Wyk : Großes Kino am Vormittag

Michael van Bürk (li) sammelte zum Abschluss die Stimmzettel der Matinee-Besucher ein.  Fotos: len
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Michael van Bürk (li) sammelte zum Abschluss die Stimmzettel der Matinee-Besucher ein. Fotos: len

Die Green-Screen-Matinee war trotz des Strandwetters gut besucht. Die Filme zeigten die Schönheit der Natur und ihre Bedrohung durch den Menschen.

shz.de von
22. August 2018, 11:00 Uhr

„Es war wieder einmal unheimlich schwer, sich für einen der Filme zu entscheiden“. Dieser Stoßseufzer entfuhr gestern Mittag einer Besucherin, nachdem sie die Green-Screen-Matinee im Kino am Wyker Sandwall erlebt hatte.

Im Vorfeld des internationalen Naturfilmfestivals in Eckernförde reist Green Screen regelmäßig mit drei Filmen durch Schleswig-Holstein. In 14 Orten des Landes können dabei die Kinobesucher ihr Votum für den Film abgeben, dem der Publikumspreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) zuerkannt werden soll. Zum Abschluss des Festivals vom 12. bis 16 September, soll dann das streng gehütete Geheimnis gelüftet werden, für welchen Film sich die Zuschauer entschieden haben.

Zum siebten Mal hatte Thomas Dethlefsen sein Kino am Sandwall kostenlos für diese Vorstellung geöffnet, wofür ihm Petra Kölschbach, die Redakteurin des Insel-Boten, bei der Begrüßung der über 90 Besucher ausdrücklich dankte. Kölschbachs Dank galt auch Michael van Bürk, dem Pressesprecher des Festivalmanagementes, das seit nunmehr zwölf Jahren das Naturfilmfestival ausrichtet. Van Bürk hatte, wie auch in der Vergangenheit, die drei Filme nach Föhr mitgebracht und freute sich, fast in Urlaubsstimmung, die Wettbewerbsfilme erleben zu können.

„Dieser Wettstreit um den Publikumspreis des sh:z gewinnt immer mehr an Bedeutung“, so der Pressesprecher, der darauf verwies, dass im Verlauf von acht Jahren über 20 000 Besucher bei diesen Aufführungen in ganz Schleswig-Holstein gezählt wurden. Auch für die Filmemacher selbst würde der Publikumspreis immer bedeutender. „Dabei werden nämlich ihre Filme nicht von Jury-Mitgliedern, sondern von den Menschen beurteilt, für die diese Naturfilme gedreht worden sind“, so van Bürk.

Die diesjährigen Anwärter auf den Publikumspreis des sh:z deckten eine große Bandbreite ab. Der Film von Mi-Yong Brehm und Steffen Sailer zeigte das Tessin als Schweizer Kanton mit enormen Kontrasten. Die Vielfalt der Tierwelt des Tessin nahm einen breiten Raum ein: Balztänze der Haubentaucher, Flugkünste der Rauchschwalben und Kletterkünste der Gämsen.

Nach Spitzbergen entführte der norwegische Naturfilmer Asgeir Helgestad. Über vier Jahre hinweg hatte der Norweger versucht, das Leben der Eisbärmutter Frost und ihrer Töchter mit der Kamera zu begleiten. Auch wenn dieser Film wunderschöne Einblicke ins das Leben der Eisbären vermittelte, machte er gleichzeitig betroffen, dokumentiert er doch das Fortschreiten des Klimawandels. Richtig wütend machte aber viele Zuschauer das sinnlose Sterben der beiden Eisbärtöchter. Die Todesursachen waren in beiden Fällen leichtfertiges und unüberlegtes Handeln der Menschen.

Zum Abschluss unternahmen die Kinobesucher mit Axel Gebauer eine Reise in den Himalaya, wo sie den Kleinen Panda bei der Aufzucht seines Nachwuchses beobachten konnten. Auch hier wurde deutlich, dass das Filmen der Naturschönheiten durch die Eingriffe des Menschen in seine Umwelt unausweichlich an seine Grenzen gerät.

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