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Grundschule Föhr-Land : Großer Bahnhof für den neuen Chef

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Michael Oldigs übernimmt die Leitung der Schulen von Midlum und Süderende. Der Pädagoge war vorher an der Eilun-Feer-Skuul in Wyk tätig.

„Eine Persönlichkeit, auf die man sich verlassen kann, die Humor hat, kollegial ist, gewissenhaft und belastbar.“ Nordfrieslands Schulrätin Maike Jennert hatte in der Personalakte geblättert, bevor sie Michael Oldigs offiziell in einer Feierstunde zum neuen Schulleiter der Grundschule Föhr-Land ernannte. Dabei bezeichnete Jennert es als „ein Privileg, auf so einer Insel arbeiten zu dürfen“.

Amtsvorsteherin Heidi Braun, die zusammen mit Amtsdirektorin Renate Gehrmann gekommen war und die Grußworte des Amtes überbrachte, verglich die Land-Grundschule mit einem Schiff, dessen Eigner unter friesischer Flagge segle und das nun von einem neuen Kapitän geentert werde. Angesichts der beiden Standorte in Midlum und Süderende sei das keine so leichte Aufgabe, so Braun. Viele kleine Passagiere wollten sicher durch die Grundschule geleitet werden, ohne Schiffbruch erleiden zu müssen. Hierbei werde vom Kapitän erwartet, Respektsperson mit viel Gefühl zu sein. Braun überreichte symbolisch einen kleinen Rettungsring.

Ebenso ein maritimes Begrüßungsgeschenk überreichte Carl Wögens als Leiter der Eilun-Feer-Skuul in Form eines Gehäuses einer Wellhornschnecke. Sie symbolisiere ein druckstabiles Gehäuse, das dem weichen Anteil innen hin und wieder als Schutz dienen möge. Dabei wünschte sich Wögens weiterhin so eine gute Zusammenarbeit, wie er sie bereits kennengelernt habe, als Oldigs noch an der Eilun-Feer-Skuul tätig war. Gleichzeitig richtete sich sein besonderer Dank für die gute Zusammenarbeit an Anita Filter, die in der Zeit der fast einjährigen Vakanz – nach dem Weggang von Nicole Frantzen – als kommissarische Leiterin die Geschicke der kleinen Inselschule geleitet hat. Herzlich begrüßt wurde der neue Amtskollege auch von Uwe Nissen, dem Leiter der Dänischen Schule, Helga Weber von der Wyker Rüm-Hart-Schule und – aus der Ferne – von Jörn Tadsen von der Öömrang Skuul.

„Ich versichere Ihnen, dass Sie sich auf unsere Mitarbeit verlassen können.“
Dr. Christoph Meyer-Schillhorn hob aus Sicht der Eltern und der beiden Fördervereine hervor, dass die Situation der letzten Monate von den Eltern mit viel Geduld ertragen worden sei, was nicht zuletzt auf ein außerordentlich engagiertes Kollegium zurückzuführen gewesen sei. Auch sein ganz besonderer Dank richtete sich deswegen an Anita Filter. „Hartelk welkimen!“ begrüßte letztlich auch Filter selbst im Namen der Kollegen den neuen Chef „an Bord“ und wünschte „Allzeit gute Fahrt.“

„Es gibt mir das Gefühl, willkommen zu sein. Einen schöneren Empfang kann man sich kaum vorstellen“, freute sich Oldigs auf eine vertrauensvolle und effiziente Zusammenarbeit, dort, wo friesische Kultur vermittelt werde. Er verglich eine gute Schule mit einer Pflanze, die zum Gedeihen diverse Unterstützung benötige. In der friesischen Sprache sei er noch etwas unsicher, verriet er, ergänzte jedoch, „ich glaube, ihr werdet mir da helfen.“ Dessen kann er sich gewiss sein, denn schon ein Begrüßungslied stimmten die jüngsten unter der Leitung von Enken Tholund in Friesisch an. Musikalische Beiträge (Leitung Josef Antoš und Annamaria Cserepka) von „et orkester“ und Chor folgten, angereichert mit all der Herzlichkeit, die Grundschüler in ihre Stimmen legen können.

Der gebürtige Itzehoer Michael Oldigs, Jahrgang 1977, kehrte nach dem Studium für das Grund- und Hauptschullehramt (Fächer: Deutsch, Technik und Sport) an seine alte Grundschule in Itzehoe zurück, bevor er an einer Hauptschule, danach an einer Gemeinschaftsschule in Kellinghusen unterrichtete. Seiner Familie wegen zog er 2012 nach Föhr und arbeitete dort bis dato an der Eilun-Feer-Skuul. Oldigs zieht es ganz bewusst mit Frau Martina und seinem zwei Jahre alten Sohn Gerrit Richtung Föhr-Land. So ist er seit 2013 Tennislehrer beim TSV Föhr-West, spielt selbst auch in einer Herrenrunde und erzählt immer noch ganz begeistert von der Herzlichkeit, mit der er und seine Familie aufgenommen worden seien.

„Eine erfolgreiche, zielgerichtete Grundschularbeit liegt mir sehr am Herzen“, sagt er und fügt hinzu: „nach Jahren der Unterrichtsarbeit in der Sekundarstufe möchte ich mich nun beruflich weiterentwickeln und Verantwortung für die pädagogische Grundschularbeit hier auf Föhr übernehmen. Ich möchte nach Möglichkeit alles daran setzen, dass wir beide Grundschulstandorte erhalten.“

Die von den Kollegen gebastelte Schultüte, die alles beinhaltet – vom roten Faden, den man nicht verlieren sollte, bis zum Entspannungsbad am Abend – wird eine wichtige Stütze für den Anfang sein.

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