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Anbau und Auto : Gemeinde lässt die Feuerwehr warten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bürgermeister Peter Koßmann wollte zusätzlichen Baulärm in der Saison vermeiden. Arbeiten am Dorfzentrum haben Vorrang.

Eigentlich hätte die Norddorfer Feuerwehr den Erweiterungsbau ihres Geräthauses längst in Betrieb nehmen sollen. Und auch das neue Löschgruppenfahrzeug sollte dort inzwischen stehen (wir berichteten). Doch beide Projekte wurden bisher nicht umgesetzt. Bürgermeister Peter Koßmann erklärte jetzt auf einer Sitzung der Amrumer Brandschützer, dass die Baugenehmigung für das Gerätehaus zwar vorliege, doch habe man vermeiden wollen, dass in der Feriensaison neben dem Bau des Dorfmittelpunkthauses noch eine zweite Baustelle der Gemeinde für Unruhe im Ort sorge.

Hinter dem Gerätehaus wird derzeit die Baugrube für einen privaten Neubau erstellt. Die Arbeiten am Gerätehaus sollen nun zeitgleich in Angrif genommen werden, kündigte Koßmann an.

Bezüglich der Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges erklärte der Bürgermeister, dass die Gemeinde gewillt sei, ein neues Fahrzeug zu beschaffen, aber auch die Möglichkeit zu klären sei, ob ein gebrauchtes Feuerwehrauto nicht ausreichen würde. „Wir müssen als Gemeinde stets auch den finanziellen Spielraum im Auge behalten. Wenn es eine günstigere Lösung gibt, die den Brandschutz gleichwertig gewährt, muss das auch eine Option sein“, betonte Peter Koßmann.

Norddorfs Gemeindewehrführer Andreas Knauer drängte angesichts des bevorstehenden Winters zur Eile. Trotz des Umbaus müsse die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr gegeben sein. Da das Wasser führende Fahrzeug nicht dem Frost ausgesetzt werden könne, bedürfe es einer Unterbringungsmöglichkeit für das Tanklöschfahrzeug nebst der gesamten Ausrüstung der Einsatzkräfte.

Und Knauer sah noch ein weiteres Problem. Mit dem Abriss des „Seeheims“ verschwand auch die dort auf dem Dach aufgebaute Sirene. „Wir haben zwar viele Meldeempfänger und eine zusätzliche SMS-Meldeschleife, sodass die Alarmierung der Einsatzkräfte gesichert ist, doch eine akustische Warnung im Notfall ist derzeit in Norddorf nicht möglich“, nannte Knauer einen weiteren Grund, mit den Bauarbeiten am Gerätehaus schnell zu beginnen. Denn dort soll die Sirene künftig ihren Platz haben.

Das Gerätehaus in Norddorf beherbergt derzeit zwei Feuerwehrfahrzeuge, von denen das Wasser führende ersetzt werden soll. Hierfür hatte die Gemeinde 240 000 Euro in ihren Etat für 2013 eingeplant. Um das Gerätehaus auf den Stand der aktuellen gesetzlichen Anforderungen zu bringen und dem neuen Löschgruppenfahrzeug ausreichend Platz zu bieten, wurde die Erweiterung des Gebäudes nötig. Das bisherige Gerätehaus soll nach der Fertigstellung des Anbaus als Umkleideraum und Lager für die Ausrüstung genutzt werden.

Der neue Bereich umfasst eine Grundfläche von 151 Quadratmetern und wird Platz für zwei Fahrzeuge mit den erforderlichen Sicherheitsabständen bieten. „Einsatztaktisch wird mit dem neuen Löschgruppenfahrzeug ein neues Zeitalter bei der Gemeindefeuerwehr in Norddorf einziehen“, schaut Andreas Knauer erwartungsvoll in die Zukunft. Allein die Möglichkeit, dass sich mindestens zwei Feuerwehrleute bereits auf der Anfahrt zum Einsatzort mit Pressluftatemgerätschaften ausrüsten können, bedeute einen Zeitgewinn, der Menschenleben retten kann.

Die Wittdüner Brandschützer profitierten im vergangenen einsatzträchtigen Jahr besonders von ihrem 2011 angeschafften Löschgruppenfahrzeug. „Wir haben uns an der Leistungsbeschreibung aus Wittdün orientiert und die an unsere Anforderungen angepasst“, so Knauer.

Die mit den Beschaffungen für die Feuerwehren auf Amrum befasste Sachbearbeiterin des Amtes Föhr-Amrum, Sabine Grochla, erklärte, dass die Suche nach einem gebrauchten Löschgruppenfahrzeug bisher ohne Ergebnis verlaufen sei. Die verfügbaren Gebrauchtfahrzeuge mit feuerwehrtechnischer Grundausstattung hätten noch einen so hohen Preis, dass eine nachträgliche Zusatzbeladung mit der in der Ausschreibung definierten Ausrüstung keine große Einsparung mehr gebracht habe. „Für die Ausschreibung und eine Bezuschussung ist es für dieses Jahr zu spät. Für 2014 muss der Antrag spätestens im Dezember eingereicht sein“, betont Grochla.

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