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wohnraum für einheimische : Geordnete Vielfalt in geregeltem Rahmen

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Gestaltung des neuen Wohngebietes am Kortdeelsweg kommt voran, wenn auch in kleinen Schritten. Noch immer stehen jene Grundstücke, die in Erbpacht vergeben werden sollen, und jene in den Sondergebieten im Fokus.

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erstellt am 13.Okt.2013 | 18:39 Uhr

Die Gestaltung des neuen Wohngebietes am Kortdeelsweg (Bebauungsplan 51) kommt voran, wenn auch in kleinen Schritten. Noch immer stehen jene Grundstücke, die in Erbpacht vergeben werden sollen, und jene in den Sondergebieten im Fokus. So hatten die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses zuletzt gestalterische Gesichtspunkte ebenso abzuarbeiten wie das mögliche Maß der Nutzung und die Anordnung der Sonder- und Allgemeinen Wohngebiete.

Zwei Vorentwürfe des mit der Planung beauftragten Husumer Kreisbauamtes standen zur Wahl, das offene Beschlussergebnis der vorangegangenen Sitzung jedoch spiegelten beide nicht wider. In der hatten sich die Ausschussmitglieder festgelegt, wenig festzulegen, und die gestalterische Freiheit der Häuslebauer ausdrücklich gebilligt; Größe, Dachform oder Farbe sollten nicht reglementiert werden.

Die nun vorgelegten Pläne aber enthielten einige Vorgaben, die zu neuen Diskussionen führten. „Wollen wir Menschen davon abhalten, vernünftig zu bauen, und uns in Kleinigkeiten verlieren?“, äußerte etwa Sabine Gilleßen (SPD) ihr Unverständnis. Dass eine gute Gestaltung nicht erzwungen, das Schlimmste aber vermieden werden kann, darin waren sich die Anwesenden allerdings einig. „Wir sollten eine geordnete Vielfalt zulassen, wobei die Betonung auf geordnet liegt“, machte Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen (CDU) den Vorschlag, auf den sich der Ausschuss schließlich verständigte und in der Folge das Gewollte festlegte, um das nicht Gewollte auszuschließen.

So fiel das Votum auf einen Planungsentwurf, in dem sich drei jeweils rund 3000 Quadratmeter große Sondergebiete mit den Allgemeinen Wohngebieten abwechseln. Die Festsetzung der Wohneinheiten wurde ersatzlos gestrichen und innerhalb der öffentlichen Grünflächen ist die Anlage von Rad- und Fußwegen sowie eines Spielplatzes zulässig. Garagen sind nur als offene Gebäude in Holzbauweise erlaubt.

Die Dachneigung muss mindestens 20 Grad betragen und bei Doppelhäusern und Hausgruppen müssen Dachfarbe und -eindeckung sowie Dachform und -neigung einheitlich sein. Grün- und Reetdächer dürfen Verwendung finden, darüber hinaus sind lediglich nicht glänzende Dacheindeckungen in den Farben Rot, Braun und Anthrazit zulässig. Vorgaben sind auch bei der Fassadengestaltung zu beachten. Diese muss bei Doppelhäusern und Hausgruppen in Material und Farbe auf wenigstens 50 Prozent der Fläche jeder Gebäudeseite einheitlich sein. Als Material darf Rotstein, Putz, Holz und Lehm zur Anwendung kommen, erlaubt sind die Farben Rot, Weiß, Beige, Gelb und Grau.

Mit welcher Intensität die Grundstücke überbaut werden dürfen, soll mit der Grundflächenzahl (GRZ) festgelegt werden. Mit der Folge, dass Baukörper, deren Größe erheblich voneinander abweichen, in direkter Nachbarschaft stehen können – abhängig davon, welche Grunstücksgrößen die Stadt den jeweiligen Interessenten zubilligt.

Eine Rolle rückwärts, denn in den vergangenen Jahren setzte sich zunehmend die Grundfläche (GR), im Gegensatz zur relativen GRZ eine absolute Zahl, als Berechnungswert durch. „Prägend ist die vorhandene Kubatur der Gebäude, das heißt, man schaut, wie groß sind die Häuser tatsächlich, die in einer Straße stehen“, erläuterte Bauamtsmitarbeiter Ulrich Schmidt. Danach bestimme sich, was in einer Baulücke eventuell zugelassen werden könne, „unabhängig davon, wie groß das Grundstück ist“.

Abzuwarten bleiben nun die Ergebnisse einer archäologischen Voruntersuchung sowie einer Altlanstenuntersuchung, weshalb alle Beschlüsse unter Vorbehalt getroffen wurden. Im Rahmen der vorgezogenen Behördenbeteiligung hatten sich Anhaltspunkte ergeben, dass auf dem Plangelände archäologische Funde möglich sind. Anhand der Auswertungen werden nun auf einer überschaubaren Fläche an bestimmten Punkten Suchgräben angelegt.

Zudem säumte den Fehrstieg in früheren Jahren eine Müllablagefläche. Hausmüll, wie Schmidt betonte, der keine Giftstoffe enthielt. Über die Ausmaße aber gebe es keine Erkenntnisse, die nun ein Gutachter lokalisieren müsse.

Sollten die Untersuchungen ohne dramatische Folgen bleiben, so Schmidt, könnte die öffentliche Auslegung im November erfolgen. „Erreichen wir dieses Ziel, hätten wir eine Menge geschafft“, auch wenn die Unsicherheit bliebe, ob eine zweite Auslegung erfolgen müsse.

Muss das Plankonzept nicht verändert werden, könnte über jene gesprochen werden, die bisher nicht im Fokus standen: Menschen, die auf der Suche nach bezahlbaren Wohnungen sind. Die Planreife lässt dann zu, demjenigen, der Mehrfamilienhäuser errichten will, Maßgaben an die Hand zu geben, anhand derer Wohnungen gebaut werden können.

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