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Insel-Bote

16. Dezember 2017 | 16:35 Uhr

auf Amrum : Große Suchaktion in den Dünen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Was ist Ceetin K. passiert? Leichenspürhunde schlugen vorhin in Wittdün an. Gefunden wurde aber zunächst nur eine wilde Müllkippe.

von
erstellt am 04.Okt.2017 | 20:04 Uhr

Große Suchaktion auf der Insel Amrum: Polizisten und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) durchkämmten heute die Dünen im Bereich des Wittdüner Wriakhörnsees, stocherten mit langen Stangen und Metalldetektoren im Boden, Suchhunde schnüffelten das Gelände ab. Die Beamten suchen nach Ceetin K., einem der drei jungen Männer, die Anfang Mai auf der Insel vermisst gemeldet wurden (wir berichteten). Während die beiden anderen, ein 19- und ein 26-Jähriger, Anfang Juli wieder auftauchten, fehlt von dem 28-jährigen Iraker weiter jede Spur. Seit Ende April, so die Polizei in einer Mitteilung, gebe es von dem Flüchtling, der seit November 2015 auf Amrum wohnt, kein Lebenszeichen mehr.

Die Kriminalpolizei hatte in der Anfangszeit keine Hinweise auf Straftaten und Ceetin K. auch sonst nicht in einer gefährdeten Situation vermutet. Vielmehr wurde davon ausgegangen, dass der Iraker mit den beiden anderen jungen Männern unterwegs war. Diese hätten nach ihrer Rückkehr allerdings keine Angaben zum Aufenthaltsort des Vermissten machen können. „Die sagten damals, dass sie nicht mit ihm unterwegs waren“, sagte die Pressesprecherin der Polizeidirektion Flensburg, Sandra Otte, unserer Redaktion. „Wir haben deshalb weiter nach ihm gesucht, obwohl es absolut keinen Hinweis gab“.

Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass Ceetin K. die Insel nicht verlassen hat und befürchten, dass er einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. „Die Kripo hat in der realen und in der virtuellen Welt nach ihm gesucht“, berichtet Otte. Das letzte Lebenszeichen des jungen Mannes habe es Ende April auf Amrum gegeben. Seitdem seien keine Kontobewegungen mehr erfolgt und Ceetin K, der vorher eifrig in sozialen Netzwerken unterwegs gewesen sei, sei auch dort nicht mehr aufgetaucht. Die Flensburger Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen und vermutet ein Tötungsdelikt. „Wir gehen nicht davon aus, dass Ceetin K. sich auf den Weg gemacht hat, um ein neues Leben zu beginnen“, betont Sandra Otte.

Auf Nachfragen unserer Zeitung erklärte die Pressesprecherin, dass auch ein Selbstmord des jungen Mannes nicht völlig ausgeschlossen werde. Doch offenbar vermuten die Beamten eher, dass Ceetin K. auf gewaltsame Weise ums Leben kam. Und auch Bekannte des Irakers können sich nicht vorstellen, dass Ceetin K. freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Der Flüchtling, dessen Familie ebenfalls in Deutschland lebt, wird als fröhlicher, unternehmungslustiger junger Mensch beschrieben, der für sich in Nordfriesland eine Zukunft sah.

Bereits am Dienstag sind die Ermittler gemeinsam mit Unterstützungskräften der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei sowie Einsatzkräften des THW nach Amrum gefahren und haben auf dem Wittdüner Zeltplatz ihr Lager aufgeschlagen. Heute stießen dann noch Hundeführer mit sechs speziell ausgebildeten Leichenspürhunden dazu. Insgesamt 40 Einsatzkräfte, so berichtet Otte, haben dann die Suche nach dem Vermissten auf der Insel aufgenommen.

Auf einem bei Jugendlichen beliebten Partygrundstück schlug Suchhund Ernst am Nachmittag an. Die Beamten hoben daraufhin allerdings nur eine wilde Glasmüllkippe aus. Aber auch Suchhündin Dari zeigte Interesse – doch zunächst ohne weiteren Befund. Wie Sandra Otte erklärte, haben die Einsatzkräfte im Laufe des Tages verschiedene Areale in Wittdün abgesucht, wo der Gesuchte zuletzt wohnte, bevor er spurlos verschwand. Im Bereich Westerende bis zum Zeltplatz waren die Suchhunde Fritz, Gonzo und Dari im Einsatz. „Wir haben verschiedene Bereiche abgesucht und werden am Donnerstag weiter suchen. Und wenn es auch dann kein Ergebnis gibt, dann kommen wir wieder“, kündigt Sandra Otte an, dass ihre Kollegen auf jeden Fall an dem mysteriösen Fall dran bleiben werden.

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