Tag der Seenotretter 2015 : Großer Andrang im Seezeichenhafen

Neuförderer kamen in den Genuss einer Ausfahrt mit dem Rettungsboot „Horst Heiner Kneten“.
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Neuförderer kamen in den Genuss einer Ausfahrt mit dem Rettungsboot „Horst Heiner Kneten“.

Riesen-Interesse an der „Ernst Meier-Hedde“ . Rettungsvorführungen und Unterhaltung rundeten das Programm auf dem Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes ab.

shz.de von
28. Juli 2015, 16:35 Uhr

Auch im Jahr ihres 150-jährigen Bestehens stellte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Tag der Seenotretter ihre Arbeit auf zahlreichen Stationen an Nord- und Ostsee der Öffentlichkeit vor. Auf Amrum spielte sich das Geschehen im Seezeichenhafen auf dem Gelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes rund um den Liegeplatz des Seenotrettungskreuzers ab.

„Ich warte jetzt eine halbe Stunde“, stellte ein Urlauber entspannt fest, der sich wie alle in Geduld üben musste, denn die Neugier auf den brandneuen Seenotrettungskreuzer „Ernst Meier-Hedde“ war anlässlich des Open-Ship groß. Erst Mitte Juni war der gut zehn Millionen Euro teure Neubau der neu entwickelten 28-Meter-Klasse nach Amrum gekommen.

Mit Hilfe der ehrenamtlichen Unterstützer der Gesellschaft und der freiwilligen Rettungsmänner der Stationen Amrum und Hörnum auf Sylt sowie der Besatzung wurde den zahlreichen Besuchern neben der Besichtigung des Schiffes mit Information, Kinderspielen und Unterhaltung ein buntes Programm geboten. Das Wetter, sonnig aber nicht sonderlich warm, spielte mit und Stationsleiter Sven Witzke zeigte sich über den enormen Ansturm beeindruckt.

Kleine und große Besucher konnten ganz aus der Nähe einen Einblick in die Technik des Seenotrettungsdienstes gewinnen. Im Fokus stand dabei erwartungsgemäß die Besichtigung des neuen Seenotrettungskreuzers und dessen Tochterboot „Lotte“. Die Besatzung beantwortete dabei bereitwillig die unzähligen Fragen zu ihrer Arbeit.

Vormann Sven Witzke war zur Demonstration in einen Überlebensanzug, der beim Überbordgehen die Körpertemperatur 24 Stunden lang halten kann, geschlüpft und erklärte die Funktion der Rettungsweste, die zur Sicherheitsgrundausstattung im Einsatz gehört. Dabei wurde er tapfer von einer jungen Besucherin unterstützt. Das Modell der Seenotretter kostet 1500 Euro, erklärte Witzke, und erläuterte Einzelheiten zur Ausstattung der Hightech-Weste, von der im Einsatz auf See im Notfall das Überleben abhängt. „Sobald sich die Weste durch Kontakt mit Seewasser automatisch aufbläst, wird durch eine Sicherheitsleine ein Notpeilsender aktiviert“, so der Stationsleiter.

Da sich die DGzRS ausschließlich durch Spenden finanziert, steht neben der originären Aufgabe der Menschenrettung auf See auch die stetige Einwerbung von Spendern und fördernden Mitgliedern im Interesse der Organisation. Die erneut gut angenommene Außendarstellung im Wittdüner Seezeichenhafen ist dabei ein wichtiger Baustein der Philosophie der Gesellschaft. Holger Zick vom Informationszentrum Schleswig-Holstein der DGzRS in Laboe hatte sich auf den Weg nach Amrum gemacht, um die Veranstaltung zu unterstützen. Er übernahm die Einwerbung neuer Förderer während des Festes. „Wir haben jetzt schon 27 Personen als Förderer registrieren können“, freute sich Zick am Nachmittag und verdeutlichte die beeindruckende Zahl an der Tatsache, dass bei Open-Ship-Veranstaltungen im Durchschnitt vier bis fünf Förderer gewonnen werden können. Da klingt das Ergebnis auf Amrum fast rekordverdächtig, und die Neuförderer wurden mit einer Ausfahrt auf dem Rettungsboot „Horst Heiner Kneten“, belohnt. Eine tolle Geste der freiwilligen Rettungsmänner der Hörnumer Rettungsstation, die zur Unterstützung der Veranstaltung nach Amrum gekommen waren.

In vier Wochen wird die „Ernst Meier-Hedde“ ihren Liegeplatz noch einmal für einen Werftaufenthalt verlassen müssen. „Hauptsächlich wegen der Ausstattung mit neuen Propellern“, erklärt der Vormann. Diese werden dann für eine bessere Belastung der Maschinen sorgen. Zudem stehen rund 40 Punkte auf der To-do-Liste während der Auszeit bei der Fassmer-Werft in Berne an der Weser. „Das sind bei solch einem neu entwickelten Typschiff recht wenige Punkte“, erläuterte Witzke.

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