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Der Erste Weltkrieg : Gefallen in Lothringen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Hans Hansen war kurz nach Kriegsausbruch das erste Föhrer Opfer. In einer Serie erinnern wir an die Soldaten, deren Namen auf dem Boldixumer Ehrenmal verewigt sind.

Einen Monat nach Kriegsbeginn, am 1. September 1914, schreibt die Nieblumerin Friederika Goos (1857-1946) in ihr Tagebuch: „Gestern ist die erste Todesnachricht vom Schlachtfeld nach Föhr gekommen. Ein Sohn von Daniel Goos Hansen... . Er war mit seinem Bruder zusammen beim Militär eingetreten. Beide besonders begabte, tüchtige und beliebte junge Studenten, eine Freude und ein Stolz, besonders der Eltern, aber auch der ganzen Gemeinde.“

Der Jurastudent Hans Hansen fällt am 20. August 1914 beim Sturm auf Saarburg/Lothringen während einer deutschen Großoffensive über Belgien nach Frankreich, die den Krieg angeblich schnell beenden soll.

Aufgewachsen ist der junge Föhrer im inzwischen umgebauten Wrixumer Haus Ohl Dörp 55 b. Sechs Kinder hat sein Vater Daniel Goos Hansen mit seiner zweiten Frau Maria, geborene Jacobs, aus Oevenum. Sie werden nach Hans noch zwei Söhne „auf dem Felde der Ehre“ verlieren.

Für Hans Hansen, der in fremder Erde ruht, wird Anfang September 1914 eine Gedächtnisrede in der St. Nicolai-Kirche gehalten. Auf der „Ehrentafel auf dem Felde der Ehre Gefallener von Föhr und Amrum“, die die „Föhrer Zeitung“ von nun an veröffentlicht und später wieder einstellt, weil es für die sinkende Kriegsmoral zu viele Tote werden, steht Hans Hansen an erster Stelle.

Nachfahren von Hans Hansens Geschwister leben noch heute auf Föhr. Sein Name und die seiner zwei Brüder stehen auf dem Ehrenmal des Boldixumer Friedhofs.


Und was geschieht auf Föhr?


Bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn, am 6. August 1914, erscheint in der Zeitung ein Aufruf des „Vaterländischen Frauenvereins Wyk“: „Nach langem Warten ist die schicksalsschwere Stunde für Deutschland hereingebrochen. Wir sehen unsere Söhne und Brüder dem Feinde entgegenziehen. Wir anderen, denen es nicht vergönnt ist, mit der Waffe in der Hand die Heimat zu verteidigen, wir wollen dankbar der großen Opfer gedenken, die unser braves Heer freudig auf dem Altare Deutschlands darbringt.“ Schon im Frieden hat sich der „Vaterländische Frauenverein Wyk“ auf den Kriegsfall vorbereitet und bittet nun um unterstützende Geldspenden. Die unterzeichnenden Frauen tragen so bekannte Wyker Familiennamen wie Okkens, Lind, Lolly, Christiansen und Graßmann.

Am 10. August 1914 ist der Fotograf Waldemar Lind bereits von der Nachbarinsel zurück und bietet nun „Gruppen-Aufnahmen der Amrumer Inselwache“ an, bei der Föhrer Männer stationiert sind.

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