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Schleichende Gefahr : Giftpflanze wird zur Plage

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Es erinnert im Aussehen etwas an Grünkohl, ist aber nicht schmackhaft: Das Jakobs-Kreuzkraut entwickelt sich seit Jahren auch auf Föhr zu einem Problem.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2015 | 09:00 Uhr

Es erinnert im Aussehen etwas an Grünkohl, aber abgesehen davon, dass es jetzt schon kurz vor der Blüte steht, ist es nicht schmackhaft (Kühe und Pferde verschmähen es in der frischen Form) und erst recht nicht gesund: Das Jakobs-Kreuzkraut enthält Leber schädigende Substanzen, die nach der Mahd der Weiden in Heu oder Silage erhalten bleiben und eine schleichende Schädigung bei Kühen, Schafen oder Pferden hervorrufen können. Aber nicht nur bei Tieren kann die Leber Schaden nehmen: Die 30 bis 100 Zentimeter hohe Pflanze blüht gelb und wird, oft aus Mangel an Alternativen, wie zum Beispiel Raps, von den Bienen besucht. Über den Honig können die Pyrrolizidinalkaloide auch für den Menschen gefährlich werden. Das Problem mit dem Jakobs-Kreuzkraut ist inzwischen so groß, dass Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck eine konsequente Eindämmung fordert (wir berichteten).

Leider ist auch die Insel Föhr ganz und gar nicht frei vom Jakobs-Kreukraut, was Pferdehalterin und Hobbylandwirtin Katharina Fuchs aus Midlum schon seit Jahren weiß. Jedes Mal, wenn sie in der Feldmark unterwegs ist und dieses Kraut sichtet, springt sie vom Fahrrad und sticht es mitsamt der Wurzel aus. „Das Zeug ist so anpassungsfähig, dass es leider nicht reicht, es einfach abzurupfen oder es zu mähen“, ist sie sich sicher.

Stets hat sie auch seit Jahren jedem Landbesitzer, auf dessen Feld sie die Pflanzen sichtete, Bescheid gegeben, in der festen Überzeugung, dass ein konsequentes Vorgehen der einzig richtige Weg sei, eine Ausbreitung zu verhindern. Leider war die Resonanz mitunter sehr ernüchternd. Auch an offizielle Stellen habe sie sich gewandt, sagt sie etwas frustriert. Einen kleinen Lichtblick hat sie nun aber entdeckt: Am Wyker Deich entlang rund um das Klärwerk wurde ein größeres Areal abgemäht. Allerdings bemängelt Fuchs, dass immer noch große Flächen befallen seien und dass es mit dem Mähen allein nicht getan sei. „Man müsste alles erst abmähen und anschließend die Fläche umbrechen“, ist sie fest überzeugt, „dann hätte man vielleicht einige Jahre Ruhe. Wenn wir jetzt nicht handeln“, ergänzt sie etwas verzweifelt, „ wird es mit dem Kraut bald so sein wie zuvor mit den Ratten, dann wird es eine Plage.“

Aber Fuchs möchte auch selbst konstruktiv werden und bietet allen Interessierten an, genau über das Kraut zu informieren und mit ihnen Feldbegehungen vorzunehmen, um diesem wachsenden Problem – im engsten Sinne – möglichst schnell und effektiv entgegenzutreten.

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