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CD „Spooren“ : Großer Erfolg für eine Föhrer Band

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die erste Platte der Gruppe Kalüün wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Und ihr Song „Fering Hüs“ rutscht in der Liederbestenliste immer weiter nach oben.

Damit hatten die Musiker der friesischen Band Kalüün wohl kaum gerechnet: Ihr im März 2014 auf Föhr veröffentlichtes Debüt-Album „Spöören“ (Spuren) wurde jetzt mit dem begehrtesten Preis der deutschen Folkszene ausgezeichnet, dem Preis der deutschen Schallplattenkritik. Er wird durch einen unabhängigen Zusammenschluss von derzeit 145 Musikkritikern und Journalisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vierteljährlich in den sogenannten Bestenlisten vergeben, darin enthalten die besten und interessantesten Neuveröffentlichungen der vorangegangenen drei Monate.

Kalüün hat sich mit „Spöören“ in der Kategorie „Lieder und Songs“ klar durchgesetzt. „Wir sind völlig von der Rolle“, berichten Keike und Jan Faltings sowie Dennis Werner von Kalüün. „Eigentlich wollten wir nur mal etwas Neues machen. Wir haben anscheinend den passenden Zeitpunkt für unser Album erwischt. Die Leute haben spürbar Lust auf mehr Folk. Und auf einmal erfahren wir“, so die drei Musiker weiter, „dass ‚Spöören‘ im belgischen Rundfunk, im Deutschlandradio und im WDR läuft. Das ist für eine friesische CD in der Tat schon ziemlich außergewöhnlich.“

Ihr Song „Fering Hüs“ nach der Melodie von „Cedars of Lebanon“ des renommierten irisch-amerikanischen Folkmusikers und Songschreibers Thom Moore ist aktuell in der sogenannten Liederbestenliste (www.liederbestenliste.de) von ursprünglich Platz 18 auf Platz vier gestiegen. Auch wenn diese Liste schwerpunktmäßig deutschsprachige Titel und Alben berücksichtigt, so werden doch auch in Deutschland veröffentlichte Tonträger unabhängig der Sprache bewertet.

Im Herbst 2012 formierte sich die friesische Folkgruppe Kalüün (deutsch: „Kraft, Energie“), in Nachfolge der Band Ballynacally, mit der sie eine mehr als zehnjährige Leidenschaft zum irischen Folk, aber auch zu amerikanische Stilrichtungen und zur traditionellen Musik Skandinaviens verbindet. Auf ihrer Reise durch die verschiedenen Stile des amerikanischen und europäischen Folks ist mit der Zeit nicht nur der charakteristische Sound der Gruppe gereift, sondern zunehmend auch das Bedürfnis gewachsen, den eigenen friesischen Wurzeln nachzuspü-ren.

Kalüün setzt damit eine ganz eigentümliche Musiktradition der nordfriesischen Inseln fort, die einst neben regionalen Besonderheiten der schleswigschen und jütischen Spillemandsmusik deutliche Einflüsse internationaler Seemannslieder, Shanties und Tanzmelodien zeigte, wie sie mit den friesischen Seefahrern aus den europäischen Hafenkneipen auf die Inseln und Halligen gelangt waren. Diese besondere Musikkultur kam im Zuge des nationalen Umbruchs nach 1864 schnell zum Erliegen und war schon um 1900 nur noch in Relikten vorhanden.

Mit ihrem Album „Spöören“ begibt sich die Gruppe Kalüün nun auf die verwehten Spuren der alten, fast vergessenen Balladen und Tanzstücke der Insel Föhr, ergänzt durch eine Reihe eigener Kompositionen und Texte, und demonstriert darin, dass man traditionellen Folk mit nuanciertem Sprachgefühl und feinen Arrangements auch nach dem Musikgeschmack von heute anspruchsvoll und modern interpretieren kann. Die elf Titel des Albums – davon vier Instrumentalstücke – sind im Frühjahr und Sommer 2013 mit Unterstützung der drei befreundeten Gastmusiker Ole Carstensen, Michael Lempelius und Dirk Werner eingespielt worden.Die Initiative zu dieser CD ging von der Ferring-Stiftung in Alkersum aus, realisiert werden konnte sie dank finanzieller Unterstützung des Friesenrats sowie weiterer Spender.

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