Touristisches Inselkonzept : Gemeinden auf Perlensuche

Der Hafen könnte für Gäste attraktiver werden. Foto: Petra Kölschbach
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Der Hafen könnte für Gäste attraktiver werden. Foto: Petra Kölschbach

Fördergeld aus der Landeshauptstadt soll helfen, das touristische Erlebnispotenzial weiter auszuschöpfen. Für die Gemeinden auf Föhr heißt es nun, ihre spezifischen Schwerpunkte auszuarbeiten.

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27. November 2008, 07:29 Uhr

Föhr | Mit dem Tauchen nach Perlen lässt sich gutes Geld verdienen. Das wissen die Menschen schon seit dem 5. Jahrhundert. Viele der schönsten und wertvollsten Perlen werden in einer kleinen, zu den Philippinen gehörenden Inselgruppe (Sukugruppe) gefunden. Ab sofort wird aber auch auf Föhr nach Perlen gesucht. Unter dem Tagesordnungspunkt "Erschließung des touristischen Erlebnispotentials" verglich Arend Schäfer vom Ingenieurbüro Benthien seinen Planungsansatz mit einer Perlenkette.

Da passte es, dass der Fachausschuss Föhr diesmal seinen Sitzungssaal mit der neuen Bibliothek der Ferring Stiftung in Alkersum getauscht hatte und sich die Mitglieder davon überzeugen konnten, dass hier bereits eine neue "Insel-Perle" entstanden ist. Denn "Hausherr" Dr. Volkert Faltings führte die Politiker und Gäste zunächst durch das neue Archiv und die Bücherregale.
Nur gesamtinsulares Konzept hat Chance

Dann war es an dem Achitekten Arend, mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation das Neustädter Ingenieurbüro vorzustellen und den Ausschussmitgliedern seinen Planungansatz für die Insel Föhr näher zu bringen. Hintergrund ist, dass derzeit das Land Schleswig Holstein ein umfangreiches Förderprogramm (Zukunftsprogramm Wirtschaft) verfolgt, in dessen Genuss auch die Föhrer Gemeinden kommen könnten. Dies funktioniert nach Auffassung der Neustädter Planer, die sich seit 1985 auf die Verbesserung der Infrastruktur von touristischen Orten spezialisiert haben, aber nur, wenn die Insel als Einheit ein Konzept vorlegt.

"Mit einzelnen kleinen Maßnahmen brauchen sie dort gar nicht anzufragen", erklärte Schäfer. Vielmehr gehe es darum, in den Gemeinden einzelne touristische Schwerpunkte herauszuarbeiten und diese dann als gesamtinsulares Konzept, als "Perlenkette" (Schäfer), zu vereinen. Nur auf diesem Weg sei, so Schäfer, eine Förderung der Maßnahmen von bis zu 50 Prozent realistisch.

Und der Vortrag, den der Planer auch mit eindrucksvollen Referenzfotos von bereits realisierten Projekten (Fischerterrassen in Sierksdorf, Yachthafen Grömitz, Strandallee Haffkrug-Scharbeutz) unterlegte, hatte die Anwesenden offensichtlich beeindruckt. "Wir müssen das jetzt erst einmal sacken lassen", ergriff die Vorsitzende Heidi Braun als erste das Wort. Deutlich wurde jedenfalls, dass dieser Weg eine Chance für die Kommunen darstellt, Maßnahmen, die sie sonst alleine nicht stemmen könnten, zu realisieren.
Mehr Attraktivität für Wyker Hafen

Die Frage, ob sich Schäfer, der wie berichtet bereits grobe Skizzen zum Bereich Stockmannsweg vorgestellt hatte, auch schon Gedanken über den Wyker Hafen gemacht hätte, verneinte dieser vielsagend: "Dort gibt es sicher Möglichkeiten, den Hafen attraktiver zu gestalten."

Wyks Bürgermeister Heinz Lorenzen drückte abschließend aufs Tempo: "Wir sollten uns nicht allzu viel Zeit lassen, sonst sind die Fleischtöpfe leer." Angesichts dieser Befürchtung einigte sich das Gremium darauf, dass die Gemeinden bis zum Frühjahr ihre "Perlen" aufgereiht haben, um dann gemeinsam Richtung Kiel zu marschieren. Das Ingenierbüro wird dabei unterstützend wirken. Ein Vertrag mit dem Neustädter Büro soll aber nur zustande kommen, wenn ein positiver Bescheid aus Kiel vorliegt.
Zukunftsprogramm
Das Zukunftsprogramm Schleswig Holsteins ist das das größte in der Geschichte des Landes. Rund 1,4 Milliarden Euro an öffentlichen Fördergeldern stehen für die Jahre 2007 bis 2013 bereit. Damit soll ein Investitionsvolumen von mehr als drei Milliarden Euro bewegt werden. Unterteilt ist das Programm in die Bereiche Wirtschaft, Arbeit, ländlicher Raum und Fischerei.

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