stürmischer applaus : Grandioses Finale als Höhepunkt

Die vielen Zuhörer erlebten eine beeindruckende Darbietung.
Die vielen Zuhörer erlebten eine beeindruckende Darbietung.

Mit einem Konzert in der Boldixumer St.-Nicolai-Kirche begeisterten die Kantorei und das Hamburger Rungholt-Ensemble sowie die Organistin Birgit Wildeman und das von Andreas Veith geleitete Bläserquartett unter der Leitung von Kantor Martin Bruchwitz.

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12. Juni 2014, 20:15 Uhr

Die Missa „Dixit Maria“ von Hans Leo Haßler stand im Mittelpunkt eines Konzertes in der Boldixumer St.-Nicolai-Kirche, mit dem die Kantorei und das Hamburger Rungholt-Ensemble sowie die Organistin Birgit Wildeman und das von Andreas Veith geleitete Bläserquartett unter der Leitung von Kantor Martin Bruchwitz begeisterten.

Es hat Tradition, dass die ausgebildeten Stimmen des Hamburger Ensembles die Kantorei ergänzen. Stimmen, die wunderbar zu der katholischen Kirchenmusik dieses Abends passten und der altbewährten Zusammenarbeit bei der jüngsten Aufführung eine besondere Note verliehen.

Birgit Wildeman eröffnete den Abend. Die Kantorin von St. Johannis präsentierte „Introduktion und Passacaglia d-Moll“ des Romantikers Max Reger. Kein Zufall, denn es folgten zwei A-cappella-Stücke Anton Bruckners. Auch der ein Romantiker und das gewaltige „Tantum ergo B-Dur“ sowie „Pange lingua“ meisterte der Chor mit Bravour.

Beeindruckend im Anschluss Andreas Veith und Birgit Wildeman mit dem „Concerto F-Dur“, das Veith für Trompete und Orgel bearbeitet hatte, der eine exzellente solistische Leistung bot.

Wie Albinoni, war auch Hans Leo Haßler ein Komponist des Barock. Dessen Missa „Dixit Maria“ das Hauptwerk des Abends bildete. Eine A-Cappella-Messe ohne Solisten und Begleitung, dargeboten von einem vierstimmigen Chor (Sopran, Alt, Tenor, Bass). Ein anspruchsvolles, 20-minütiges Werk mit Kyrie, Gloria, Credo und Sanctus sowie als Höhepunkt dem Agnus Dei, der Bitte um Frieden. Eine hervorragende Leistung der Sänger, der mit „Wie nach einer Wasserquelle“ von Michael Praetorius ein Dialog des Bläserquartetts (Andreas Veith, erste Trompete; Lars Obelgönner, zweite Trompete; Hans-Jürgen Gaetsch, Posaune; Joschka Veith, Euphonium) und der Orgel folgte.

War der Schwierigkeitsgrad bis dahin bereits enorm, sollte er sich nochmals steigern. Zwei Bruckner-Sätze hatte Kantor Bruchwitz den Sängern ins Programm geschrieben: Graduale „Locus iste“ und Vexilla regis. Letzterer sehr schwer, normalerweise ohne Orgel präsentiert und an diesem Abend von Birgit Wildeman begleitet.

Volkstümlich aber nicht weniger eindrucksvoll wurde es mit der Deutschen Messe von Franz Schubert. Kein Neuland für die Sänger, die das Werk bereits vor zwei Jahren aufgeführt hatten.

Der Schlusspunkt aber sollte zum Höhepunkt werden: die Kantorei hat einen neuen „Hit“. Bearbeitet für Bläser, Chor und Orgel, präsentierten alle Mitwirkenden „Jauchzt Gott, alle Lande“, und das gleich zwei Mal. Womit sich die Akteure dem Willen des Publikums in der gut besuchten St.-Nicolai-Kirche beugten, dessen Beifall nicht enden wollte. Mit dem biblischen Psalm 66 wurde ein Satz unterlegt, den Johann Sebastian Bach für die Geburtstagsfeier August des Starken geschrieben hatte. Die Parodie hypnotisierte die Besucher geradezu und bildete, so Martin Bruchwitz, den krönenenden Abschluss. „Das war dermaßen erfolgreich, das kommt auf jeden Fall wieder zur Aufführung.“ Ein tolles Finale, nach dem die Akteure, die bis an ihre Grenzen gegangen waren, den verdienten Applaus genossen.

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