssen.

Weiterhin, so heißt es in Gehrmanns Mitteilung, seien die durch die Intervention des Finanzamtes erforderlich gewordenen Änderungen an der gewünschten gesellschaftsrechtlichen Zielstruktur Gegenstand kritischer Erörterungen durch die Aufsichtsbehörden gewesen. Bei den GmbH-Gründungen müssen die Föhrer nun also noch nacharbeiten, um die Aufsichtsbehörde von ihren Plänen überzeugen zu können.

Der Zweckverband dagegen soll so schnell wie möglich seine Arbeit aufnehmen. Denn die Genehmigung der Verbandssatzung sei in Aussicht gestellt worden, sobald darin auf eigenes Personal verzichtet wird, berichtet Gehrmann. Somit sei die Grundlage geschaffen, um auf gesamtinsularer Ebene das Tourismusmarketing durch die FTG inhaltlich zu begleiten und gemeinsame Projekte ins Rollen zu bringen. „Wir haben uns vorgenommen, jetzt schnell mit der inhaltlichen Arbeit anzufangen und uns Gedanken über die künftige Ausrichtung des Tourismus auf Föhr und die gesamtinsulare Infrastruktur zu machen“, kündigt Verbandsvorsteher Müller an. Doch bis die neuen Tourismusstrukturen wirklich stehen, wird weitere Zeit ins Land gehen. „Wir hoffen, das innerhalb der nächsten drei Monate hinzukriegen“, so Müller. Bis Ende Mai will er die nötigen Genehmigungen in der Tasche haben. „Bis die Struktur dann steht, wird es eher Anfang Juli“, ist der Stadtvertreter der Wyker Grünen vorsichtig optimistisch. „Da sind viele Kleinigkeiten zusammen gekommen, mit denen wir so nicht gerechnet haben.“

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