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Ankunft in Wittdün : Großer Empfang im Heimathafen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Seenotrettungskreuzer „Ernst Meier-Hedde“ hat gestern Amrum erreicht. Das neue Schiff löst die „Vormann Leiss“ ab.

shz.de von
erstellt am 22.Jun.2015 | 09:00 Uhr

Mit großer Kulisse wurde am Sonnabendnachmittag der brandneue Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) im Wittdüner Seezeichenhafen empfangen. Mit diesem im Mai in Bremerhaven feierlich getauften Schiff der neu entwickelten 28-Meter-Klasse wird erstmalig ein neuer und noch größerer Seenotrettungskreuzer auf Amrum stationiert. Die „Ernst Meier-Hedde“ und ihr Tochterboot „Lotte“ lösen den bisher auf der Insel beheimateten Retter der 23-Meter-Klasse „Vormann Leiss“ mit seinem Tochterboot „Japsand“ ab. Die „Vormann Leiss“ wurde mittlerweile an einen privaten Interessenten in Schweden verkauft.

Bis zur letzten Minute hatte die DGzRS den Termin der Überführungsfahrt offen gelassen. „Wir mussten die abschließenden Werftprobefahrten abwarten, erst dann konnten wir sicher planen“, erklärte Antke Reemts von der DGzRS-Presseabteilung. Nachdem der Termin für die Fahrt über Helgoland nach Amrum feststand, funktionierte der Buschfunk. So hatte Kapitän Bandix Tadsen kurzerhand eine kostenlose Sonderfahrt zur Begrüßung mit seinem Ausflugsschiff „Eilun“ in den Fahrplan aufgenommen. Die Passagiere wurden um eine Spende für die Seenotretter gebeten. „Neue Schiffe müssen auch bezahlt werden“, so die Begrüngung des Kapitäns. Außerdem hatten sich zahlreiche Bootseigentümer trotz des wenig sommerlichen Wetters aufgemacht, um der „Ernst Meier-Hedde“ und der Mannschaft vor Amrum einen herzlichen Empfang zu bereiten.

„Das war richtig gut“, fasste Vormann Sven Witzke die Willkommensparade knapp zusammen. Wir haben extra über Nacht vor Helgoland gelegen, um unseren Heimathafen bei Tageslicht anlaufen zu können“, so der Vormann. Die als Ersatzkreuzer auf Amrum stationierte „Hannes Glogner“ machte sich unter dem Kommando von Ulf Pirwitz ebenfalls auf den Weg ins Rütergat. Von Hörnum waren zudem die freiwilligen Seenotretter mit dem Rettungsboot „Horst Heiner Kneten“ nach Amrum gekommen, um ihre Kollegen zu begrüßen. Und im Seezeichenhafen gesellten sich zu den Schiffshörnern auch die Blaulichter und Einsatzhörner von Rettungsdienst und Polizei. Ein deutliches Zeichen für den hohen Stellenwert, den die Seenotretter auf der Insel haben.

Mit rund 17,5 Meilen pro Stunde steuerte Witzke sein Revier an. Noch seien zu viele Teile an Bord nur notdürftig festgezurrt worden, begründete er das eher verhaltene Tempo. „In der Außenweser waren wir noch mit über 20 Seemeilen unterwegs, aber weiter draußen musste der Vormann aufgrund des Seegangs die Geschwindigkeit auf bis zu acht Knoten drosseln“, verdeutlichte Inspektor Holger Freese die unterschiedlichen Reisegeschwindigkeiten. „In der Werft wurden nach der Taufe noch Veränderungen an der Steigung der Propeller vorgenommen, um die Maschinenauslastung zu optimieren“, so Freese weiter. Für die Feinjustierung der Aufholung des Tochterbootes brauche man Ruhe, und an der hätte es bei dem enormen Fertigstellungsdruck zuvor gefehlt, beschreibt Sven Witzke die Abschlussarbeiten in der Fassmer Werft.

„Ich dachte gar nicht, dass der Rettungskreuzer so groß ist. Das ist auf den Bildern gar nicht so aufgefallen“, staunte ein Freizeitkapitän, als das neue Schiff in den Seezeichenhafen einlief. Demnächst werden zwei Dalben am Ponton eingespült, um der Länge des Kreuzers Rechnung zu tragen. Die „Hannes Glogner“ nahm bereits gestern Kurs auf Bremerhaven, um den 23-Meter-Seenotrettungskreuzer „Hermann Rudolf Meyer“ abzulösen. Da galt es, möglichst zügig die Ausstattungs- und Ersatzteile, die ihren Lagerplatz auf dem Ponton und im Stationsschuppen haben werden, von Bord der „Ernst Meier-Hedde“ zu schaffen und das Schiff seeklar zu machen. „Der nächste Einsatz kommt bestimmt“, ist sich der Vormann sicher.

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