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wiesenvogelschutz auf föhr : Großer Einsatz für die Uferschnepfe

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach der Brut ist vor der Brut: Dieses Motto gilt für die ehrenamtlichen Gebietsbetreuer, die sich dem Schutz der vom Aussterben bedrohten Uferschnepfen auf Föhr verschrieben haben.

Nach der Brut ist vor der Brut: Dieses Motto gilt für die ehrenamtlichen Gebietsbetreuer, die sich dem Schutz der Uferschnepfen auf Föhr verschrieben haben. Diese Vögel, einst prägend für die Marsch, sind bedingt unter anderem durch die intensive Landwirtschaft vom Aussterben bedroht.

Doch seit inzwischen sechs Jahren gibt es den sogenannten Feuerwehrtopf Föhr, aus dem die Landwirte entschädigt werden, die bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen auf Gelege dieser Wiesenvögel Rücksicht nehmen. Dieses Projekt, das in ähnlicher Form schon länger auf Eiderstedt praktiziert wird, hat Angela Helmecke vom Michael-Otto-Institut des Naturschutzbundes (NABU) in Bergenhusen auf Föhr „etabliert“. Als „Schnepfenmutti“ nahm sie auch die Kartierung der Vögel vor und betreute das Vorhaben mehrere Jahre lang.

Unter dem Schirm der Inselgruppe Föhr des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) schwärmen von Anfang April bis Ende Juni die Gebietsbetreuer regelmäßig aus, um die Gelege zu markieren und zu kontrollieren und vor allem mit den Landwirten die Bewirtschaftung abzusprechen. Dabei geht es insbesondere darum, den Zeitpunkt der Mahd rund um die Gelege etwas nach hinten zu verschieben, um den Vögeln die Möglichkeit des ungestörten Brütens und der Aufzucht zu geben.

Zur Vorbereitung der neuen Brutsaison trafen sich die ehrenamtlichen Betreuer in Wyk, um mit dem Biologen Frank Hofeditz die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Gleichzeitig war dies auch ein Anlass zu einem Rückblick auf das vergangene Jahr. „Das Projekt Wiesenvogelschutz ist auf Föhr inzwischen fest installiert“, konnte Annemarie Lübcke, die Vorsitzende des Föhrer BUND, feststellen, die auch auf eine positive Entwicklung des Uferschnepfenbestandes verweisen konnte. Bei der Kartierung der Gelege waren im April 58 und im Mai sogar 66 Reviere festgestellt worden, die dann von Betreuern geschützt wurden. Dabei kommen die Schutzmaßnahmen nicht nur den Uferschnepfen, sondern auch Kiebitzen, Austernfischern und Rotschenkeln zugute.

34 Landwirte beteiligten sich an dem Projekt und bekamen insgesamt aus dem Feuerwehrtopf 17 850 Euro an Ausgleichszahlungen. „Die Absprachen klappen hervorragend“, konnten die Betreuer berichten und erfreut feststellen, dass viele Landwirte von sich aus Bescheid sagen, wenn sie auf ihren Flächen ein Uferschnepfengelege vorfinden.

Die ehrenamtlichen Gebietsbetreuer haben sich mit Leib und Seele dem Schutz „ihrer“ Vögel verschrieben. Dies wurde bei ihrer Zusammenkunft deutlich, bei der sie einen Einblick in ihre Tätigkeit gaben. In den drei Monaten der Brutsaison haben die Vogelschützer kaum noch Augen für andere Dinge. Für sie ist es ungemein befriedigend, die Entwicklung der Vögel beobachten zu können, was durchaus auch in ein Geduldsspiel ausarten kann. Doch im Laufe der Zeit haben sie immer mehr Einblicke in die Lebensgewohnheiten der Uferschnepfen bekommen und wissen, wo sie nach den Tieren suchen müssen.

Mit Frank Hofeditz haben sie auch einen neuen Betreuer bekommen, der sie noch weiter in die Materie der Feldarbeit einführen will. Dabei hoffen Hofeditz und der Kreis der Betreuer, noch weitere ehrenamtliche Mitstreiter gewinnen zu können. Wer Interesse an dem Projekt Wiesenvogelschutz hat, kann sich beim BUND in der Strandstraße unter ✆ 04681/7461720 melden.

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erstellt am 21.Feb.2014 | 10:00 Uhr

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