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Im Friesendom : Grandioser Festival-Abschluss

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Es war das letzte SHMF-Konzert dieses Jahres auf der Insel Föhr. Avi Avital begeisterte das Publikum in der Nieblumer St.-Johannis-Kirche mit seiner Mandoline.

Landesweit dauert das Schleswig-Holstein Musik Festival noch bis zum Ende des Monats, auf Föhr ging es jetzt schon zu Ende – mit dem fünften Föhrer Festival-Konzert setzte Avi Avital in der Nieblumer St.-Johannis-Kirche einen grandiosen Schlusspunkt unter die diesjährige insulare Konzertreihe.

Der 1978 geborene Israeli ist ein Ausnahmemusiker – und er spielt ein Ausnahmeinstrument: Die Mandoline. Ihre Hochzeiten hatte sie im Barock, führte danach eher ein Nischendasein. Schon einmal hatte Avital beim SHMF auf Föhr ein wunderschönes Konzert gegeben, 2013 war das, in Boldixum. Damals wurde er von einem Ensemble begleitet. Nun sollte es ein Solo-Abend werden. Doch trägt so ein kleines, unscheinbares Zupfinstrument einen ganzen langen Abend? Einige im Publikum waren anfangs skeptisch – und sollten schnell eines Besseren belehrt werden.

Denn es ist geradezu unwahrscheinlich, welche enorme Klangfülle dieses kleine, unscheinbare Instrument hat, das sich manchmal fast anhört, als würde ein halbes Orchester darin stecken. Und es ist unwahrscheinlich, was Avi Avital, dem in diesem Jahr der Künstlerschwerpunkt des Musikfestivals gewidmet ist, aus seiner Mandoline herausholt.

Mit Musik, die ursprünglich für die Geige komponiert war, aus Bachs Sonate Nr. 1 g-Moll für Violine solo, begann der Abend, mit Bachs ebenfalls für Violine solo geschriebener Partita Nr. 2 d-Moll klang er großartig aus. Dazwischen Stücke, die für die Mandoline komponiert worden waren, von dem 2003 gestorbenen Japaner Yasuo Kuwahara, von Avital selbst, sowie außerdem das älteste bekannte Werk für dieses Instrument, eine Partita von Filippo Sauli, der um 1700 gelebt hatte, und das jüngste, ein Mandolinenstück, das Molly Joyce, eine 1992 geborene Amerikanerin, für Avi Avital komponiert hatte.

Ein wunderschönes, vielseitiges Programm war das, das an diesem Solo-Abend nicht eine Sekunde Langeweile aufkommen ließ. Die Zuhörer im bis auf den letzten Platz besetzten Friesendom erlebten einen grandiosen Musiker an einem grandiosen Instrument und dankten Avi Avital mit frenetischem Beifall.

Gut gelaunt hatte der zu Beginn des Konzertes das Insel-Publiklum mit „Moin Moin“ begrüßt, und gut gelaunt zog er, als noch lange nach der Zugabe der Applaus nicht abebben wollte, sein Handy aus der Hosentasche und machte seelenruhig vor dem Altar ein Selfie. Im Vorraum der Kirche hat Avital dann noch lange CD’s signiert, mit Konzertbesuchern geplaudert und für ihre Kameras posiert – ein Ausnahmemusiker eben.

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erstellt am 08.Aug.2017 | 19:51 Uhr

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