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Rücktritt in Utersum : Gemeinde auf Bürgermeister-Suche

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Streit um B-Plan-Änderung für das Restaurant „Zur Post“ nimmt kein Ende. Joachim Lorenzen und seine Stellvertreterin werfen das Handtuch.

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erstellt am 23.Dez.2015 | 20:00 Uhr

Der geplante Umbau des Restaurants „Zur Post“ ist in Utersum noch immer das Thema. Ein Reizthema allerdings, das scheinbar unversöhnliche Parteien hervorgebracht hat und nun zum Rücktritt des Bürgermeisters Joachim Lorenzen und seiner Stellvertreterin Maren Martensen geführt hat.

Auslöser war die Ablehnung einer Bebauungsplan-Änderung, über die es in der Gemeindevertetung keine zwei Meinungen gegeben hatte. Die Politiker waren sich einig darin, dass die gewünschte Erhöhung der GRZ von 0,2 auf mehr als 0,5 jeden Rahmen sprengen und möglicherweise Begehrlichkeiten wecken würde (wir berichteten). Klar, dass der Investor Thorsten Schulze aus Hattstedt und Pächter Roluf Hennig, der seine wirtschaftliche Existenz gefährdet sieht, „not amused“ sind.

„Dass der eine oder andere unzufrieden sein würde, war uns klar“, hatte Maren Martensen mit Kritik gerechnet. „Die Heftigkeit hat mich dann aber doch erschrocken.“ Denn die Reaktionen gingen von Ignoranz und Straßenseite wechseln bis hin zu Beleidigungen, reichten bis in das private Umfeld hinein und gingen teilweise unter die Gürtellinie. „Meine Gesundheit und meine Familie sind mir wichtiger“, begründet Maren Martensen ihren Rücktritt, dem einige Wochen lang Gespräche mit Joachim Lorenzen vorausgegangen seien. Der in dem Geschehen rund um die B-Plan-Änderung nur den i-Punkt für seinen Schritt sieht. Sein politischer Akku sei leer, so der scheidende Bürgermeister, zu sehr fordere ihn sein Hauptberuf.

Derweil ging trotz aller Streitigkeiten in der Gemeinde die Suche nach einem Kompromiss mit Thorsten Schulze weiter. Dieser hat seine Pläne mittlerweile etwas abgespeckt und auch die Gemeinde ist bereit sich zu bewegen. Grund genug für Maren Martensen, die Entwicklung positiv zu bewerten.

Die wie Joachim Lorenzen zum Jahresende aus dem Amt scheidet. Dann wird am 1. Januar 2016 Göntje Schwab als zweite Stellvertreterin kommissarisch das Amt der Bürgermeisterin übernehmen. Nachrücker als Gemeindevertreter sind Michael Brodersen, Björn Hansen und Jan Wyden. Derzeit prüft Hark Steinert, Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Utersum, ob alle drei noch Mitglied sind. Bereits in der ersten Sitzung des kommenden Jahres im Februar könnte dann ein neues Gemeindeoberhaupt gewählt werden.

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