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Inselsingen : Großer Auftritt der Föhrer Chöre

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mehr als 140 Sänger gestalten das Programm des traditionellen Chortreffens. Ausrichter war dieses Mal der Männergesangvereins Föhr-West.

„Es ist eine Art Premiere“, so Hark Riewerts, erster Vorsitzender des in diesem Jahr als Gastgeber fungierenden Männergesangvereins Föhr-West beim Inselsingen, „denn zum ersten Mal konnten alle fünf großen Chöre der Insel unserer Einladung folgen – es ist keine Grippewelle unterwegs.“

Die Gemeinde Utersum hatte die Strandkorbhalle extra vorbereitet für die alle zwei Jahre stattfindende Traditionsveranstaltung, so dass Gäste und viele Einheimische dicht nebeneinander Platz fanden. Das erwies sich schon vom ersten Lied an, angestimmt vom am längsten existierenden Insel-Chor, dem Männergesangverein Concordia Wyk von 1868, als vorteilhaft, denn Nebenmann (oder -frau) wurde sofort untergehakt zum Mitschunkeln.

„Es stehen 821 Jahre vor Ihnen“, so ein Chormitglied humorvoll, was die Zuschauer zum einen dazu anregte, das Durchschnittsalter zu berechnen – mit Chorleiter Martin Bruchwitz befanden sich elf Herren auf der Bühne – um zum anderen dann respektvoll die Stimmgewalt der Wyker Sänger zu bewundern.

Unter der Leitung von Birke Buchhorn-Licht erklangen die „Feer-Ladies“, die „lila Fraktion“, erwachsen aus einem Landfrauenchor vor acht Jahren, der anfangs mit nur ganz wenigen Damen für sich allein üben und nach Möglichkeit niemals auftreten wollte. Inzwischen bestehen die „Feer-Ladies“ aus mehr als 60 Aktiven, die sich aus Frauen aus jedem Inselort, Wyk eingeschlossen, rekrutieren.

Schnelles Umziehen stand für einige Amazonen nach dem Ladies-Auftritt auf dem Programm, musste doch das lila Oberteil gegen eine weiße Bluse mit rosa-farbenem Schal getauscht werden, da diese besonderen Sangesschwestern in zwei Chören mitsingen: Der Gemischte Chor Nieblum, immerhin auch schon präsent seit 1968, betrat die Bühne. Unter der Leitung der Eheleute Monika und Andreas Reincke präsentierte er ebenso wie alle anderen Chöre drei Lieder aus seinem umfangreichen Repertoire, bevor er vom Gospelchor „Unföhrgettable“, bei dem Andrea Arfsten den Taktstock schwingt, abgelöst wurde. Auch „Unföhrgettable“ ist schon seit 20 Jahren aktiv dabei und hat seinen „Hauptsitz“ in Boldixum, hauptsächlich zur Unterstützung der Gottesdienste in der St. Nicolai-Kirche, sei mit Workshops und Konzerten aber auch außerhalb kirchlicher Feiern anzutreffen, so Pastor Jörg Weißbach, der „Mann am Klavier“.

Wie es sich für einen guten Gastgeber gehört, lässt er seinen Gästen den Vortritt, bevor er selbst die Stimme erhebt: „Die wilden Männer aus dem Westen“, so Riewerts über seinen Chor, blickten auch bereits auf ein langes Bestehen zurück, und er vermutete, dass ihre neun Gründungsväter aus Oldsum sicherlich voller Stolz auf ihren Verein blickten, wenn sie wüssten, dass dieser seit 1896 immer noch fleißig am Singen ist und keine Nachwuchssorgen hat. Chorleiter Roluf Hennig dirigiere einen „Mehrgenerationenchor, so Riewerts weiter, denn von 17 Jahren bis Mitte 80 sei jede Altersstufe vertreten.

Maritimes, Schwungvolles wie Besinnliches in Englisch sowie in den Inselsprachen Friesisch, Platt – und Hochdeutsch – das Programm des Inselsingens mit insgesamt mehr als 140 Sängern war umfangreich und bot jedem Geschmack etwas, was mit großem Beifall honoriert wurde. Einig waren sich die Chöre hinsichtlich der Nachhaltigkeit, denn der Inhalt der Spendenbox am Ausgang war für den Förderverein der Föhrer Kreismusikschule bestimmt, damit sich auch nachfolgende Generationen an Musik begeistern dürfen und können.


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