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Insel-Bote

18. Dezember 2017 | 20:07 Uhr

Gefordert bis in die Fußspitzen

vom

Sieben Nachwuchs-Musiker nahmen an einem Orgel-Workshop im Rahmen der Kinder-Uni teil und lernten die Komplexität des Instrumentes kennen

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

nieblum | Während eines Orgelworkshops im Rahmen der Kinder-Uni Föhr hatten Kinder im Nieblumer Friesendom die seltene Gelegenheit, sich einmal so richtig an einer Orgel auszuprobieren. Entsprechend intensiv und interessant war die Veranstaltung für die Jungen und Mädchen im Alter zwischen sieben und 14 Jahren, von denen die meisten Vorkenntnisse auf dem Klavier mitbrachten.

Nach einer kurzen Einweisung in die Bestandteile und Funktionsweise der Nieblumer Orgel stand das Spielen mit den 32 Pedalen auf dem Programm, die beidfüßig mit Ferse und Spitze gespielt werden. Jedes der Kinder meisterte nach einer kurzen Eingewöhnungsphase das "blinde" Spielen einer Tonleiter, ohne auf die Füße zu sehen. Als Steigerung folgte darauf der Vortrag einer einfachen Melodie, gespielt ebenfalls ausschließlich mit den Fersen und Spitzen.

Im zweiten Teil des Workshops wurde die Latte höher gelegt, denn es galt, die ersten Takte eines einfachen Bach-Präludiums in B-Dur mit beiden Händen und Füßen zu spielen. Hier konnten die Teilnehmer die Komplexität beim Spielen einer Orgel im Vergleich zum Klavier erfahren. Je nach Vorkenntnis mit mehr oder weniger Unterstützung durch die Kantorin Birgit Wildeman waren bei allen Kindern nach einigem Üben die ersten Takte des Bach-Präludiums zu erkennen.

Zum Abschluss stand dann moderne Orgelmusik und Improvisation auf dem Programm. Dazu spielte die Konzertorganistin Wildeman zunächst das zeitgenössische und klanggewaltige Stück "Gebrochene Flügel" von Tilo Medek vor. Jedem Kind wurde dann ein Teil der Orgel (Register, Pedale oder Tastatur) zur Improvisation zugewiesen. Gemeinsam wurde nun versucht, eine ähnliche Stimmung wie im Stück von Medek zu erzeugen. Dabei ließ Wildeman die Kinder nicht nur ein bisschen klimpern, sondern mit geballter, kreativer Energie ein beeindruckendes Klanggemälde erzeugen. Die Nachwuchsorganisten waren überrascht, was sie schon nach kurzer Zeit unter Anleitung aus diesem mächtigen Instrument herausholen konnten - besser lässt sich die Faszination Orgel nicht vermitteln.

"Jedes Kind soll die Möglichkeit bekommen, die grundlegenden Spieltechniken auszuprobieren", hatte Birgit Wildeman eingangs erklärt, weshalb die Teilnehmerzahl auf sieben begrenzt worden war und viele Anmeldungen nicht angenommen werden konnten. Am Montag, 26. August besteht für interessierte Kinder um 16 Uhr noch einmal die Gelegenheit zur Teilnahme, wenn der Orgelworkshop zum zweiten Mal in diesem Sommer stattfindet.

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