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Sturm „Xaver“ auf den Inseln : Große Abbrüche an der Amrumer Nordspitze

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Auch gestern tobten die Windböen immer noch über Amrum, doch nachmittags konnte Entwarnung gegeben werden. Das Wasser lief mit rund 1,60 Metern über Normal längst nicht mehr so hoch auf, wie noch am Morgen befürchtet.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Auch gestern tobten die Windböen immer noch über Amrum, doch nachmittags konnte Entwarnung gegeben werden. Das Wasser lief mit rund 1,60 Metern über Normal längst nicht mehr so hoch auf, wie noch am Morgen befürchtet. „Wir sind froh, dass das alles noch einmal einigermaßen gut abgegangen ist“, meinte denn auch Amrums oberster Katastrophenschützer, Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus, nachdem er und seine Mitstreiter fast zwei Tage und die ganze vorletzte Nacht im Dauereinsatz waren.

Die ganze Nacht durch patrouillierten Feuerwehrleute an den Deichen zwischen Nebel und Wittdün. Die Küstenschutzwälle hielten der tosenden Nordsee stand. Fast drei Meter über dem normalen Tidenstand kam das Wasser in der Nacht und damit zum Glück nicht ganz so hoch wie angesagt. Einige Straßen mussten am Donnerstag Abend gesperrt werden, doch Ausweichstrecken waren immer frei. Ein halbstündiger Stromausfall inselweit sorgte bei manch einem für das Ende eines gemütlichen Fernsehabends, doch Dank schneller Hilfe gingen die Lichter ab 23 Uhr wieder an.

Die Nacht durch wurden umgestürzte Bäume zur Seite geräumt oder diese mussten aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Vor allem im Bereich der Vogelkoje Richtung Norddorf haben die Windböen auf der ganzen Breite Bäume umgeworfen. Der ganze Umfang des Baumschadens ist noch nicht abzusehen, doch wird dieser wohl nicht ganz so schlimm sein wie nach dem Orkan „Christian“ vor einigen Wochen.

Die Nordsee hinterließ vor allem am Wattweg zwischen Nebel und Steenodde und an der Nordspitze ihre Spuren. Mit Dünenabbrüchen auf der Westseite (fast 30 Meter), und an der Ostseite (zirka zehn Meter) musste Amrums nördlichster Zipfel einiges einstecken. Das Schullandheim „Ban Horn“ hielt stand, doch rückt der Blanke Hans gefährlich dicht an die Gebäude, die nur noch ein paar Meter Düne zwischen sich und der Nordsee haben.

„Ual aanj“, der Wattweg zwischen Nebel und Steenodde, ein beliebter Spazier- und Radweg, ist auf einer Länge von 100 Metern eingebrochen. An den jetzt aufgeweichten Abbruchkanten wird das Wasser weiter nagen.

Die Mitglieder der Amrumer Freiwilligen Feuerwehren und die Gemeindearbeiter waren Tag und Nacht im Einsatz. Dank guter Organisation durch den Krisenstab, dem Bürgermeister, Amt und Feuerwehren angehören, arbeiteten alle Hand in Hand.

„Christian“ hatte im Oktober innerhalb von zwei Stunden seine Spuren hinterlassen, die bis jetzt noch zu sehen sind. „Xaver“ tobte zwei Tage, brachte Regen und Hagel, entwurzelte Bäume, brachte das Hochwasser an die Deichgrenzen und nahm Dünensand und Land mit sich. „Xaver“ hatte einen langen Atem, doch gestern im Lauf des Nachmittags ging ihm dieser langsam aus.

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