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Föhrer rotarier : Große Resonanz auf Projekt gegen Polio

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mit der Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ wurde eine Aktion ins Leben gerufen. Gesammelt werden Verschlüsse von Plastikflaschen. Für den Gegenwert einer Tonne können 1000 Kinder gegen Kinderlähmung geimpft werden.

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erstellt am 02.Okt.2014 | 20:00 Uhr

Seit den 1980-er Jahren engagiert sich Rotary weltweit gemeinsam mit der Weltgesundheits- und anderen Organisationen im Kampf gegen Polio. Einige Milliarden Dollar konnten in den vergangenen Jahrzehnten aufgebracht werden. Mit der Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ wurde nun eine weitere Aktion ins Leben gerufen, an der sich auch die Föhrer Rotarier als Vorreiter beteiligen.

Dennis Kissel vom Rotary-Club Herzogtum Lauenburg-Mölln ist Leiter der Abfallwirtschaftsgesellschaft Südholstein und hatte die Idee, die recycelbaren Verschlüsse von Plastikflaschen zu sammeln. Bei rund 600 Euro pro Tonne liegt derzeit der Marktpreis. Von denen nach Abzug der Kosten für Flyer, Plakate und Logistik zirka 300 Euro übrig bleiben. Für die, rechnet das Föhrer Rotary-Mitglied Stefan Peetz vor, können 1000 Kinder geimpft werden. Eine Zahl, die es zu verdreifachen gilt, denn die „Bill & Melinda Gates Stiftung“ ist seit einigen Jahren mit an Bord und gibt für jeden von Rotary aufgebrachten Euro zwei Euro dazu – bisher kam allein hier die stolze Summe von rund einer Millarde Dollar zusammen.

Peetz war es auch, der sich an die Umsetzung der Aktion auf der Insel machte. Die sich mittlerweile herumgesprochen und zu einem Erfogsmodell entwickelt hat. So planen Vermieter, die Aktionsplakate in ihren Ferienwohnungen auszulegen, die Föhrer Kaufleute sind mit im Boot, Renate Sieck unterstützt die Aktion im Sperrgutbasar und der Kindergarten in Midlum ist ebenso dabei wie die sechste Klasse des Schulzentrums.

„Die Resonanz ist enorm“, berichtet Peetz, dass anfangs zehn Liter in der Woche zusammen kamen – eine Menge, die mittlerweile täglich erreicht wird. Längst ist der kleine Müllbeutel einem 80-Liter-Sack gewichen und die gesammelte „Abfall“-Menge auf gut 70 Kilogramm angewachsen.

“Wir hoffen, dass wir in den nächsten Jahren durch die Deckelsammlung einen hohen sechsstelligen Betrag für die Polio-Plus-Aktion aufbringen können”, freut sich Stefan Peetz über den Erfolg der Aktion, die die Rotarier auch als wichtige Aufklärungsarbeit sehen. Denn während die ältere Generation den vorbeugenden Wirkstoff noch unisono unter dem Motto „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung grausam“ oral zu sich nahm, ist die Impfrate in Deutschland aktuell auf unter 90 Prozent gesunken.

Weshalb das Projekt auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden soll, wie Heiko Runge, Präsident der Föhrer Rotarier, ankündigt. Zudem soll der 28. Oktober, dem Welt-Polio-Tag in Deutschland, genutzt werden, „um das Thema wieder stärker ins Bewusstsein zu holen“.

Während die Sammelaktion zu einem Selbstläufer wurde, ist die Logistik noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Gesucht werden derzeit nicht nur Unternehmen, die die Deckel – etwa bei Leerfahrten – mit auf das Festland nehmen, sondern vor allem Anlieferstellen in der näheren Umgebung, von denen der Transport zu den Recycling-Unternehmen organisiert werden kann. Ihre Mitarbeit zugesagt haben bereits die beiden größten deutschen Müllunternehmen und im Herzogtum Lauenburg wurde der gemeinnützige Verein „Deckel drauf“ gegründet. Der schließt die Verträge mit den Recycling-Unternehmen ab, führt das “Deckel”-Konto und kann den beteiligten Unternehmen für erbrachte Leistungen Spendenbescheinigungen ausstellen.

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