Neugierige Amrumer : Geheimnis per Mobiltelefon gelüftet

Die große Schiffsparade in Bremerhaven wurde angeführt von der „Ernst Meier-Hedde“ und dem Tochterboot „Lotte“.
1 von 2
Die große Schiffsparade in Bremerhaven wurde angeführt von der „Ernst Meier-Hedde“ und dem Tochterboot „Lotte“.

Neuer Seenotrettungskreuzer in Bremerhaven auf den Namen Ernst Meier-Hedde getauft. Klingelmann Knudt Kloborg informiert Insulaner mit einer SMS.

Avatar_shz von
01. Juni 2015, 11:00 Uhr

Per Kurznachricht über das Handy informierte der Wyker Knudt Kloborg die Amrumer über den Namen ihres neuen Seenot-Rettungskreuzers: Ernst Meier-Hedde. Das Schiff wurde am Sonnabend in Bremerhaven getauft. Der Namensgeber war von 1980 bis 1990 Vorsitzender der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger). Das Tochterboot erhielt den Namen seiner Frau Lotte. Der 28-Meter-Kreuzer gehört zu einer ganz neuen Rettungsschiff-Klasse. Sie löst die etwas kleinere 27,5-Meter-Klasse ab, die seit knapp 30 Jahren im Einsatz ist.

Zwei Motoren bringen jeweils fast 2000 Pferdestärken auf die Propeller, wodurch sich der Kreuzer durch jede Art von Welle schieben kann. Dementsprechend ist er stärker als das Vorgängermodell. Eine geschlossene Brücke bedeutet für Mannschaft und Schiff mehr Sicherheit bei schweren Stürmen. Zudem verfügt der Kreuzer über einen Mehrzweckraum mit Behandlungsplatz für medizinische Notfälle. Für einen Teil der zukünftigen Besatzung hat bereits die Einweisung in die Technik des neuen Schiffes begonnen. Es wird seinen Dienst auf der Station Amrum voraussichtlich im Laufe des Monats Juni aufnehmen.

Der Wyker Klingelmann Knudt Kloborg hatte den Auftrag bekommen, sofort nach der Taufe den Namen des Schiffes per SMS durchzugeben – denn ganz Amrum fiebert dem neuen Kreuzer entgegen und wollte natürlich so schnell wie möglich den Namen erfahren. Kloborg hielt sich in Bremerhaven auf, weil er von der DGzRS zu den Festlichkeiten des 150-jährigen Bestehens der Organisation, die die Rettung an den deutschen Küsten durchführt, eingeladen war.

Knudt Kloborg, Jahrgang 1949, war Seemann, Koch und Decksmann zuletzt bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei auf der „Nordfriesland“. Nach Eintritt in das Rentenalter hat er sich zum Wyker Klingelmann ernannt. Seit einigen Jahren ist er dort als ehrenamtlicher Mitarbeiter der DGzRS tätig und kümmert sich als solcher für die Rettungsgesellschaft um die Öffentlichkeitsarbeit.

In Bremerhaven stand für Kloborg, den in Wyk jedes Kind kennt, am gestrigen Sonntag mit einer Probefahrt auf der „Ernst Meier-Hedde“ noch ein besonderes Highlight auf dem Programm. „Wir wurden von den anderen Schiffen begleitet und es war ein tolles Gefühl“, zeigte sich der Seebär im Ruhestand im Anschluss begeistert von dem Törn auf dem neuen Seenot-Rettungskreuzer.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen